Monitorkalibrierung

12.10.2006 09:00:00
Warum Monitore nicht das Ergebnis des Offsetdruck zeigen können, wie man dennoch eine Annäherung erhält und wie oft ein Monitor hierzu womit kalibriert werden sollte ...

"What you see is what you get" (WYSIWYG) ist eine im Publishing-Bereich oft gestellte Forderung. Was bei Schriftdarstellung aber am Bildschirm inzwischen gut umsetzbar ist, ist mit Farben kaum zu realisieren. Denn die Darstellung am Monitor und die unterschiedlichen Druckverfahren arbeiten mit grundverschiedenen Technologien. Die Monitordarstellung kann deshalb immer nur eine Annäherung an das spätere Druckergebnis sein und ds auch nur mittels regelmäßiger Kalibrierung. So entpuppt sich echtes WYSIWYG schnell als eine Geschichte aus dem Land der Märchen.

Unterschiede zwischen Monitoren und Druck

Monitore - egal ob Röhrenmodelle oder LCD-Displays - nutzen zur Farbdarstellung eine vollkommen andere Technologie, als die Maschinen des Digital- oder Offsetdrucks. Während also ein Monitor immer im RGB-Farbraum arbeitet, wird im Druck CMYK als Farbraum verwendet. Der Farbeindruck auf einem Monitor kann deshalb immer nur annähernd den Farben des Druckergebnis angeglichen werden. Will man diese Annäherung möglichst genau haben, sollte der Arbeitsmonitor immer bestens kalibriert sein. Dabei verbessert man die Eigenschaften des Monitors (= Kalibrierung) dahingehend, dass die Darstellung möglichst nah an das gedruckte Endergebnis heranreicht.

Profilierung

Hierzu gilt es allerdings zunächst die Farbeigenschaften des Geräts zu erfassen (= Profilierung). Rein theoretisch sollten sie immer konstant sein. Doch durch Umgebungslicht, die am Gerät eingestellte Farbtemperatur (sie sollte 6500 Kelvin betragen) und nicht zuletzt auch die Qualität des Monitors können sich die Farbräume eines Geräts nicht nur innerhalb einer Modellreihe zum Teil erheblich unterscheiden, sondern auch von Tag zu Tag an ein und demselben Gerät verändern. Eine Profilierung muss deshalb, will man eine gute Vergleichsbasis erhalten, regelmäßig durchgeführt werden. Sie ist Teil des Kalibrationsprozesses.

Unterschied LCD- zu Röhrenmonitor
Technologisch bedingt ist der Farbraum der meisten auf dem Markt erhältlichen LCD-Monitor kleiner, als der eines Röhrenmonitors. Nur hochwertige LCD-Bildschirme (z. B. von Eizo oder LaCie) decken inzwischen die Standard-Farbräume (z.B. Adobe RGB) ab. Leider aber lässt die Farbdarstellung bei Röhrenmonitoren mit der Zeit schneller nach, als bei (guten) LCD-Bildschirmen. Deshalb muss man Röhrenmonitore je älter sie werden umso öfter profilieren.

Richtige Monitorkalibrierung

Will man daher zumindest annähernd die spätere Farbwiedergabe auf dem Papier simulieren ist eine gute Kalibrierung des Monitors unter geeignetem Umgebungslicht unumgänglich. Die hierzu notwendigen Profile erstellt man entweder per Hand, wobei eine nur ungenügende Annäherung möglich ist, oder man misst über eine spezielle Messsonde die Monitor-Farbwerte und gleicht mit spezieller Software Farbstiche oder Leuchtkraftverluste aus. Auf diese Weise erhält man den größtmöglichen Farbraum für den gemessenen Monitor.

Kalibrierungssysteme

Früher waren diese Messsonden für den normalen Grafiker unerschwinglich. Inzwischen aber erreicht man abkzeptable Ergebnisse bereite mit Geräten, die es ab 200 Euro aufwärts zu kaufen gibt. Den Markt teilen sich dabei drei Hersteller von Kalibrierungsgeräten auf.

GretagMacbeth
GretagMacbeth bietet mit dem Eye-One eine professionelle Farbverwaltungslösung für die Profilierung von Monitoren und Drucken. Die kleinste davon, "Eye-One Display 2" kostet  249,- EUR und beinhaltet neben einem Colorimeter auch die entsprechende Software zur Monitorkalibrierung. Wer hingegen die Daten eines Ausdrucks exakt mit der Darstellung des Monitors abstimmen will, der sollte sich für das 1000,- EUR kostende "Eye-One Design" entscheiden, bei dem unterschiedliche Ausgabegeräte untereinander abgestimmt werden können.

