Plan und Wirklichkeit

29.11.2012 09:00:00
Um Fotografien zu kaschieren, gibt es viele Methoden.

Von Anbeginn der Fotografie kämpften die Lichtbildkünstler damit, Ihre Werke nach der Verarbeitung plan zu kriegen. Das ist zwar ohne die Nassverarbeitung der analogen Fotografie leichter geworden, aber egal ob gedruckt oder vergrößert, noch immer hat man beim Aufziehen die Chance über kurz oder lang das Bild zu zerstören. Wie man die nicht nutzt, zeigen wir hier.

Heiß und kalt

Quelle: Kesberger

Wenn es darum geht, Fotografien aufzuziehen, ganz gleich ob Schwarzweiß oder Farbe, analog oder digital, haben Aufziehfolien die größte Verbreitung. Mit großer Sorgfalt lassen sich manche Folien auch von Hand verarbeiten, aber sicherer und blasenfreier geht es mit einer Maschine. Einige wenige Hersteller bieten auch Materialien an, deren Langzeitwirkungen getestet sind, aber das ist eine löbliche Ausnahme, während die meisten Produzenten sich schon mit wenigen Jahren zufrieden geben oder Haltbarkeitstests erst gar nicht vornehmen. Für den Messebau sind solche (Nicht-)Werte ausreichend, für den Kunstmarkt aber nicht. Entsprechend kann man die Verwendung von PVC beurteilen, denn auf lange Sicht stellen Weichmacher eine große Gefahr für Fotografien dar. Neben den kalt verarbeiteten Filmen gibt es auch Heißaufziehfolien. Gerade digitale Prints sollten dabei jedoch mit möglichst niedrigen Temperaturen verarbeitet werden. Dafür sind manche Techniken bei erneuter Wärmezufuhr reversibel.

Tief und klar

Quelle: Kesberger

Bildpräsentationen sind immer auch an Moden gebunden. Getragen von der Becher-Schule und dem Boom auf dem Kunstmarkt ist seit zwei Jahrzehnten das Diasec-Verfahren mit seinen ähnlich benannten Ablegern bei vielen Fotografen besonders beliebt. Hierbei wird mittels einer bestimmten Silikonart eine Fotografie von hinten auf ein Acrylglas montiert. Im Gegensatz zu den anderen hier besprochenen Verfahren, kommt dabei die Bildseite mit dem Klebematerial in Kontakt. Was ihr leider nicht immer gut tut. Mittlerweile gibt es Untersuchungen, die eine beschleunigte Alterung bei Diasec & Co. nachweisen. Allerdings ignorieren das manche Künstler angesichts der Begeisterung über die glatte Oberfläche und die Tiefenwirkung beim Blick durch das Glas. Mit Ausnahme der vereinzelt aufkommenden Museumsglas-Sandwich-Konstruktionen ist bei der klassischen Plexi-Variante zudem die Oberfläche sehr kratzempfindlich.

Nass und analog

Quelle: Kesberger

Das Aufziehen ist keineswegs eine Erfindung der fotografischen Neuzeit. Seit es die Fotografie auf Papier gibt, gibt es auch Klebematerialien für Fotografien. Schon im 19. Jahrhundert kamen Weizen- und Reisstärke zum Einsatz und diese Kleber finden auch heute noch Verwendung, denn sie haben einen großen Vorteil: Sie sind reversibel, wenn man die aufgezogenen Fotos wieder nass macht. Das feuchte Kaschier-Milieu benötigt eine Kartonrückseite und hat sich daher v.a. bei einer analogen Technik bewährt: Wenn man analoge Barytfotografien mit Reisstärke nass auf Aluminiumplatten aufzieht, hat man gleich drei Vorteile auf einmal: der Abzug wird schön glatt, die Einrolltendenz des Baryts ist dauerhaft gebändigt und trotzdem lässt es sich bei Bedarf auch rückgängig machen. Der Nachteil besteht darin, dass das Verfahren so aufwändig ist, dass es nur von einigen wenigen Spezialwerkstätten angeboten wird (z.B. Bilderrahmen Landwehr, Fotografie Rohner und Petscheleit & Petscheleit).

Drunter und drüber

Quelle: Kesberger

Neben dem Bild und dem Montagematerial spielt natürlich der Untergrund eine ebenso wichtige Rolle. Karton ist haltbar, aber leider oft biegsamer als wir es gerne hätten. Viele Plattenmaterialien sind dagegen der Ausdünstung verdächtig. Reines Aluminium ist wiederum oft zu schwer. Es gibt allerdings auch ein Verfahren, das die Untergrundproblematik zurecht ignoriert. Mit dem Plattendruck und den dazugehörigen UV-gehärteten Tinten lässt sich weitgehend unabhängig mit hohen Haltbarkeitswerten arbeiten und mittels Zusatzfarbe Weiß und Druck von hinten sogar Acryl ästhetisch anspruchsvoll nutzen. Allerdings hält es von der Anwendung und letztlich der Bilddatei ab, ob der Künstler hierbei auf Auflösungs- und Tonwertvorteile des FineArt-Inkjet-Pigmentdrucks verzichten kann und dafür lieber die Plattenmaterialvielfalt des UV-Direktdrucks nutzt.

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