Out-of-Bounds-Effekt mit Photoshop erzeugen

10.12.2015 09:00:00
Mit der Out-of-Bounds-Technik scheinen Personen oder Objekte aus dem Foto herauszukommen. Wir erklären, wie diese pfiffige Technik in Adobe Photoshop funktioniert.

Lassen Sie Ihre Bilder doch mal aus dem Rahmen fallen!


Kurz vor Weihnachten, kurz vor der Party, eben kurz vor Schluss, ist es oft schwierig noch eine persönliche Karte als Einladung oder Tischkarte mit einer individuellen Nachricht zu gestalten. So richtig persönlich wird es mit dem eigenen aktuellen Foto oder mit alten Familienfotos, wenn es speziell um Familienfeste geht. Anstatt die Fotos einfach nur abzubilden, gibt es eine schöne Technik, mit der Personen oder Objekte aus dem Foto plastisch herauszukommen scheinen. Diese Technik nennt sich Out-of-Bounds-Effekt und lässt sich mit Photoshop flexibel gestalten.

Welche Bilder eignen sich für die Technik?

Bilder in denen Personen stehen, sitzen oder liegen, also auf irgendeine Art einen Kontakt zum Boden haben. Aus dem Rahmen fallen können Arme, Beine, Oberkörper, Unterkörper. Da gibt es, je nach Motiv, viele Möglichkeiten. Es funktioniert aber auch mit Oberkörper-Fotos. Lassen Sie einfach gezielt ein Handyfoto von sich machen. Hier zählt der Wow-Effekt, nicht die maximale Bildqualität. Da ein Teil des Bildes freigestellt werden muss, achten Sie auf ausreichende Kontraste von Objekt zu Hintergrund. Bei Objekten ist man sogar noch flexibler.

Eine Formebene als Rahmen für den Untergrund erstellen

Quelle: Marianne Deiters, Familie B.

Sie sollten kein absoluter Anfänger in Photoshop sein, um die Schritte nachvollziehen zu können:

1. Öffnen Sie ein Bild und duplizieren Sie einmal die Bildebene (cmd/strg + J)

2. Wählen Sie aus den Formwerkzeugen das „Rechteck-Werkzeug“ aus, um eine Formebene zu erstellen. Die Größe sollte ungefähr dem späteren Untergrund entsprechen, aus denen die Objekte sich erheben. Für die Fläche können Sie oben in der Steuerung eine beliebige Farbe wählen, die Kontur sollte weiß oder leicht getönt sein, um den Fotorahmen zu simulieren. Entsprechend wählen Sie auch die Stärke der Kontur aus, diese wird je nach Bildauflösung variieren. Sie können die Konturstärke später jederzeit ändern.

3. Durch die Transformation des Rahmens wird eine Perspektive simuliert. Wählen Sie den Befehl „Frei Transformieren“ aus dem Menü „Bearbeiten“ (cmd/strg + T) dann halten Sie die Tasten (cmd/strg + alt + Shift) gedrückt während Sie an einem der oberen Anfasser des Rahmens ziehen. Auf diese Weise wird perspektivisch verzerrt. Ziehen Sie den Rahmen ohne Tastenkombination eventuell etwas flacher, je nachdem, was Sie vorhaben. Dann drücken Sie (Enter) um die Transformation zu bestätigen.

Bildteil freistellen

Quelle: Marianne Deiters

4. Markieren Sie die obere Bildebene. Jetzt muss der Bildteil, der aus dem Rahmen herausragen soll, ausgewählt werden: In meinem Bild ging das trotz schlechter Kontraste ganz gut mit dem „Schnellauswahl-Werkzeug“. Lassen Sie Ihre Auswahl ruhig etwas über die Begrenzungen des Rechtecks hinausgehen. Mit dem Befehl „Kante verbessern“ aus dem Menü „Auswahl“ habe ich die Haare weich mit dem »Radius-Verbessern-Werkzeug« freigestellt und die Kanten etwas geglättet. Bei solch alten Bildern muss man hinsichtlich der Freistellerqualität etwas nachsichtig sein und den späteren Hintergrund passend auswählen, um die Kanten zu kaschieren. Wählen Sie unten im Dialogfeld bei „Ausgabe in:“ den Befehl „Ebenenmaske“ Dann können Sie mit Hilfe der Maske jederzeit den Freisteller verbessern. Falls Sie Ihre Auswahl auf eine andere Art generiert haben, klicken Sie auf das Maskierungssymbol unten im Ebenenbedienfeld, um eine Maske zu erzeugen.

