Profi-Layoutprogramme

11.05.2006 09:00:00
Die gängigsten Programme zur professionellen Layouterstellung in der Übersicht - was unterscheidet InDesign, QuarkXPress und CorelDraw? ...

Viele Grafiker nutzen ein Programm, weil sie dessen Funktionalitäten vor längerem einmal zu bedienen lernten. Doch gerade Neueinsteiger stehen immer wieder vor dem Problem, welches der gängigsten Profi-Grafik-, Layout- und Bildbearbeitungsprogramme man nutzen sollte: Adobe InDesign, QuarkXPress, CorelDraw, Adobe Illustrator, Macromedia FreeHand und Photoshop stehen dabei hauptsächlich zur Wahl. Eine Übersicht soll helfen, die Programme in ihren Funktionen einzuordnen und zeigen, welche Anwendung sich für welches Einsatzgebiet besonders eignet.

Wozu eine Übersicht?

Als Neueinsteiger in den Bereich des Desktop Publishing ist es meist schwer, sich im Angebot an Computeranwendungen zurecht zu finden. Aber auch etablierte Grafiker, die seit Jahren bereits mit einem Programm arbeiten sind sich oft unsicher, ob eine andere Software vielleicht besser für sie geeignet sei. Denn die Umgewöhnung und Einarbeitung in eine andere Applikation ist zeitaufwändig - und Zeit ist auch und gerade in der Gestaltungsbranche oftmals Geld. Dabei könnte man durch einen Wechsel vielleicht sogar ein bisschen mehr Zeit sparen? Aber amortisiert sich dabei auch die für die Einarbeitung notwendige Zeit? Ein Überblick über die gängigsten Profi-Grafik-, Layout- und Bildbearbeitungsprogramme soll bei der Entscheidungsfindung helfen und zeigen, wie unterschiedlich die Anwendungen sind.

Drei unterschiedliche Kategorien

Doch zunächst einmal muss festgehalten werden, dass nicht alle bekannten Grafikprogramme auch für das selbe Einsatzgebiet konzipiert wurden. Hier ist zwischen drei Hauptkategorien zu unterscheiden: Bildverarbeitung, Konstruktion und freies Zeichnen sowie Seitenlayoutprogramme. Während in der Bildverarbeitung hauptsächlich pixelorientiert digitale Fotografien retuschiert und montiert werden, arbeiten die Zeichenprogramme vektor- und objektorientiert. Und in den Seitenlayoutprogrammen wird das Layout einer Seite oder einer ganzen Broschüre/Buches durch die Anordnung von Objekten auf Seiten gestaltet. Diese Programme beherrschen zudem den Textsatz inklusive Kopf-, Fußnoten und anderen speziellen Anwendungen von Texten und sie können Bilder etc. frei integrieren.

Grafikprogrammeinteilung

Die auf dem Markt erhältlichen Softwareprogramme lassen sich daher wie folgt kategorisieren (angegeben sind nur die am häufigsten in der Branche eingesetzten Anwendungen):

Bildverarbeitung

Freies Zeichnen

Layoutprogramme

Fotoretusche, -montage

Zeichnen von Vektorgrafiken

Layout einer Seite, Textsatz

pixelorientiert

vektor- und objektorientiert

Anordnung von verschiedenen Elementen und Objekten

Adobe Photoshop als derzeitiger Marktführer (eher selten im professionellen Bereich: Corel Photo Paint)

Adobe Illustrator, Macromedia Freehand (jetzt Adobe), Corel Draw (auch Layoutprogramm)

Adobe InDesign, QuarkXPress, Corel Draw (auch Zeichenprogramm)

Für den professionellen Einsatz von Layoutprogrammen stehen vor allem Adobe InDesign, QuarkXPress und teilweise auch CorelDraw zur Verfügung. Macromedia FreeHand und Adobe Illustrator hingegen gehören zu den Vektorprogrammen und Photoshop ist ein reines Bildbearbeitungsprogramm. Sie sollen in der kommenden Woche näher beleuchtet werden. Adobe InDesign, QuarkXPress und CorelDraw aber sind für den Seitensatz die in der Grafikbranche sicherlich am meisten genutzten Anwendungen. Aus diesem Grund wollen wir auf ihre Funktionalität und Einsatzgebiete ein wenig genauer eingehen:

