Publishing-Datenformate

04.01.2007 09:00:00
Zu den wichtigsten Datenformaten im Print und Publishing gehören TIFF, JPEG, EPS, PS und PDF - Einsatzgebiete, Möglichkeiten und Unterschiede ...

Wenn eine Datei an Drucker, Kollegen oder Auftraggeber weitergegeben wird, ist das richtige Format ausschlaggebend. Zu den wichtigsten Datenformaten im Print und Publishing gehören TIFF, JPEG, EPS, PS und PDF. Doch worin liegen die Unterschiede der Formate? Welches speichert Farb- und Auflösungsinformationen besonders gut, mit welchem ist eine möglichst verlustfreie und plattformunabhängige Weitergabe der Daten möglich? Welche Formate sind offen und können weiterbearbeitet werden, welche geschlossen und "unantastbar"?

TIFF (Tagged Image File Format)

TIFF wird oft als das Hauptformat für gerasterte Bilder genannt. Es wird von allen gängigen Grafik- und Präsentationsprogrammen plattformübergreifend unterstützt und arbeitet verlustfrei, auch wenn die Bilddaten optional komprimiert abgespeichert werden können. Die übliche LZW-Komprimierung ist verlustfrei, wohingegen JPEG-Komprimierung Qualitätsverluste nach sich ziehen kann. Durch die Unterstützung von Graustufen, Millionen Farben, RGB-, CMYK- und LAB-Farbräumen und die ICC-Profileinbettung eignet es sich uneingeschränkt für die Druckausgabe und Farbseparation.

JPEG (Joint Photographic Experts Group)

JPEG ist zugleich Datenformat und Komprimierungsverfahren, entwickelt von der Joint Photographic Experts Group. Es bietet eine Farbtiefe von bis zu 16,7 Mio Farben, weist aber zum Teil starke Qualitätsverluste, fehlende Transparenzen und Unschärfen bei harten Übergängen durch die Kompression auf. JPEG kann anhand einiger Parameter unterschiedlich konfiguriert werden. Je nach Einstellung erreicht der Benutzer so unterschiedliche Kompressionsraten. Alle gängigen Grafik- und Präsentationsprogramme unterstützen das Format. Es eignet sich vor allem für Fotografien, bei denen aber zugunsten einer geringen Dateigröße wesentliche Bildinformationen verloren gehen. Dennoch ist es bei diesen Bildarten gut für den Druck geeignet. Allerdings führt jedes erneute Öffnen und Speichern wiederum zur verlustbehafteten Kompression, weshalb JPEGs nur einmal vom Original aus abgespeichert werden sollten.

GIF (Graphics Interchange Format)

Eigentlich wurde GIF für gerasterte Bilder im Internet entwickelt, da es verlustbehaftet besonders stark komprimiert und eine geringe Farbtiefe (max. 256 Farben) aufweist. GIF unterstützt jedoch Transparenzen und Animationen und wird von allen gängigen Grafik- und Präsentationsprogrammen unterstützt. Für die Druckausgabe ist GIF auf Grund seiner Qualitätsverluste weniger geeignet.

PS (PostScript)

Hinter der sich im Druckbereich inzwischen als Standard etablierten Seitenbeschreibungssprache PostScript (Dateiendung .ps, seit 1984 von Adobe entwickelt) steckt eigentlich eine vollständige Programmiersprache, mit der ganze Druckseiten mit Hilfe von Vektoren beschrieben werden. Pixel-Grafiken werden gerastert und eingebettet. Dabei arbeitet PostScript verlustfrei und die Daten können in variabler Größe und unabhängig von der Erzeugerplattform exakt auf ein Ausgabegerät zugeschnitten abgespeichert werden. PostScript-fähige Drucker und Druckmaschinen besitzen einen Interpreter, das sogenannte RIP (siehe auch Artikel "Was ist ein RIP"), der die Programmiersprache dann wiederum in gedruckte Daten umwandelt. Inzwischen ist PostScript in verschiedenen Versionen vorhanden, wovon die aktuellste PostScript 3 ist. PostScript eignet sich noch immer hervorragend für den Austausch ein- bis vielseitiger Dokumente zwischen den Plattformen und zur Druckausgabe. Allerdings besitzt es keine Voransicht. Deshalb lässt sich vor der Weitergabe an den Druckdienstleister die PS-Datei nicht auf ihre Korrektheit überprüfen. PostScript lässt sich jedoch in eine PDF-Datei umwandeln bzw. kann als Filter vor einer PDF-Datei dienen, um korrekte Daten zu erzeugen. Mehr zur Umwandlung in ein PDF erfahren Sie im Artikel "Wie und warum PDF erstellen".

