Recyclingpapier=umweltfreundlich?

11.01.2007 09:00:00
Lieber Recyling- oder Frischfaserpapier nutzen? - Eine gemeinsame Erklärung von FSC und Blauer Engel bietet nun Orientierung im Dschungel der Öko-Siegel ...

******Die Deutschen verbrauchen jährlich mehr Papier als alle Völker des afrikanischen und lateinamerikanischen** Kontinents zusammen. Der größten Teil davon wird hierzulande für Werbezwecke verwendet. Doch nicht nur die Werbebranche sollte darüber nachdenken, wie viel und vor allem welche Papiersorten man für seine Drucksachen nutzt. Ist Recycling- oder Frischpapier besser? Und welchem Öko-Siegel kann man tatsächlich vertrauen? FSC und der Blaue Engel haben sich nun einander angenähert und eine gemeinsame Erklärung verfasst, die eine grundlegende Orientierung im Dschungel der Öko-Siegel liefert.

Der Blaue Engel

Das in Deutschland bekannteste Umweltzeichen ist seit rund 30 Jahren Der Blaue Engel. Das runde Siegel prangt schon lange auf allerhand Produkten wie Drucker-, Toiletten- und Küchenpapier – solange sie vollständig aus recycelten Papierfasern aus kontrollierten Quellen bestehen. Eine Jury wacht zudem darüber, ob die weiteren Richtlinien des Blauen Engel bei den Produkten eingehalten wurde. Diese Richtlinien besagen, dass zum Beispiel kein Chlor sowie andere aufhellende, aber umweltschädliche Chemikalien zum Einsatz kommen und dass seit Anfang 2006 verbindliche Emissionsgrenzen bei der Papierherstellung eingehalten werden. Erstellt wurden die Richtlinien von einer Kommission, an der nicht nur Wirtschaftsverbände und Kommunen sondern neben Wissenschaftlern und Gewerkschaften auch die Kirchen beteiligt sind.

FSC

Im Gegensatz zum Blauen Engel setzt sich das internationale Forest Stewardship Council (FSC) hauptsächlich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und Unversehrtheit der bewirtschafteten Wälder ein. Auch der Schutz von Arbeitnehmerrechten steht auf dem Programm, sowie ein fairer Handel. Damit wird allein durch den Einsatz eines FSC-zertifizierten Papiers, wie es auch bei LASERLINE erhältlich ist, ein großer Dienst an der Umwelt getan. Allerdings achtet das FSC-Kommittee bei der Zertifizierung nicht auf die verwendeten Chemikalien und den Energieverbrauch bei der Herstellung - einheitliche Grenzwerte enthält deshalb das FSC-Label bislang nicht, ebenso gibt es noch keine Richtlinien für Gebrauchseigenschaften. Dennoch wird das FSC-Siegel seit 2004 auch auf Papieren aus 100 Prozent Recyclingmaterial angewendet - wobei hier nur die Wiederverwendung von FSC-zertifizierten Fasern berücksichtigt wird, nicht jedoch die Gesamtbelastung der Umwelt im Produktionsverfahren.

Welchem Siegel soll man trauen?

Welchem Gütezeichen aber kann der Verbraucher trauen, welches sollte er zur Orientierung bei der Papierauswahl nutzen? In einer gemeinsamen öffentlichen Erklärung stellten im Dezember 2006 das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, die Initiative "Pro Recyclingpapier", die FSC-Arbeitsgruppe Deutschland und die Jury Umweltzeichen fest, dass das Umweltzeichen "Blauer Engel" für Recyclingpapier die Erfüllung höchster ökologischer Standards fordert und damit in Deutschland für Verbraucher und Einkäufer die eindeutig umweltfreundlichste Wahl bei Papier ist. Demgegenüber ist FSC als Siegel in anderen Ländern ohne Recyclingpapier-Sensibilisierung zu empfehlen. Um die Standards der beiden Siegel allerdings aneinander anzugleichen "setzt sich die deutsche FSC Arbeitsgruppe dafür ein, dass Umweltanforderungen im Produktionsprozess auch in die weltweiten Regelungen des FSC aufgenommen werden. Maßstab für diese wichtige Pionierarbeit sollen die Standards des Blauen Engel sein." Zudem sollten, wenn Frischfaseranteile in der Papierherstellung notwendig werden, diese aus nachhaltiger Forstwirtschaft - wie vom FSC gefordert - stammen.

