Pantone und HKS

17.05.2018 09:00:00
Die Farbfächer von Pantone und HKS sind in der grafischen Industrie ein Standardhilfsmittel. Sie präsentieren verschiedene Farben übersichtlich und erleichtern den Kunden damit die Auswahl. Druckereien können damit die Druckfarben kontrollieren.

Farben sollten vorhersagbar und reproduzierbar sein. Gerade, wenn es um das Corporate Design von Unternehmen geht. Um das zu erreichen, gibt es Farbsysteme wie Pantone und HKS.

Ihre Farbfächer bestehen aus einem visuellen Muster und einer Nummer. Zudem gibt es für verschiedene Papiere eigene Fächer, um die unterschiedliche Wirkung von Oberflächen und Weißgraden mit einzubeziehen. Auf diese Weise lassen sich Sonderfarben auswählen und immer wieder exakt gleich drucken.

Grundsätzlich gilt, dass sich Sonderfarben vor allem für Schriften und Logos eignen, nicht aber, für Fotografien. Pantone und HKS verfolgen ähnliche Ziele und funktionieren nach dem gleichen Prinzip – dennoch gibt es Unterschiede.

Der Ursprung von Pantone

Nicht nur für die Druckindustrie interessant: Die Farben der Pantone-Palette.
Quelle: Yanns / Pixabay
Das Pantone-Farbsystem wurde 1963 von dem gleichnamigen amerikanischen Unternehmen entwickelt. Das ursprüngliche Ziel lautete, ein Farbangleichungssystem für Modedesigner zu entwickeln.

Das Pantone-System weist den Farben eine einheitliche Bezeichnung und eine einheitliche Beschreibung der Farbmischung in verschiedenen Farbräumen zu.

Die Firma Pantone hat damit ein Verfahren entwickelt, das die einheitliche Reproduktion von Farben fördert. Das Unternehmen hält die Rechte an der Benennung der Farben, nicht aber an den Farbmischungen selbst.

So funktioniert Pantone

Pantone nummeriert die einzelnen Farben durch und baut so auch die Farbfächer auf: Pantone 485 ist beispielsweise ein Rot-Ton.

Pantone-Fächer sind nicht nur auf Papier, sondern auch auf Kunststoff oder Textilien erhältlich. Deshalb beschränkt sich ihr Einsatz nicht auf die grafische Branche – auch Innenarchitekten und die Textilindustrie setzen Pantone-Farben ein.

Für den Papierdruck gibt es verschiedene Fächer für gestrichenes, ungestrichenes oder mattes Papier. Außerdem bietet das Unternehmen spezielle Farbfächer, beispielsweise für bestimmte Digitaldrucksysteme.

Die Pantone-Töne werden aus den 14 Pantone-Grundfarben plus Weiß und Schwarz angemischt. Farben die mit „2X“ markiert sind, können nur durch zweimaligen Druck erzielt werden.

Beispiele aus der Pantone-Palette

In der Grafik- und Druckindustrie ist das „Pantone Matching System“ weit verbreitet. Eines der bekanntesten Farbfächersets ist der „Formula Guide Coated & Uncoated“.

Dieser besteht aus zwei Fächern: einmal aus gestrichenem und einmal aus ungestrichenem Papier und präsentiert 1.867 Sonderfarben samt der jeweiligen Farbrezepturen.

Ebenfalls im Sortiment ist das Color Bridge Set für Grafikdesigner und Digitaldesigner. Die Pantone-Sonderfarben werden den CMYK-Prozessfarben, die ihnen am ähnlichsten sind, gegenübergestellt – auf gestrichenem und ungestrichenem Papier. Aufgeführt sind auch die entsprechenden CMYK-, Hex- und RGB-Werte.

Grundsätzliches zu HKS

Der HKS-Farbfächer präsentiert die Sonderfarben der HKS-Farbpalette.
Quelle: Daniel Ullrich / Threedots
Das Farbsystem HKS baut wie Pantone auf Farbfächer und eine Nummerierung der Farben auf.

Es wurde von den Druck- und Künstlerfarbenherstellern Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger sowie H. Schmincke erarbeitet – daher stammt der Name HKS.

Anders als Pantone ist das HKS-Farbsystem speziell auf die grafische Industrie zugeschnitten. Als Grundlage dienen neun Grundfarben sowie Schwarz und Weiß.

Die bekanntesten HKS-Produkte

HKS ist für klassische Farbfächer bekannt – zum Beispiel HKS K und HKS N. Die K-Variante steht für gestrichenes Papier, der N-Fächer für Naturpapier.

Die dort enthaltenen Farben basieren auf 88 Basisfarben, die es jeweils zusätzlich in 39 Nuancen gibt. Der Farbfächer HKS Ek zeigt, wie die knapp neunzig Basisfarben und zwei Metallicfarben auf Endlospapier wirken.

Aber auch mehr als klassisch geht: Mit dem Designer Package HKS 3000+ liefert HKS ein DTP-Paket und das passende „Colourbook“.

Pantone und HKS: Ähnlich, aber nicht gleich

Auch im Textil-, Produktdesign- und Architekturbereich wird gerne zu den Pantone-Farben gegriffen.
Quelle: Mrsarlgang / Pixabay
Pantone oder HKS? Meist ist das eine Frage der Unternehmensphilosophie. Aber nicht nur.

Wer nicht nur für die grafische Branche, sondern auch im Textil- oder Architekturbereich arbeitet, sollte zu Pantone greifen. Das Unternehmen bedient mehr Anwendungsgebiete, ist allerdings nicht speziell auf die Druckbranche abgestimmt.

HKS ist dagegen nur auf die grafische Industrie zugeschnitten und bietet deshalb eine breitere und genauere Auswahl an Bedruckstoffen. Preise als Entscheidungskriterium heranzuziehen, ist zuweilen etwas schwierig, weil die Sets der beiden Hersteller eben doch unterschiedlich sind.

Beispielsweise kostet der sehr umfangreiche „Formula Guide Coated & Uncoated“ von Pantone mit knapp 1.900 Farben 168 Euro. HKS verlangt für einen Basisfächer gut 20 Euro und für den Fächer HKS 3000+ K mit 3.520 Volltonfarben für gestrichenes Papier knapp 60 Euro.

Der Druck mit Sonderfarben ist generell teurer als der Vierfarbdruck (Euroskala). Zudem ist es möglich, sich beim CMYK-Druck an die Sonderfarbe anzunähern.

Wie diese Simulation aussieht, zeigt LASERLINE mit dem Color Kit HKS, die man beide hier downloaden kann.

 

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