Messsucher klassisch optisch

16.02.2017 09:00:00
Gerade hat Leica die M 10 vorgestellt und einmal mehr der Versuchung widerstanden, den aufwändigen Messsucher durch digitale Helferlein abzudaten. Nur warum?

In den Foren der Fotorepublik geht die Diskussion meist um die Frage, ob der elektronische Sucher oder der Spiegelreflexsucher besser ist. So einfach lässt sich das nicht sagen. Beide haben Vor- und Nachteile. Der digitale schlägt sich besser im Schummerlicht, wenn es sehr hell ist, wird eher die DSLR als angenehm empfunden. Aber es gibt ja noch die edlen Außenseiter dieser Diskussion, die Messsucherkameras. Dazu zählt seit über 60 Jahren die Leica M und in ihr modernes Pendant die Fuji X-Pro2 darf man auch in diese Riege einordnen. Was fasziniert an dieser Technologie und wieviel Digitalisierung verträgt die?

Das Drumherum

Bei Sucherkameras guckt der Fotograf durch den Sucher und die Kamera durch das Objektiv.
Quelle: Fuji
Der Hauptunterschied des separaten Suchers mit seinen eingespiegelten Rahmen für die unterschiedlichen Brennweiten ist das ganze Drumherum. Das sieht man nämlich auch noch. In der Bildgestaltung macht das einen großen Unterschied. Man entscheidet sich nämlich ganz bewusst, für das was noch im Bild zu sehen ist und was eher draußen bleibt. Der Spiegelreflexblick ist da viel enger, tunnelartiger. Die Straßenszenen eines Henri Cartier-Bresson sind mit einer anderen Kamera eigentlich gar nicht vorstellbar. Das Flaneurhafte ist dem Messsucher quasi implementiert.

Der Aufwand

Der Messsucher der Leica M 10 raucht auch das zweite kleine Fenster links im Bild zum genauen Scharfstellen.
Quelle: Leica
Optisch ist das jedoch ein riesiger Aufwand mit vielen kleinen Linsen dem separaten Suchereinblick noch eine Hilfsinformation zur Einstellung der Schärfe zu liefern. Damit liegen auch Vor- und Nachteile auf der Hand. Wer eine Kamera nicht nur zum Fotografieren, sondern auch aus Freude an der Mechanik kauft, wird mit einer Leica M 10 besonders glücklich. Zumindest so lange es das Bankkonto hergibt. Ganz besonders weil die neue M 10 endlich wieder so schlank wie ihre analogen Brüder ist. Dafür ist dieses System auch empfindlicher. Zwar ist das Gehäuse selbst sehr solide, doch das Linsensystem zur korrekten – natürlich manuellen – Scharfstellung wird im Kameraleben hin und wieder die Werkstatt zur Justage besuchen. Für die Vitrine ist sie ja einfach zu schade.

Die Technik

Sensor meets Sucher. Der Hybridsucher der Fuji X-Pro2 verbindet elektronische und optische Elemente.
Quelle: Fuji
Gegenüber der Spiegelreflex hat der Messucher bei Weitwinkelbrennweiten sogar Vorteile in der Genauigkeit des Fokussierens, während das System für lange Brennweiten weder von der Einstellgenauigkeit noch angesichts des kleines Sucherbildes Sinn macht. Wobei das nur für das manuelle Fokussieren gilt. Fuji hat sich zwar auch für den klassischen Sucherlook entschieden, bietet aber trotzdem ein Autofokussystem an. Doch auch wer manuell scharfstellen will, kann den Messsucher nutzen. Anstatt die Strahlen aufwendig umzulenken, wird bei der X-Pro- und der X100-Reihe (mit fest eingebautem Objektiv) als Scharfstellhilfe einfach die digitale Information vom Sensor eingespiegelt. Das ist längst nicht so anfällig. Und funktioniert trotzdem. Leica hat bei der M 10 übrigens durchaus den Hybridsucher der Fuji diskutiert. Er war den Ingenieuren in Wetzlar dann aber zu groß für ihr schlankes Gehäuse, zu dunkel und im Ergebnis für den Betrachter zu klein. Fujibesitzer werden die Zusatzmillimeter angesichts des Komforts und der Preisgestaltung vermutlich verschmerzen können.

Die Alternativen Aber auch die Leica sperrt sich nicht gegen moderne Elektronik. Auf dem Display funktioniert auch Liveview, was gerade zum Scharfstellen mit längeren Brennweiten oder adaptierten Objektiven ein großer Vorteil ist. Mit dem als Zubehör erhältlichen Visoflex EVF 2 hat die M dann auch einen elektronischen Sucher zum Durchgucken. Dafür braucht die Fuji kein Aufsteckteil, sondern nur einen Klick am Gehäuse. Dann wird die X-Pro2 zur ganz normalen Systemkamera. Nur eben mit dem Optikjoker. Wenn beim elektronischen Durchblick die Landschaft mal nicht so wunderbar leuchtend wie in Natura in der Abendsonne aussieht, sorgt der Schalter für ein Aha-Erlebnis. Das motiviert doch sehr für schöne Fotos. Optisch.

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