Ohne Licht bleibt es dunkel

02.02.2017 09:00:00
Für den Betrachter einer Ausstellung ist die Qualität der Beleuchtung oft wichtiger als die Qualität des Aufnahmeobjektivs. Bringen wir endlich Licht ins Dunkel.

Ortstermin im Auswärtigen Amt in Berlin. Eine Ausstellung von Herlinde Koelbl über die Ankunft von Flüchtlingen in Europa wird eröffnet. Während der Staatsminister spricht, senkt sich die Nacht über die Hauptstadt. Und die Bilder. Während für die Präsentation der Aufnahmen ein eigener Tubus gestaltet und gebaut wurde, hat man die Lichtfrage schlicht ignoriert. Die Bilder kriegen halt ab was im Foyer noch da ist. Sehr wenig. Dabei hat sich auch in diesem Segment in den letzten Jahren viel getan. Aber es dauert wohl noch, bis sich die Erleuchtung durchsetzt.

Kriterien des Lichts

Moderne Messgeröte wie der Gossen MavospecBase zeigen auch das gesamte Spektrum
Quelle: Gossen
Die alten holländischen Meister malten meist bei Kerzenschein. Und dann wundert sich der heutige Betrachter, wenn die Farben seltsam unter der Leuchtstoffröhre aussehen. Kunstlicht ist eben doch komplexer als das Drücken auf einen Schalter. Zum Glück sind wir zumindest messtechnisch etwas weiter als im 17. Jahrhundert. Besonders drei Kriterien können wir ausmachen, wenn es um die Konzeption zur Präsentation unserer Bilder geht. Und zwar ganz egal ob im heimischen Wohnzimmer oder in der Galerie: Farbtemperatur, den Farwiedergabe-Index (CRI) und die Beleuchtungsstärke.

Farbtemperatur

Wer sich die Mühe macht, seinen Bildschirm für die Bildbearbeitung zu kalibrieren, stellt meist überrascht fest, dass er bei der Einstellung der Farbtemperatur sogar die Wahl hat. Zwar wird da „Tageslicht“ vorausgesetzt, aber zwischen 5.000° und 6500° Kelvin darf der Betrachter selbst entscheiden. Während die Abmusterungsplätze in der Druckindustrie konsequent auf 5.000° Kevin – eben „Normlicht“ – eingestellt werden, ist das am Bildschirm gar nicht so eindeutig. In Tests hat sich sogar gezeigt, dass 5.800° Kelvin am Bildschirm so wie die 5.000° an der Musterwand empfunden werden. Nur was heißt das für die Präsentation. Da wird Tageslicht schon mit 5.000° als eher kühl erlebt. Wenn es zur Atmosphäre der Galerie passt, ist es dann sicherlich der erste Ansatz. Technisch korrekt ist es sowieso. In der Wohnumgebung wird dieses Licht dagegen eher als störend empfunden. Eben kalt. Da können dann 4.000 Kelvin ein guter Kompromiss zwischen der optimalen Bildwirkung und Farbabstimmung und dem wärmeren Licht (3.000° K) drumherum sein.

Der Farbwiedergabeindex

Wenn man den Farbwiedergabeindex berücksichtigt, sind LED-Leuchtmittel wie hier von Soraa aus Kalifornien sehr gut zur Beleuchtung von Fotografien geeignet.
Quelle: Soraa
Mit dem Aufkommen der Energiesparlampen sind nicht nur die Entsorgungskosten für Quecksilber explodiert, sondern wir haben auch Lichtqualität verloren. Zwar waren nur die ersten Lampen sehr bläulich und heute können wir hier endlich auch zwischen den Farbtemperaturen wählen, die unsere Raumsituation erfordert. Aber trotzdem fehlt was. Das zeigt der CRI-Index sehr schnell. Der beschreibt im Prinzip wieviel Prozent aller Farben korrekt wiedergegeben werden. Werte von 95 sind hier erstrebenswert, LEDs der ersten Generation dümpeln bei 80 herum, Energiesparlampen schaffen nicht einmal das und auch Leuchtstoffröhren bekleckern sich da nicht mit Ruhm. Die Lücken im Spektrum sorgen vor allem dafür, dass einzelne Farben völlig aus dem Raster fallen. Bei Rotwerten von 20 braucht man eine fotografierte Mohnblumenwiese unter so einem Licht eigentlich erst gar nicht aufzuhängen.

LED gerichtet

Halogenleuchten und klassische Glühlampen können das viel besser. Nur haben erstere meist die falsche Farbtemperatur und letztere gibt es gar nicht mehr zu kaufen. Da schlägt die Lichtstunde der LEDs der neusten Generation mit einen Farbwiedergabeindex von 95. Die Flexibilität dieser Lichtquelle hat noch einen anderen Vorteil: Man kann auch auf die Erfordernisse des Fotos selbst eingehen. Während Fotopapiere aus der Dunkelkammer auf Grund ihrer Gelatineschicht sehr gut mit diffusem Licht zurechtkommen, entfaltet ein Inketjetprint in Sachen Maximalschwärze seine volles Potenzial erst unter gerichtetem Licht. Mit einer kleinen LED, die ihren Strom aus der Galerieschiene zapft, an der auch der Bilderrahmen hängt, ist das kein Problem. Dann klappt es auch mit der Erleuchtung.

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