Piktogramme erstellen

01.02.2007 09:00:00
Geschriebene Bilder sind eine eigene Sprache, die sich einer visuellen Kurzform bedient - Grafiker sollten diese beherrschen, stellen Sie sich deshalb der Herausforderung ...

Für die Olympischen Spiele 1972 entwarf Otl Aicher für jede Sportart ein inzwischen international anerkanntes System von Zeichen: Die Piktogramme stellen ansonsten umständlich zu beschreibende Begriffe einfach dar und verstärken zugleich das Schriftliche. Bei der  Gestaltung braucht es zugleich handwerkliches und geistiges Können, um Botschaften verkürzt und doch verständlich darzustellen. Piktogramme zu erstellen ist deshalb eine echte Herausforderung und gehört zugleich zum wichtigen Basiskönnen für jeden Grafiker.

Ursprung der Piktogramme

Das Piktogramm als Zeichen für einen verkürzten Inhalt hat seinen Ursprung in der uns heute bekannten Schriftsprache mit ihren 26 Zeichen. Denn zur Zeit der Phönizier musste Handelsware schnell gezählt werden. Man verwendete deshalb Zeichen für die Ware und entwickelte ein System zur Zählung. Der Ochse (Aleph) wurde stilisiert als geschlossenes Dreieck mit zwei Punkten darin gezeichnet. Als sich die Schreibtechnik von gebrannten Tontafeln hin zu Pergament und Feder entwickelte, drehte sich der Kopf um - es entstand das heute bekannte A. Später bediente man sich dieser Technik auch für andere Kommunikationsinhalte. So erschuf der österreichische Sozialphilosoph und Ökonom Otto Neurath 1936 ein Visualisierungssystem, durch das man komplexe Zusammenhänge in Form von Piktogrammen wiedergeben konnte. Er nannte dieses System "Isotype". Mit Otl Aicher aber, der 1972 die Sportarten für die Plymoischen Spiele in stark reduzierte Bildzeichen, wurden die heute auf vielen Gebieten verwendeten Piktogramme ins Leben gerufen.

Bildsprache

Die Bildsprache ist hierbei eine ebenso wichtiges Mittel zum Zweck, wie die Schriftsprache. Während aber die lateinischen Schrift gerade einmal 26 Zeichen benötigt werden, um ihre Inhalte zu transportieren, benötigen die Japaner und Chinesen einen Wort- bzw. Bilderschatz von bis zu 8000 Zeichen. In dieser Kultur erhielt sich nämlich bis heute die Bilderschrift, die in vielen einfacheren Zeichen noch immer ersichtlich ist. Doch auch in unserer Kultur nahm in den vergangenen Jahrzehnten die Bildsprache wieder zu. Was in den 20 Jahren des letzten Jahrhunderts noch in langen Texten auf Schildern zu lesen war, das wird heute durch ein einfaches Symbol mit rotem Rahmen dargestellt.

Eindeutig zweideutig

Viele inzwischen international verständliche Bildzeichen sprechen dabei aber manchmal eine zweideutige Sprache, da sie ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben. So zeigt ein Totenkopf nicht eine Grabstelle an, sondern Gefahr in jeglicher Art. Ein Kreis mit schräg durchgezogener Linie bedeutet "nicht weiter", Das Wort "Stop" ist in Italien ebenso zu lesen, wie in Amerika. Und die Dame im Kleid wie der Herr in Hosen wird als Hinweis auf die geschlechtlich getrennten Toiletten auch in Ländern verstanden, in denen die Herren Röcke und die Damen Hosen tragen. Hinter dieser Zweideutigkeit, die jedem so eindeutig ist, steht die Wandlung des Piktogramms hin zum Ideogramm. Mit anderen Worten das einzelne Bildsymbol verliert seine eigentliche Bedeutung und wird zum Grundgedanken, zur Idee, die dahinter steht.

Piktogramme gestalten

Auch die vom Gestaltungsbeauftragten der Olympischen Sommerspiele 1972, Otl Aicher, erstellten Sportarten-Piktogramme sind inzwischen derart internationalisiert. Doch um aus einer Information eine vereinfachte grafische Darstellung zu formen, bedarf es viel Geschick. Wichtig ist dabei vor allem, die Syntax nicht zu vermischen. Eine symbolhafte Darstellung sollte deshalb in ihren Informationsgehalt so weit wie möglich reduziert und auf keinen Fall mit detaillierten technischen Darstellungen wieder verwässert werden. Der Grat zwischen Illustration und Piktogramm ist schmal.

Vom Bild zum Piktogramm

Klare Linien, vereinfachte Darstellungen, große Farbflächen und allgemein gültige Symbole sind daher für ein Piktogramm unerlässlich. Um vom Bild zum Piktogramm zu gelangen gilt es deshalb, vom komplexen zum abstrakten zu gehen, Linien zu begradigen, Ecken zu reduzieren und dennoch die Gestalt nicht unkenntlich zu machen. Auf diese Weise ist mit etwas handwerklichem und gestalterischem Geschick durch ein deutliches Symbol eine Botschaft zu vermitteln.

Schild oder Aufkleber?

Nicht nur die Erstellung eines Piktogramms selbst ist wichtig, sondern auch wie und wo es nach seiner Schaffung präsentiert wird. Schilder sind das häufigste Endergebnis eines Piktogramm-Schaffunsgprozesses. Daneben sind Aufkleber für Türen, Ordnerrücken oder als Warnung vor Gefahren wichtige Darstellungsform eines Piktogramms. Bei LASERLINE erhalten Sie hierfür spezielle Stanzformen, die Sie zur Produktion Ihrer Aufkleber für den Indoor-Bereich verwenden können. Ob oval, rund oder eckig, mit den LASERLINE-Aufklebern präsentieren Ihre Kunden ihre Piktogramme so, dass sie garantiert kleben bleiben.

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