EPS (Encapsulated Postscript)

Ein EPS-Element ist Teil einer PostScript-Seite und eignet sich deshalb zur verlustfreien Weitergabe von Vektor- und Pixelelementen. Als geräteunabhängiges Format ist es auf unterschiedlichen Plattformen einsetzbar. EPS enthält eine reine PostScript-Definition für den Drucker und eine Vorschau, die entweder im TIFF- oder PICT-Format vorliegt. Ein Editieren dieser Vorschau ist nicht möglich. Zudem ist nicht immer eine Vorschau enthalten oder kann von der jeweiligen Anwendung ausgelesen werden. In diesem Fall sieht der Anwender nur einen Platzhalter. Dennoch eignet sich EPS bestens zur verlustfreien Weitergabe von Vektor- und Pixelelementen innerhalb unterschiedlicher Grafikprogramme und Plattformen.

PDF (Portable Document Format)

Inzwischen löst PDF, das Portable Document Format, PostScript zunehmend als plattformübergreifendes Austauschformat ab. PDF wurde ebenfalls von Adobe seit 1993 veröffentlicht und hielt mit der kostenfreien Weitergabe des Adobe Readers seinen Vorschub. Es baut jedoch auch heute noch auf PostScript auf, wenn auch mit einem eingeschränkten Befehlssatz. Der häufig zur Erstellung von PDFs verwendete Adobe Acrobat Distiller nimmt PostScript-Dateien als Ausgangsformat für PDF-Dateien. Viele Programme bieten aber einen Direkt-Export von PDF-Dateien an, so dass auf jeder Plattform ein PDF erstellt werden kann. Wie dies genau funktioniert, erfahren Sie auch in der LASERLINE-Broschüre "Read me First". PDF beinhaltet das vom Nutzer angelegte Layout in einer Auflösung, die vom eingestellten Drucker und den Voreinstellungen abhängig ist. PDF arbeitet deshalb verlustfrei und plattformunabhängig und ist hervorragend für den Austausch zwischen verschiedenen Plattformen geeignet.

JDF (Job Definition Format)

Das Job Definition Format (JDF) ist wie PDF ein offenes Dateiformat, das allerdings im Publishing-Alltag kaum zum Einsatz kommt, obwohl neuere Programme es inzwischen ebenfalls unterstützen. Mit JDF können sämtliche den Druckauftrag betreffende Informationen beschrieben werden, ob es sich um den Kostenvoranschlag, die Farbdefinition oder den Druckprozess handelt. JDF bietet neben den Druckdaten an sich, die plattformunabhängig übertragen werden können, eine Art Gerüst für alle technischen und administrativen Auftragsdaten. So können Aufträge während des Drucks noch nachkalkuliert werden und der Kunde weiß immer, in welchem Produktionsprozess sich sein Auftrag gerade befindet. Außerdem lässt sich auch im Nachhinein kontrollieren, wer was wann am Auftrag veränderte, da JDF jeden Auftragsschritt automatisch dokumentiert. JDF eignet sich deshalb zum direkten Datenaustausch auch mehrseitiger Dokumente und kann darüber hinaus der Druckmaschine mitteilen, welches Bogenformat und Papierstärke sie wählen soll und vieles mehr. Allerdings verstehen derzeit nur wenige in der grafischen Branche eingesetzten Anwendungen JDF bzw. können es umsetzen. Die Einführung bei Grafikprogrammen vollzieht sich auch nur sehr langsam. Bei LASERLINE wird als Druckvorstufen-Workflow-Software das Prinect Printready System von Heidelberg eingesetzt, das auf dem JDF-Standard basiert und dieses entsprechend auch verarbeiten kann.

Interessant im Zusammenhang mit den wichtigsten Datenformaten sind auch, welche Dateiendungen es ansonsten noch für diese und weitere Formate gibt. Lesen Sie dazu mehr im Artikel "Dateiendungen für Grafiker"!

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