Pixel oder Punkte?

14.02.2007 09:00:00
Was differenziert die Einheit dpi von der Einheit lpi, worin liegen die Unterschiede zwischen einem Pixel und einem Punkt und was ist ein Raster? - Eine Begriffsklärung ...

"Mein Bild hat eine Auflösung von xyz Pixeln pro Zoll, das muss im Druck gut rauskommen!" Wer mit dem Brustton der Überzeugung derartiges ausspricht, sollte sich über die Unterschiede zwischen der Rasterung eines Bildes für den Druck und der Auflösung eines Bildes für die Darstellung am Monitor bewusst sein. Denn zwischen den unterschiedlichen Einheiten gibt es einige Abgrenzungen, die im Druck eine entscheidende Rolle spielen können. Was also differenziert einen Pixel von einem Punkt und wo liegen die Gemeinsamkeiten?

Was ist ein Pixel?

Der Pixel ist ein einzelner Punkt eines Bildes. Das aus "Picture" und "Element" zusammengesetzte Kunstwort "Pixel" bedeutet zu deutsch "Bildkörnchen" oder auch "Bildpunkt". Der Pixel ist deshalb die kleinste Einheit bei der Ausgabe eines Bildes auf dem Monitor oder dem Drucker. Jedoch ist der Pixel nicht identisch mit den auf einem Monitor angebrachten darstellbaren Punkten. Die Auflösung eines Bildes wird deshalb nicht von den (festen) Monitordarstellungswerten bestimmt, sondern von der Anzahl der darstellbaren Pixel in einem Bild pro Zoll oder Zentimeter.

Pixel/Zoll bei Bildschirmauflösung

Spricht man bei Bildschirmen von Pixeln oder Punkten pro Zoll (ppi = Pixel per Inch oder dpi = Dots per Inch) ist damit nicht die Auflösung des dargestellten Bildes auf dem Monitor gemeint, sondern die Anzahl der Pixel, die pro Zoll auf dem Bildschirm angezeigt werden können. Dies hängt natürlich von den baulichen Gegebenheiten des Monitors ab. Da allerdings Bildpixel zur Darstellung auf einem Bildschirm immer in Monitorpixel umgewandelt werden, zeigt der Monitor nur selten die tatsächliche letztendliche Größe eines Bildes wie im Druck an. Hierzu müsste der Bildschirm exakt die Auflösung des Druckbildes wiedergeben können. Die meisten Monitore aber arbeiten mit 72 oder 96 ppi, so dass ein 1 x 1 Zoll großes Bild mit einer Auflösung von 144 ppi auf einem 72 ppi-Bildschirm 2 x 2 Zoll zur Darstellung benötigt.

Pixelmaße bei Bildern

Arbeitet man mit Bildern am Computermonitor sind also weniger die auf dem Monitor ersichtlichen Größen als die tatsächlichen Pixelmaße ausschlaggebend. Sie bezeichnen die Anzahl der Pixel einer Bilddatei in der Höhe und Breite des Bildes. Ein Bild mit einer Auflösung von 100 ppi und einer Größe von 100 x 100 Pixeln entspricht daher genau einem Zoll Höhe und einem Zoll Breite (=2,54 cm). Diese Bemaßung von Bildern spielt vor allem bei Grafiken und Illustrationen für das Internet eine Rolle, da hier abhängig von den unterschiedlichen Monitorauflösungen eine einheitliche Bildgröße anvisiert wird.

Pixel/Zoll bei Bildern

Für die Ausgabe eines Bildes im Druck ist die Bemaßung anhand von Pixeln aber eher unpraktisch, denn ein gedruckter Bildpunkt entspricht nicht dem Punkt eines auf dem Monitor dargestellten Bildes. Die in Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungswerkzeug zu definierenden Auflösungen für eine Bilddatei bestimmt deshalb nicht nur, wie groß ein Bild später im Druck erscheinen soll, sondern auch über welchen Bereich des Papiers ein Pixel ausgegeben wird. Je mehr Pixel sich in einem Zoll "drängeln" um so höher wird dabei auch die Bildgenauigkeit in der Ausgabe. Denn in einem 1 x 1 Zoll großen Bild mit 72 ppi sind gerade einmal 5184 Pixel (72 Pixel x 72 Pixel = 5184) enthalten, wohingegen bei einer Auflösung derselben Fläche mit 300 ppi sich 90.000 Pixel die Fläche teilen müssen.

