Lesegewohnheiten nutzen

08.11.2007 09:00:00
Wenn Menschen Text- und Bildseiten betrachten, wandern die Augen automatisch nach einem ganz bestimmten Schema über die Dokumente. Das sollten sich Layouter und Designer zu Nutze machen.

Das Zauberwort heißt „Saccade“: Unter diesem Begriff versteht man die Augenbewegungen, mit denen der Betrachter beim Wahrnehmen eines Textes unwillkürlich und automatisch Leseeinheiten bildet. Deshalb muss nicht jedes Wort einzeln entziffert werden. Ein auf diese Lesegewohnheiten ausgerichtetes Layout kann den Lesefluss unterstützten.

Wie das Lesen abläuft

Vor allem Menschen, die viel lesen, nehmen Text nicht zeichen- oder wortweise auf: Sie teilen ihn in ganze Textstücke. Das Auge springt beim Lesen automatisch von Textstück zu Textstück und ruht dazwischen nur kurz. Ein Textstück besteht typischerweise aus zehn bis zwölf Zeichen, beziehungsweise zwei bis drei Wörtern. Das Auge fokussiert dabei nicht auf alle Zeichen, sondern nimmt nur einen Teil scharf wahr. In einem zweiten Schritt erkennt das Gehirn bekannte Worte, die nicht zerlegt, sondern als Ganzes erfasst werden. Nur Begriffe, die unbekannt oder schwierig sind, werden wirklich Zeichen für Zeichen gelesen, da das ermüdend ist und lange dauert. 

Auf die Gliederung achten

Was können Layouter und Texter beachten, die sich dieses Leseverhalten zunutzen machen möchten? Sie sollten sicherstellen, korrekte Satzzeichen zu verwenden, denn diese dienen nicht nur dazu, Sätze grammatikalisch und orthographisch richtig wiederzugeben. Vielmehr helfen sie dem Auge und dem Gehirn, Textstücke zu gliedern und sie dadurch schneller zu erfassen. Auch allzu komplizierte Fremdworte oder Fachbegriffe sollten tabu sein und besser umschrieben werden.

Versalien sparsam verwenden

Wird ein deutscher Text gelesen, bleibt das Auge vor allem an den markanten Großbuchstaben hängen. Im Zusammenspiel mit dem Kleinbuchstaben kann das Gehirn oft schon am Schriftbild erkennen, welches Wort gemeint ist. Aus diesem Grund ist die Verwendung von reinen Versalien schwierig: Das schnelle Erkennen des Wortes funktioniert nicht, da das Schriftbild ein anderes ist. Worte in Versalien müssen daher erst verhältnismäßig aufwändig entziffert werden. Gleiches gilt für ausgefallene Schriften, die ebenfalls eine Identifizierung des Schriftbildes erschweren.

Genügend Abstand lassen

Da das Auge Texte in Textstücke zerlegt, ist ein ausreichender Abstand zwischen den Worten für die Lesbarkeit entscheidend. Stehen die Zeichen zu dicht beieinander, tut sich das Gehirn schwer, Textstücke zu bilden. Das Auge muss dann zurückspringen und den Text bewusst Wort für Wort lesen. Das kostet Zeit und erschwert den Lesefluss.

Spaltenbreite richtig anlegen

Auch zu schmale Spaltenbreiten verhindern einen schnellen Lesefluss: Das Auge muss dann häufig in eine neue Zeile springen und braucht länger, um einen Text wahrzunehmen. Außerdem verhindern die kurzen Zeilen das Bilden von sinnvollen Textstücken: Auch deshalb dauert es länger, einen Text mit schmalen Spalten zu lesen. Zu große Spaltenbreiten wirken sich jedoch ebenfalls negativ aus: Das Auge kann sich in der Zeile verlieren. Zusätzlich ist dann auch der Weg, den das Auge vom Zeilenende zum Zeilenanfang zurücklegen muss, zu lang. Daher sollte eine Textspalte am besten zwischen 45 und 65 Zeichen oder sechs bis zehn Worte umfassen.

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