Lichtechtheit im Offsetdruck

26.10.2005 09:00:00
UV-stabile Druckprodukte werden nach der Wollskala angegeben - was sich dahinter verbirgt und warum manche Farben zuerst verbleichen.

Spricht ein Drucker von der Lichtechtheit seiner Farben, ist damit die reine Widerstandsfähigkeit gegenüber einem durch UV-Strahlung bedingten Entfärbungsprozess gemeint. Dementsprechend bezieht sich auch die nach der Wollskala eingestufte Lichtechtheit von Offsetfarben nur auf deren UV-Stabilität. Wie es jedoch zur Ermittlung der Lichtechtheitsstufen kommt, was sie bedeuten und warum manche Farben schneller als andere verblassen wissen nur die wenigsten.

Was ist Lichtechtheit?

Der Begriff der Lichtechtheit wurde im Jahr 1965 mit der DIN 16525 "Prüfen von Drucken und Druckfarben des graphischen Gewerbes" genormt. Festgelegt wurde darin zum einen, wie Druckprodukte auf ihre Lichtechtheit geprüft werden müssen und zum anderen, wie man die Lichtechtheit festlegt. Spricht man deshalb vom Druck an sich, versteht man unter dem Begriff "Lichtechtheit" die Widerstandsfähigkeit eines Drucks gegen den Entfärbungsprozess durch Einwirkung von UV-Strahlung ohne direkten Einfluss von restlichen Witterungsbedingungen, wie Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen. Die Lichtechtheit von Druckfarben ergibt sich wiederum aus der Widerstandsfähigkeit einer mit ihnen erzeugten Norm-Druckprobe nach DIN 16519. Nicht zu verwechseln ist die Lichtechtheit jedoch mit der Witterungsempfindlichkeit von Druckprodukten, denn die Dauer der Farbbeständigkeit eines Druckprodukts ist natürlich neben der Dosis der Lichteinstrahlung auch von anderen äußeren Bedingungen abhängig, welche wiederum unter DIN 54071 festgelegt wurden. Die Lichtechtheit ist deshalb nur ein wichtiger Faktor unter einigen weiteren, wenn es um die Erstellung Ihrer Druckprodukte geht.

Lichtechtheitsmaßstab und -einheit

Auf den Offsetdruckfarben selbst ist die Lichtechtheit in sogenannten Lichtechtheitsstufen angegeben. Dahinter verbirgt sich eine im Vollton bestimmte Stabilität der Farbe gegenüber den Einflüssen von UV-Strahlung. Diese Stufen des Lichtechtheitsmaßstabs bestehen aus einer Skala von acht blauen, in ihrer Lichtechtheit abgestuften Typfarben auf Wolle, weshalb die Skala auch "Wollskala" (WS) genannt wird. Die Abstufung wird wie folgt eingeteilt:

1 = sehr gering
2 = gering
3 = mäßig
4 = ziemlich gut
5 = gut
6 = sehr gut
7 = vorzüglich
8 = hervorragend

Hinter diesen Angaben steht aber nicht nur die vage Vermutung, wie lange ein Druckprodukt der Sonne ausgesetzt werden darf, bevor seine Farben verblassen. Vielmehr wurden auch für jede diese Stufen auch ermittelt, wie viele Tage oder Wochen Tageslichteinwirkung ihr entsprechen, wobei auch die Jahreszeit und der Ort, an dem das Druckprodukt der Sonne ausgesetzt wird, eine Rolle spielt. Als Anhaltspunkt gelten folgende Werte:

Lichtechtheitsstufen

Sommer

Winter

Stufe 3

4 – 8 Tage

2 – 4 Wochen

Stufe 4

2 – 3 Wochen

2 – 3 Monate

Stufe 5

3 – 5 Wochen

4 – 5 Monate

Stufe 6

6 – 8 Wochen

5 – 6 Monate

Stufe 7

3 – 4 Monate

7 – 9 Monate

Stufe 8

über 1,5 Jahre

Woraus ergibt sich die Lichtechtheit?

Diese Zeitrahmen werden von mehreren Faktoren der Offsetfarbe bestimmt. Denn kein Pigment kann unbegrenzt und ewig haltbar dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Durch chemische Prozesse ausgelöst kann nur die Zusammensetzung, Konzentration und die Zustandsform des Pigments dem schnellen Verfall etwas entgegensetzen. Ebenso spielt das genutzte Bindemittel eine Rolle. Nach und nach wird dieses ebenso von den einfallenden UV-Strahlen zersetzt, wie die Pigmentkonsistenz auch. Der Abbau der Farbe zeigt sich dem Betrachter schließlich im Verblassen der Farben. Meist sind hiervon Magenta und Gelb eher betroffen als Cyan und Schwarz. Dementsprechend sind die ersten beiden Farben mit hoher Lichtechtheitsstufe teuer in der Herstellung und natürlich auch im Verkauf. Wobei letztere beiden Farbtöne auch durch weniger Aufwand zu einer hohen Beständigkeit gelangen.

Faktoren für Lichtechtheit

Zudem bezieht sich die Lichtechtheit immer auf den Vollton einer Farbe. Farbmischungen, vor allem bei Aufhellung durch weiß, lassen die Lichtechtheit deshalb immer sinken. Neben diesen die Lichtechtheit bestimmenden Faktoren muss man auch die Bedruckstoffe als "Farbschlucker" beachten. Vergilbte Papiere wirken sich natürlich auf ein noch so schönes Blau aus. Und auch der Farbauftrag spielt eine wichtige Rolle. Denn nicht immer ist der in der Norm-Vorschrift verankerte Farbauftrag in der Praxis gegeben. Die Farbschichtdicke ist auf Grund von Rasterungen oft geringer, als im Volltonauftrag. Die Folge ist eine Verdünnung der Farbe, die wiederum besser vom Sonnenlicht angegriffen wird. Abhilfe schafft hier oft schon eine Lackierung oder Folienkaschierung, welche Glanzpunkte setzt und die UV-Beständigkleit zum Teil deutlich erhöht.

Lichtechtheit bei LASERLINE

Die bei LASERLINE im Offsetdruck erstellten Druckprodukte werden mit Farben bedruckt, die den folgenden Lichtechtheitsstufen entsprechen:
Magenta und Gelb = 5 gut = 3-5 Wochen direkte Sonneneinstrahlung im Sommer möglich
Cyan und Schwarz = 8 hervorragend = über 1,5 Jahre direkte Sonneneinstrahlung möglich

Wird Ihr Druckprodukt bei LASERLINE zusätzlich mit einer Folie kaschiert oder mit UV-beständigem Lack veredelt, können Sie davon ausgehen, dass es auch nach ein bis zwei Jahren noch seine volle Farbenpracht besitzt. Und das trotz der hochwertig eingesetzten Farben zum günstigen Preis - selbst im Individualdruck.

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