Ursache und Wirkung: Photoshops Bildgröße-Tool

Doch allein ein 72 ppi großes Bild auf 300 ppi zu vergrößern bringt nicht den gewünschten Erfolg im Druck, denn aus einem bisherigen 72 ppi-Bild kann man bei gleichbleibenden Pixelmaßen des Bildes die Darstellung nicht verbessern. Wird die Auflösung eines Bildes mit niedriger Auflösung erhöht, verteilen sich die bisherigen Pixeldaten nur über eine größere Anzahl an Pixeln. Das Werkzeug "Bildgröße" (im Menü "Bild" zu finden) in Photoshop zeigt das Ursache-Wirkungs-Prinzip hier sehr gut. Deaktivieren Sie den Punkt "Bild neu berechnen mit:" verändert sich durch die Änderung der Auflösung auch die Bildgröße - je größer die Auflösung desto kleiner das Bild. Soll die Ausgabegröße eines Bildes jedoch unverändert bleiben, muss man auch die Gesamtzahl der Pixel durch Aktivierung des Punktes "Bild neu berechnen mit:" modifizieren. Dies führt jedoch meist zu Vergröberungen in der Bildausgabe - die Bilder erscheinen durch große, grobe Pixel unscharf.

 

Dateigröße durch Bildauflösung

Zu hohe Auflösungen aber können zu großen Berechnungsaktionen auf Seiten eines Druckers führen und "blähen" die Größe der Dateien regelrecht auf. Denn die Dateigröße eines Bildes berechnet sich proportional zu dessen Pixelmaßen. Je mehr Pixel in einem Bild enthalten sind umso größer ist der benötigte Speicherplatz. Farbtiefe, Ebenen und Kanäle wirken sich zusätzlich auf die Dateigröße aus. Um hoch aufgelöste Bilder dennoch gut nutzen zu können wurden Komprimierungsverfahren wie GIF, JPEG oder PNG extra für Bilder entwickelt, welche unnötige Informationen eines Bildes abschneiden und damit deren Speicherplatz verringert.

Druckauflösung: dpi oder lpi?

Die Ausgabeauflösung wird bei Tintentstrahl- oder Laserdruckern ebenso wie die Bildschirmauflösung in Dots per Inch oder auch dpi angegeben. Gemeint sind damit die Anzahl der Farbpunkte, die der Drucker pro Zoll erzeugen kann. Viele derartige Drucker arbeiten inzwischen mit 1200 dpi. Um ein Bild auf einem Ausgabegerät auszugeben muss es jedoch zunächst gerastert werden. Darunter versteht man die Auflösung der Halbtonwerte eines Bildes in Punkte oder Linien. Mit anderen Worten die Informationen des digitalen Bildes werden in Rasterpunkte einer Druckplatte umgerechnet. Bei einem Offsetdruck geschieht dies mit allen vier Farbauszügen Cyan, Magenta, Yellow und K (Schwarz), deren Rasterung wiederum in einem fest definierten Winkel zueinander angelegt werden, so dass die vier Rasterpunkte unmittelbar neben- und übereinander angeordnet sind und damit aus einiger Entfernung den Farbeffekt für den Betrachter erzielen. Die Anzahl der Rasterpunkte pro Zoll wird dabei in Linien pro Zoll (lpi) angegeben. Je größer dieser Wert ist, desto feiner ist die Darstellung des gerasterten Bildes, da die Rasterpunkte vor dem Auge "unsichtbar" werden. Die Rasterweite wird je nach Druckmedium unterschiedlich definiert: Gute Bilddarstellungen nutzen meist eine Rasterweite von 130 bis 150 lpi, während Zeitungen nur 65 bis 80 lpi verwenden.

Zusammenhang Rasterweite und Bildauflösung

Welche Rolle aber spielt nun für die Rasterweite die Auflösung des Bildes im Computerprogramm und wie spiegelt sich diese im später gerasterten Bild wieder? Im Druck bestimmt erst das Verhältnis zwischen der Bildauflösung und der Rasterweite die Qualität eines Bildes. Als Fautsregel gilt, dass man für die optimale Ausgabequalität eines gerasterten Bildes eine Bildauflösung nutzt, die etwa 1,5- bis 2-Mal so groß wie die Rasterweite ist. Wollen Sie also eine Postkarte mit einem wunderschönen Bild hochglänzend drucken lassen, wird hierzu ein 150 lpi-Raster genutzt. Ihr Bild sollte deshalb eine Auflösung von mindestens 300 dpi besitzen. Manchmal lässt sich auch - abhängig von Bildmotiv und Ausgabegerät bzw. verwendetem Papier - eine niedrigere Bildauflösung nutzen. Auf der sicheren Seite aber befinden Sie sich, wenn Sie 300 dpi als Standard-Auflösung benutzen und bei der Umrechnung Ihrer gescannten oder per Digitallkamera aufgenommenen Bilder natürlich daran denken, dass Photoshop Ihrem Bild nichts hinzurechnen kann, was nicht da ist.

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