Räumlichkeit durch Farbe

19.10.2006 09:00:00
Durch den bewussten Einsatz von Farbe lässt sich Räumlichkeit erzielen, die vom Betrachter unbewusst wahrgenommen wird - was Sie berücksichtigen sollten ...

Kandinsky sagte einmal: "Durch Farbe allein kann man keine Dinge machen." Er meinte, dass Farben nie für sich stehen, sondern durch ihren Auftrag auf den Untergrund zu Formen werden, die wie die Farbe Assoziationen in uns hervorrufen. Doch Farbe kann auch zur Gestaltung einer Perspektive verwendet werden. Denn durch die Natur haben wir gelernt: Kühle Farben sind entfernt, warme Farben sind nah. Das Wissen darüber kann sich ein Gestalter zu Nutze machen und allein über die verwendeten Farben Räumlichkeit entstehen lassen. Bewusst unbewusst sozusagen.

Erfahrung beim räumlichen Sehen

Wir sehen alles räumlich, selbst wenn es zweidimensional ist. Das ist allein durch unsere physiologischen Gegebenheiten nicht anders möglich, ****denn die Eindrücke unserer beiden Augen werden im Gehirn immer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt. Aber auch die Erfahrung spielt eine wichtige Rolle beim Sehen. So wissen wir beispielsweise, dass Objekte, die uns näher sind Objekte in weiterer Entfernung verdecken können (= Staffelperspektive). Auch sehen wir wichtige Elemente größer als unwichtige (= Bedeutungsperspektive). Zudem messen wir Entfernungen durch die wahrgenommene Größe: Je weiter nämlich etwas vom Betrachter entfernt ist, um so kleiner wird es von uns wahrgenommen (Größenperspektive). Und natürlich spielen auch die Farben eine Rolle. Denn weit entfernte Gegenstände sind immer etwas blauer und blasser, als nahe gelegene (= Luftperspektive).

Die Farbperspektive

Deshalb kann man sowohl über die Größe von Formen als auch über deren Farben eine Räumlichkeit entstehen lassen. ****Dabei wirken bläuliche, kalte Farben immer entfernter als rötliche Töne. Auch die Intensität spielt eine Rolle, denn wir wissen aus Erfahrung (Luftperspektive), dass blasse, pastellige Farben weiter weg sind als klare, intensive mit geringem Schwarz- und Grauanteil. Zudem werden klar abgegrenzte Flächen näher empfunden, als diffuse Flächen. Neben der Erfahrung spielt dabei aber auch die Physiologie unseres Auges eine wichtige Rolle. Denn die diversen von uns wahrnehmbaren Farben werden von unserem Auge auch in unterschiedlichen Winkeln gebrochen. Blaue Gegenstände werden deshalb rein physikalisch im Auge weiter hinten abgebildet als rote. Sind deshalb auf einem Bild zwei Formen in rot und blau abgebildet, stellt das menschliche Auge auf den roten Gegenstand scharf und vergrößert ihn sogar zum Teil. Die blaue Form hingegen "verflacht" und wird von uns als "im Hintergrund stehend" wahrgenommen. Dieses Phänomen, das teils psychologisch, teils durch unsere Physiologie gegeben ist, nennt man Farbperspektive.

Farbperspektive bei Schwarz-Weiß-Zeichnungen

Diese Regeln des Sehens lassen sich aber genauso auf eine Bleistiftzeichnung oder s/w-Fotografien umlegen. Dabei wirken dunkle, kontrastreiche Flächen deutlich näher als hellere. Auch hier nehmen wir klar abgegrenzte Flächen mit einem deutlichen wahrnehmbaren, dicken Strich näher wahr, als diffuse, nur angedeutete Flächen, die durch einen dünnen Strich gezeichnet wurden. Allerdings wirken helle Flächen auf dunklen platziert wiederum weiter vorne liegend, da das Gehirn hierin eine Reflexion interpretiert.

Fazit

Die Farbperspektive ist neben vielen weiteren Persektivarten ein wichtiges Gestaltungselement, um ein zweidimensionales Bild räumlich wirken zu lassen. Grundsätzlich gilt dabei: * Warme Farben wirken näher als kalte. Rot- und Gelbtöne sind also näher als bläuliche und blasse. * Intensive Farben wirken näher als blasse Pastelltöne. * Scharfe Flächen mit klaren Abgrenzungen sind näher als diffuse, durchbrochene, schwammige und ineinander übergehende Flächen.

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