Die Maskierung für den Untergrund, das Rechteck erzeugen

Quelle: Marianne Deiters

5. Jetzt muss die Rechteck-Ebene unter die Hintergrundebene gezogen werden, damit sie im Nächsten Schritt als Maske für das Bild fungieren kann. Vorher müssen Sie die Hintergrundebene umwandeln, indem Sie diese umbenennen: Einfach mit gedrückt gehaltener Alt-Taste doppelt auf den Namen klicken. In den neuesten Photoshop Versionen klicken Sie einfach auf das kleine Schloss-Symbol.

6. Schnittmaske erstellen: Markieren Sie die Bildebene über der Rechteck-Ebene und drücken Sie die Tasten (cmd/strg + alt + G). Schon sehen Sie den Freisteller. Sie werden noch sehen, warum ich diese Technik bevorzuge.

Einen Hintergrund einziehen

Quelle: Marianne Deiters

7. Einen Hintergrund einfügen: Ein Verlaufsfüllung ist immer gut. Im Bedienfeld »Ebenen« "können Sie ganz unten aus dem schwarz-weißen Kreis den Eintrag „Verlauf“« wählen und etwas Passendes generieren. Ein Graustufenverlauf ist neutral und lenkt nicht vom Motiv ab. Ziehen Sie die Ebene in der Reihenfolge ganz nach unten. Sie können aber auch eine Struktur oder ein weiteres Bild als Ebene einfügen. Ich habe hier einfach zusätzlich eine Textebene über meinen Verlauf gelegt, da mir das Ganze zu glatt erschien. Im Text könnten Sie noch geheime Botschaften verstecken. Auch ein einfacher, schwarzer Hintergrund kann ebenso toll aussehen.
8. Sie können, damit das Ganze plastischer aussieht, der Bildebene mit der Maske einen kleinen Schlagschatten hinzufügen. Klicken Sie einfach doppelt neben den Namen der Ebene, um in die Effekt-Einstellungen zu kommen. Klicken Sie in der linken Spalte auf den Namen »Schlagschatten« und klicken und ziehen Sie im Bild den Schatten unter dem Objekt hervor, oder ändern Sie die Einstellungen passend.

Weitere Teile des Ursprungsbildes freilegen (optional)

Quelle: Marianne Deiters

9. Sie können jetzt weitere Rahmen aufziehen, um das Ganze komplexer zu gestalten. Dazu markieren Sie die Rechteck-Ebene im Ebenen-Bedienfeld. Wählen Sie aus den Formwerkzeugen das „Rechteck-Werkzeug“ aus. In der Steuerung wählen Sie wieder „Form“ aus und stellen die Berechnung auf „Hinzufügen“, damit keine neue Ebene erzeugt wird. Klicken und ziehen Sie im Bild um einen weiteren Rahmen aufzuziehen, ich habe den Rahmen einfach rechteckig gelassen, als würde ein Bild an der Wand hängen, dadurch wirkt das Ganze räumlicher. Alternativ können Sie nach Lust und Laune transformieren. Die einzelnen Rahmen, so auch den ersten Rahmen, können Sie mit dem Pfadauswahl-Werkzeug markieren und anschließend verschieben oder mit dem Befehl „Frei Transformieren“ bearbeiten. Sie könnten mit Hilfe des Zeichenstift-Werkzeugs auch die geraden Kanten in Kurven wandeln, damit der Rahmen aussieht wie ein gewelltes Blatt Papier.

Finishing

Quelle: Marianne Deiters

10. Die Konturfarbe und Konturstärke für die Formebene können Sie ebenfalls jederzeit ändern. Der Freisteller kann durch die Maske auf der Bildebene verfeinert und geändert werden. Ich habe mit einem weißen Pinsel in der Maske gemalt, um einige Blümchen und Grashalme über den Rahmen schauen zu lassen. Fügen Sie eventuell noch einen Schlagschatten für den Rahmen und Text hinzu.

Die beiden Bildebenen und die Rahmenebene können Sie leichter gemeinsam verschieben, indem Sie sie miteinander verketten. Markieren Sie dazu im Bedienfeld „Ebenen“ einfach die drei Ebenen mit gedrückter Shift-Taste und klicken Sie auf das kleine Kettenglieder-Smbol unten am Rand des Bedienfelds. Fügen Sie eventuell noch Schatten hinzu.

Fertig ist der Out-of-Bounds-Effekt! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Gestalten der pfiffigen Bilder, die sich dann besonders gut für Kalender, Postkarten, Grußkarten oder den Leinwanddruck auf Canvas eignen.

Marianne Deiters gibt Trainings für viele Themen rund um die Creative Suite. Fragen Sie gerne Ihr individuelles Firmentraining an: www.education-point.de.

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