Reise in die Vergangenheit

01.06.2017 09:00:00
Der Film ist nicht totzukriegen. Die analoge Fotografie boomt. Da lohnt es sich auch, sich einmal anzugucken, wie Film hergestellt wird. In Wolfen geht das. Sogar im Hellen.

Filmproduzenten sind lichtscheue Gesellen. Das liegt in der lichtempfindlichen Natur der Sache. Doch am ehemaligen Orwo-Standort in Wolfen in Sachsen-Anhalt hat man die weltweit einmalige Gelegenheit, sich eine ehemalige Filmproduktionsanlage einmal genauer anzuschauen – bei einer Führung im Industrie- und Filmmuseum Wolfen.

Bei Lichte betrachtet

Du hast den Farbfilm vergessen: Früher war die Verpackungswelt bunter, wie hier bei den alten Orwo-Filmverpackungen.
Quelle: Industrie- und Filmmuseum
Klar, wenn man Glück hat kann man auch eine Führung bei einer noch aktiven Firma machen. Doch die Produktionsanlagen wird man dabei nicht im Einsatz sehen. Dort muss es schließlich dunkel sein, sonst ist die ganze Charge verdorben. Und anderswo hat man, nachdem der letzte das Licht an- und dann wieder ausgemacht hat, schnell die Anlagen abgebaut. In Leverkusen erinnert nichts mehr an die Produktion der insolventen Agfa Photo. Da bildet Wolfen ein einmaliges Schaufenster ins Dunkle.

Die Keimzelle

Wer das Industrie- und Filmmuseum Wolfen besucht, sollte sich etwas Zeit nehmen. Die stehengelassenen Anlagen bilden zwar nur einen Bruchteil des einstigen Industriegeländes, doch die zu besichtigende Maschine ist eine ganz besondere: 1936 wurde auf ihr der erste praxistaugliche Mehrschichtenfarbfilm der Geschichte gegossen. Im gleichen Jahr kam auch der Kodachrome Farbdiafilm in den USA auf den Markt, doch der blieb ein eher singuläres Verfahren. Die Keimzelle für die noch heute genutzten Farbfilmprozesse liegt in Wolfen – auch weil die Agfa-Chemiker nach der Kapitulation Deutschlands ihr Verfahren den Amerikanern offenlegen mussten und die Sowjetunion als Reparation den Aufbau eigener Produktionsanlagen in der UdSSR verlangte.

Mit Führung

Agfa Ost und Agfa West – Namensrechte können kompliziert sein.
Quelle: Kesberger
Die Urgießmaschine des Farbfilms – wenn das kein Weltkulturerbe ist! Aber damit ist die Gegend dank Gartenreich Dessau-Wörlitz und dem Bauhaus in Dessau nebst den diversen Luther-Städten ja schon reichlich gesegnet. Dienstag bis Sonntag gibt es die Führungen um 10:00, um 12:00 und um 14.00 Uhr. Ohne die bleibt der Lichtschalter aus. Führungslos ist nur die sehenswerte Ausstellung über die Industriegeschichte der Region und die jeweilige Sonderausstellung zu sehen. Eine Kamerasammlung hat man in den Räumen ebenfalls aufgebaut, aber die gibt es ja auch anderswo zu sehen.

Die Geschichte

Warum eigentlich Wolfen? Kurz vor dem ersten Weltkrieg fehlten Agfa in Berlin die Möglichkeiten, ihre Anlagen in Treptow zu erweitern. In der Nähe von Dessau war mehr Platz. Und die Braunkohlevorkommen in der Region sollten langfristig dafür sorgen, dass der Energiehunger der nach und nach angesiedelten chemischen Industrie – wenn auch wenig effizient und mit dramatischen Umweltfolgen – gestillt werden konnte. Noch vor Kriegsende verlagerte man die Patente in kapitalistischer Voraussicht in ein zum Konzern gehörendes Fotopapierwerk nach Leverkusen. Die meisten Mitarbeiter folgten und für lange Jahre gab es Agfa Ost und Agfa West, ehe die DDR-Regierung beschloss, ihre Produkte hätten auch unter eigenem Namen (Original Wolfen – ORWO) Weltniveau, was dann durch die bremsende Funktion des Hauptabnehmerlandes UdSSR immer weniger der Fall war. Nach der Wende sorgten die Konkurrenz und die Treuhand erst dafür, dass in Ostdeutschlands nur noch Kunden und keine Produktionsstätten übrig blieben, ehe im Zuge und unter dem Deckmäntelchen der Digitalisierung sich auch die deutschen Standorte der Film und Fotopapierproduktion von Agfa zu Lasten der Mitarbeiter und ihrer Pensionsansprüche abgewickelt wurden.

 

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