Der direkte Vergleich: Studie des Bundesumweltamts

Egal aber, welchem Siegel man als Verbraucher vertraut, noch immer gibt es eine rege Diskussion, ob Umweltpapier universell einsetzbar und vor allem ökologisch tatsächlich sinnvoll sind. Bereits im Jahr 2000 gab deshalb das Umweltbundesamt eine Studie hierzu in Auftrag. Diese kam zu folgendem Schluss: "In Büros und Verwaltungen sollte für den Bürobedarf und zum Schreiben, Drucken, Kopieren und Faxen Papier genutzt werden, das zu 100 Prozent aus Altpapier besteht." Durch empirische Untersuchung belegten die Experten des Bundes, dass die Nutzung von Altpapier zur Herstellung grafischer Papiere umweltverträglicher ist als das Verbrennen oder Lagern von Altpapier. Denn im Vergleich zum Frischfaserpapier aus neu gefällten Bäumen verbraucht die Recyclingpapier-Herstellung im Schnitt nicht einmal die Hälfte an Energie, auch der Wasserverbrauch liegt mit etwa 20 Prozent erheblich niedriger.

Knappes Gut: Altpapier

Dafür jedoch hat sich der Preis für den Rohstoff "Altpapier" in den letzten Jahren erheblich nach oben entwickelt, da Altpapier durch den vermehrten Einsatz von Recycling-Papieren zunehmend zum knappen Gut wird. Immerhin werden beispielsweise bei Kartons und Zeitungspapieren die Rohstoffe zu 80 und 100 Prozent dem Recycling-Zyklus entnommen. Gerade aber bei Verpackungen ist der Reinigungsprozess mit wenig Aufwand verbunden, so dass dies ein besonders umweltfreundliches Einsatzgebiet für Altpapier ist. Grafische Papiere hingegen müssen wesentlich aufwändiger gereinigt und mit einem hohen Anteil von Frischfasern versetzt werden. Hier ist deshalb mitunter die Nutzung von FSC-Papieren geeigneter, will man der Umwelt zugleich etwas Gutes tun. Dieses Thema aber wird immer noch kontrovers diskutiert, weshalb LASERLINE im Zuge seiner Kooperation mit dem NABU die Frage "FSC Frischfaser- oder Recycling-Papier" weiter verfolgen und die Einzelheiten für Sie recherchieren wird.

Initiative Pro Recyclingpapier

Fest steht jedoch, dass Altpapier nicht endlos verfügbar und eine umweltfreundliche Frischfaser-Alternative daher umso wichtiger ist. Zudem gäbe es ohne neues Papier auch den Recycling-Grundstoff nicht. Deshalb ist die Nutzung von Frischfaser-Papier ebenso wichtig, will man weiterhin Recycling-Papiere erhalten. Dies allerdings natürlich in Maßen und, wie in der Erklärung vom Dezember 2006 gefordert, aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass durch den Einsatz von Recyclingpapier auch weiterhin die Umwelt geschont wird. Inzwischen wurden zudem im Bereich der Recycling-Papiere erhebliche Qualitätsfortschritte erzielt: Dank neuer Entfärbungs- und Reinigungs-Prozesse unterscheidet sich wiederverwendetes Papier im Weißegrad heute nur noch marginal von der Frischfaser-Alternative. Kein Wunder also, dass inzwischen etwa 20 Unternehmen die Initiative Pro Recyclingpapier aktiv mittragen und sich für wiederaufbereitetes Papier einsetzen - darunter Branchengrößen wie Konica Minolta, Sony und die Deutsche Post. Selbst Karstadt, die Lufthansa und die Telekom sind mit dabei. Auch Xerox ist seit 2002 Mitglied und stellte in einer hauseigenen Studie fest, dass sich beim Einsatz von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel im Vergleich zu Frischfaserpapier keine Unterschiede in Bezug auf die Nutzung im Alltag ergeben.

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