Pantone und HKS

30.08.2011 09:00:00
Pantone und HKS sind Farbsysteme, die mit Farbfächern arbeiten. Anhand dieser Fächer können Kunden die gewünschten Sonderfarben auswählen. Die Farbfächer bilden anschließend auch die Grundlage für die Kontrolle des Drucks.

Vorhersagbare Wiederholbarkeit von Sonderfarben: Das ist ein Zweck von Farbsystemen. Anhand von speziellen Farbfächern mit Farbmuster und -bezeichnung ist es möglich, Sonderfarben auf unterschiedlichen Papieren auszuwählen, genau festzulegen und zu reproduzieren. Zu den bekanntesten Farbsystemen zählen Pantone und HKS. Sie verfolgen ähnliche Ziele und funktionieren nach dem gleichen Prinzip – dennoch gibt es einige Unterschiede. Grundsätzlich gilt, dass sich die Sonderfarben vor allem für Corporate Design und ILogos, aber nicht für den bildrealistischen Druck eignen.

Die Ursprünge von Pantone

Das Pantone-Farbsystem wurde 1963 entwickelt. Das ursprüngliche Ziel war, ein Farbangleichungssystem für Mode-Designer zu entwickeln. Das Pantone-System weist den Farben eine einheitliche Bezeichnung und eine einheitliche Beschreibung der Farbmischung in verschiedenen Farbräumen zu. Die Firma Pantone hat damit ein Verfahren entwickelt, das die einheitliche Reproduktion von Farben fördert. Das Unternehmen hält die Rechte an der Benennung der Farben, nicht aber an den Farbmischungen selbst.

Funktionsweise des Pantone-Farbsystems

Pantone nummeriert die einzelnen Farben durch: Pantone 485 ist beispielsweise ein Rot-Ton. Zur besseren Übersicht werden die Farben auf Farbfächer gedruckt. Anhand der Fächer können Kunden ihre Sonderfarben auswählen. So wird die Einheitlichkeit der Farbe gewährleistet. Pantone-Fächer sind nicht nur auf Papier, sondern auch auf Kunststoff oder Textilien erhältlich. Deshalb beschränkt sich der Einsatz des Farbsystems nicht nur auf die grafische Branche – auch Innenarchitekten und die Textilindustrie setzen gerne Pantone-Farben ein. Bei den Papieren werden verschiedene Fächer für gestrichenes, ungestrichenes oder mattes Papier unterschieden. Außerdem gibt es spezielle Farbfächer, beispielsweise für bestimmte Digitaldrucksysteme. Die Pantone-Töne werden aus den 14 Pantone-Grundfarben plus Weiß und Schwarz angemischt. Farben die mit "2X" markiert sind, können nur durch zweimaligen Druck erzielt werden.

Die bekanntesten Pantone-Produkte

Das wichtigste Produkt von Pantone ist das „Pantone Matching System“, das in der grafischen Industrie weit verbreitet ist. Das Set „Pantone Formula Guide“ aus drei Farbfächern auf gestrichenem, ungestrichenem oder mattem Papier enthält alle 1.114 Pantone-Sonderfarben. Es liefert außerdem die jeweilige Druckfarbenrezeptur. Ergänzend gibt es Ordner mit heraustrennbaren Farbmustern. Für den CMYK-Druck ist das „Pantone Process Color System“ erhältlich, das mehr als 3.000 Farben umfasst. Hierbei handelt es sich um einen digital erstellten Guide, in dem die Darstellung von Pantone-Farben im Vierfarbdruck beschrieben wird. Der „Pantone Solid to Process Guide“ stellt dagegen 1.089 Pantone-Sonderfarben ihren bestmöglichen CMYK-Entsprechnungen gegenüber.

Grundsätzliches zu HKS

Farbfächer von Pantone und HKS geben genauen Aufschluss über die Farbechtigkeit von Drucksachen.
Quelle: Pixelio.de
Das Farbsystem HKS baut wie Pantone auf Farbfächer und eine Nummerierung der Farben auf. Es wurde von den Druck- und Künstlerfarbenherstellern Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger sowie H. Schmincke erarbeitet – daher stammt der Name HKS. Anders als Pantone ist das HKS-Farbsystem speziell auf die grafische Industrie zugeschnitten. Als Grundlage dienen neun Grundfarben sowie Schwarz und Weiß.

Die bekanntesten HKS-Produkte

HKS ist vor allem für die „klassischen“ Farbfächer bekannt. Sie sind für Kunstdruckpapier, für Naturpapier für den Offsetdruck und Buchdruck, für Endlosdruck auf Naturpapier oder Kunstdruckpapier sowie für Zeitungspapier erhältlich. Sie enthalten 88 Basisfarben und 11 Metallicfarben. Der Fächer für Endlosdruck auf Kunstdruckpapier lässt sich auch zur Abstimmung von UV-Farben, die in Druckprozessen immer häufiger eingesetzt werden, verwenden. Außerdem bietet HKS ein DTP-Paket an, das 3.520 Schmuckfarben für die Integration in Softwareprogramme bereitstellt.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Pantone und HKS

Meist ist es Unternehmensphilosophie, ob mit Pantone oder HKS gearbeitet wird. Dennoch gibt es wichtige Entscheidungskriterien: Wer nicht nur für die grafische Branche arbeitet, sondern auch im Textil- oder Architekturbereich tätig ist, ist mit Pantone besser beraten. Es bietet die umfangreicheren Anwendungsgebiete, ist allerdings nicht speziell auf die Druckbranche abgestimmt. HKS ist dagegen nur auf die grafische Industrie zugeschnitten und bietet deshalb eine breitere und genauere Auswahl an Bedruckstoffen. Auch der Preis spielt eine Rolle – so kostet der „Pantone Formula Guide“ für drei Papiersorten regulär 125 Euro. HKS verlangt für einen Basisfächer gut 18 Euro. Der Druck mit Sonderfarben ist generell teurer, als der Vierfarbdruck (Euroskala). Zudem ist möglich, sich bei dem CMYK-Druck an die Sonderfarbe anzunähern. Wie diese Simulation aussieht, zeigt z. B. der LASERLINE CMYK Guide und das Color Kit HKS, die man beide hier downloaden kann.

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