X-Rite
Das Unternehmen X-Rite bietet ebenfalls Colormanagement-Lösungen an und ist damit inzwischen der weltweit führende Anbieter von Farbmesstechnologien geworden. Aus diesem Grund und um die gemeinsamen Synergien zu nutzen, kaufte X-Rite das Unternehmen GretagMacbeth auf und machte aus zwei Unternehmen eines. Dennoch laufen die unterschiedlichen Monitorkalibrierungssysteme der beiden Firmen weiter unter dem jeweiligen Firmennamen. X-Rite bietet dabei unterschiedliche Systeme für die Bereiche Druckvorstufe und Grafik-Design an, die man sich je nach indivdiuellen Bedürfnissen zusammenstellen kann.

ColorVision
Auch mit den Produkten von ColorVision erreicht man durchwegs akzeptable Ergebnisse bei der Monitorkalibrierung. Bereits mit dem 299,- EUR teuren ColorVision Spyder2Pro erhält man dabei eine präzise Kalibrierung und akkurate ICC Profile für Röhren- und Flachbildschirme liefert.

Softproof mit ICC-Profilen

Nach erfolgreicher Monitorkalibrierung ist eine annähernde Simulation des Druckergebnisses am Monitor, der sogenannte Softproof, möglich. Standardisierte Farbprofile beschreiben dabei den reproduzierbaren Farbraum des entsprechenden Gerätes. Da LASERLINE nach ISO-Standard (DIN ISO 12647-2) druckt, können wir die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative, www.eci.org), die auf diesem Standard basieren, für unsere Druckmaschinen empfehlen. Zur Simulation am Monitor können Sie in Photoshop nun das Druckprofil (z.B. ISO Coated) aktivieren. Dann wird, auch wenn das Bild noch im RGB-Modus ist, schon die Darstellung des späteren CMYK-Farbraum simuliert. In die Druckdaten an sich aber muss dieses Profil nicht eingebettet werden, da die Daten ja bereits auf der dem Softproof-Profil entsprechenden Druckmaschine und Papier ausgegeben werden und die Simulation hier unnötig ist.

Hardproof als sicheres Beurteilungskriterium

Dennoch kann eine Simluation immer nur eine Annäherung an das letztendliche Druckprodukt darstellen. Deshalb empfiehlt es sich, das zu erwartende Druckergebnis vor der endgültigen Drucklegung nochmal auf dem Papier direkt zu überprüfen. Dies kann durch einen auf die LASERLINE-Systeme abgestimmten Drucker in Ihrem Büro geschehen. Wie Sie Ihren Drucker auf unsere Systeme abstimmen, erfahren Sie hier. Besser jedoch ist die Erstellung eines sogenannten Digitalproofs. Bei LASERLINE haben Sie dabei die Wahl zwischen einem Farbprüfdruck, der auf für die LASERLINE-Druckmaschinen abgestimmten Digitaldruckgeräten erstellt wird oder einem Normproof nach Medienstandard, der nicht nur eine relativ realitätsnahe Simulation des Endergebnisses bietet, sondern unter Normlicht auch farbverbindlich ist (mehr zu den Unterschieden der von LASERLINE angebotenen Proofsorten erfahren Sie hier).

Fazit

Selbst ein guter Monitor unter besten Bedingungen, also ohne Tageslichteinstrahlung und mit guten Röhren, kann ein Druckergebnis immer nur annähernd wiedergeben. Wichtig ist hierzu die richtige Monitorkalibrierung und die regelmäßige Wiederholung dieses Vorgangs. Sicherer - vor allem bei kritischen Farbdarstellungen - aber ist eine Prüfung mittels eines Digitalproofs, den Sie als Farbprüfdruck bei LASERLINE für alle individuellen Offsetdruckaufträge (ausgenommen Specials) inklusive erhalten. Wählen Sie hierzu einfach im OnlineShop den entsprechenden Punkt aus und rechnen Sie für die Erstellung und Versand bitte weitere 2 Arbeitstage ein, d.h. Sie müssen Ihren Druckauftrag mit Proof 2 Tage vor dem angezeigten Bestelltermin in Auftrag geben. Wirklich farbverbindlich ist hingegen ein Normproof nach Medienstandard, den Sie gegen Aufpreis ebenfalls im OnlineShop mitbestellen können.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
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