Layoutprogramme: 1) Adobe InDesign

Adobes InDesign (derzeit in Version CS2 erhältlich) ist Teil der Creative Suite von Adobe, in deren Gesamtpaket auch das Vektorprogramm Illustrator und die Bildverarbeitung Photoshop enthalten sind. Hierdurch ist die Benutzeroberfläche genau wie in Adobe Photoshop und Illustrator strukturiert und ein Wechsel fällt nicht besonders schwer. Die Programme sind zudem untereinander verbunden, so dass ein in Photoshop bearbeitetes Bild leicht in InDesign integrieren werden kann. InDesign war die erste Layout-Anwendung mit editierbaren Schlagschatten, weichen Kanten und Transparenzeffekten. Außerdem unterstützte es als erste Software den Import von formatierten Tabellen aus Microsoft Word und Excel, die Nutzung von OpenType-Schriften und die Automatisierung von hängender Interpunktion, Kerning und absatzbasiertem Textsatz. Heute eröffnet InDesign CS2 Grafikern und Layoutern dank der integrierten Unterstützung für Snippets, verankerten Objekten, mehreren Grundlinienrastern u. v. m. neue kreative Möglichkeiten. Für eine schnelle Bearbeitung der gesetzten Seiten lassen sich in InDesign nahezu alle Bearbeitungsschritte widerrufen und nach dem Start der Anwendung kann man einfach auf das zuletzt geöffnete Dokument zugreifen. InDesign basiert zudem seit jeher auf offenen und De-facto-Standards wie XML, XMP, Unicode, PostScript®, PDF/X, JDF und SVG und unterstützt all diese Formate problemlos und vollständig. Besonders beeindruckend, für manche aber auch ein wenig erschreckend ist daher die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Programms, von dem sich durch alle Adobe-Programme ziehenden optimalen Farbmanagement bis hin zur Unterstützung von Transparenzen etc. und natürlich Adobes Eigenentwicklung PDF. Mehr über die Funktionalität von InDesign erfahren Sie auf der Adobe-Homepage.

InDesign CS2

Seitenlayout:

***|**

Grafik:

(***|* über Illustrator)

ColorManagement:

***|**

Druckausgabe:

***|** 

Preis/Leistung:

***|**

Preis ca. 1.200 EUR (zzgl. MwSt.),
gesamte Creative Suite2 ab 1.700 EUR (zzgl. MwSt.)

Layoutprogramme: 2) QuarkXPress

Schärfster Konkurrent zu Adobe InDesign ist das Seitenlayoutprogramm QuarkXPress, das es ab 31. Mai 2006 in Version 7 geben wird. Bis jetzt galt QuarkXPress eher als weniger umfangreich und komfortabel als InDesign, da es beispielsweise kein so ausgereiftes Farbmanagement beinhaltete und OpenType nicht vollständig unterstützte. Mit der neuen Version aber will Quark den Abstand zu InDesign verringern und zieht gleich auf. Version 7 beinhaltet nicht nur eine Vielzahl an neuen Funktionen, wie Transparenz, Composition Zones und optimierte PDF-Erzeugung, es läuft auch - im Gegensatz zu InDesign - nativ auf den neuen Intel-Macs und zeigt hierdurch auf diesen Maschinen gegenüber dem Konkurrenten einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs. QuarkXPress 7 überzeugt aber auch in seiner Funktionalität: Neben den Transparenzen mit beispielsweise Alphakanalmasken in TIFF und PSD unterstützt es auch Raster-EPS und bietet eine verbesserte Maskenbearbeitung. Die sogenannten Composition Zones sind ein besonderes Layout-Feature, mit dem man einmal gestaltete Dokumente dank Live-Aktualisierung überall verwenden kann. Beim Farbmanagement wird das Monitorprofil automatisch erkannt und damit der Soft-Proof erleichtert. Und im Bereich Typografie wird nicht nur OpenType voll unterstützt, die neue Glyphenpalette und ein Menü zum Einsetzen von Sonderzeichen erleichtert das Arbeiten. Schneller geht die Arbeit mit Version 7 auch dank einer optimierten Benutzeroberfläche, die sich dem Neuling bei der Einarbeitung relativ intuitiv erschließt und der verbesserten Tabellenfunktion. Interessant für Projektarbeiter aber wird es bei den neuen Quark Job Jackets, die Dokumente bei mehreren Anwendern untereinander - unterstützt vom JDF-Format - synchronisieren. Mehr über die neuen Funktionen von QuarkXpress 7 erfahren Sie auf der Quark-Homepage, wo Sie auch eine kostenlose Betaversion der Software erhalten.

QuarkXPress 6.5 (7)

Seitenlayout:

***|** (***|**)

Grafik:

** (***|)

ColorManagement:

  • (***|*)

Druckausgabe:

***|** (***|**)

Preis/Leistung:

**|* (**|*)

Preis ca. 1.600 EUR (zzgl. MwSt.)

Layout- und Vektorprogramm: CorelDraw

CorelDraw (aktuelle Version Graphics Suite X3) ist das Chamäleon unter den DTP-Programmen - vielleicht ziert deshalb das kleine Reptil die Coverabbildung der Programmverpackung. Denn mit der CorelDraw Graphics Suite lassen sich ganz unterschiedliche Arbeiten - von der Logogestaltung bis hin zur mehrseitigen Broschüre und ansprechenden Illustrationen - verwirklichen. Allerdings funktioniert dies nur unter Windows, da Corel die Unterstützung der Mac-Hardware seit Version 12 nicht mehr anbietet. Auf Grund seiner Vielzahl an Funktionen - Bildbearbeitung mit PhotoPaint, Vektorisierung mit Corel PowerTRACE und Layout sowie Illustrationen mit CorelDraw - kann es ein mächtiges Werkzeug sein, bietet aber im Layoutbereich längst nicht alle Funktionen, die man beispielsweise bei InDesign oder QuarkXPress zur Verfügung stehen hat. Die Folge ist, dass man als Grafiker nicht sein gesamtes Repertoire ausschöpfen kann und oft nur über Umwege zu den gleichen Ergebnissen gelangt, wie mit den Konkurrenzprodukten in wesentlich kürzerer Zeit. Allerdings ist die Graphics Suite von Corel hierbei auch äusserst günstig (ca. 500 EUR), so dass es für manchen wieder interessant werden könnte. Mit der neuen Version X3 hat das Programm außerdem enorm zugelegt: Corel PowerTRACE bietet die Bitmap-Vektorisierung, Photo-Paint hält eine erweiterte Palette von Bildbearbeitungswerkzeugen parat und auch Illustration und Seitenlayout erhielten neue Funktionen, welche die Arbeit mit der GraphicsSuite erleichtern. Dennoch stoßen gerade Profis mit höheren Ansprüchen an ein Layoutprogramm oft und schnell an die Grenzen von CorelDraw und wenden sich vor allem beim Gestalten mehrseitiger Broschüren und Bücher wieder den anderen Layoutprogrammen zu. Interessant aber ist Corel sicherlich wegen seines äusserst günstigen Preis-Leistungsverhältnis und der komfortablen Erstellung von Illustrationen. Mehr zu den Funktionen der CorelDraw Graphics Suite X3 erfahren Sie auf der Corel-Website.

CorelDraw Graphics Suite X3

Seitenlayout:

***|

Grafik:

***|*

ColorManagement:

**

Druckausgabe:

***|

Preis/Leistung:

***|**

Preis ca. 530 EUR (zzgl. MwSt.)

Vorschau: Vektor- und Bildbearbeitungsprgramme

In der kommenden Woche komplettieren wir die Übersicht mit der Vorstellung von Adobes Photsohop, Illustrator und Macromedia FreeHand, bei dem natürlich das Problem besteht, das durch den Aufkauf von Macromedia durch Adobe die Anwendung wahrscheinlich bald nicht mehr weiterentwickelt wird. Mehr dazu erfahren Sie in der kommenden Woche bei LASERLINE!

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!