Lesarten in der Webtypografie

23.04.2015 09:00:00
Leser sind aus verschiedenen Gründen im Web unterwegs - daran muss sich die Gestaltung anpassen.

Nicht jeder Lesevorgang dient dem gleichen Zweck, vielmehr gibt es mehrere Lesarten, zum Beispiel das lineare oder das informierende Lesen. Je nach Botschaft des Textes sollten die Inhalte daher unterschiedlich aufbereitet werden auch im Web. Wir stellen die Lesarten und ihre Anforderungen an die Gestaltung im Netz vor.

Lineares Lesen

Große Textmengen werden vom Leser beim linearen Lesen erfasst. Das ist zum Beispiel bei Romanen oder Büchern der Fall, die immer häufiger auf mobilen Endgeräten konsumiert werden. Hier kommt es darauf an, das Lesen so ermüdungsfrei wie möglich zu gestalten. Das heißt, die Lesbarkeit muss maximal hoch sein, damit die Augen nicht so schnell erschöpfen. Auf Farben und gestalterische Spielereien sollte der Webdesigner hier verzichten. Vielmehr muss der Text gut gegliedert und in einer gut lesbaren Schriftart und Schriftgröße gesetzt werden. Auch der Kontrast sollte hoch sein, damit die Inhalte rasch erfasst werden können.

Informatives Lesen

Anders sieht das informative Lesen aus. Hier wollen die Leser nicht einen langen Text oder eine Geschichte genießen, sondern sich über Nachrichten, Produkte oder Dienstleistungen informieren. Starke Überschriften und packende Bilder sollten wesentliche Elemente sein, um die Aufmerksamkeit der Leser auf sich zu ziehen und Interesse zu erzeugen. Für längere Nachrichtentexte und Artikel gilt dann wieder „hnliches wie für das lineare Lesen. Hat der Leser sie erst einmal angeklickt, möchte er sie so angenehm wie möglich erfassen können.

Aktivierendes Lesen

Noch einen Schritt weiter geht das aktivierende Lesen. Hier sollen die Websurfer dazu gebracht werden, Texte und Inhalte zu lesen, nach denen sie primär gar nicht gesucht haben. Daher sind hier Elemente, die Aufmerksamkeit erregen, besonders wichtig. Starke Bilder, Zitate oder besondere Angebote spielen dabei eine zentrale Rolle. Das funktioniert auch in Shops oder bei Produkten, wenn beispielsweise Sonderangebote oder Gutscheine für das Abonnieren eines Newsletter besonders hervorgehoben werden.

Inszenierendes Lesen

Eine weitere Leseart ist das inszenierende Lesen. Hier wird den Buchstaben eine eigene Bühne bereitet, indem Text zum Beispiel grafisch gestaltet wird. Damit sollte man allerdings sparsam umgehen, denn die Grafiken wirken nicht durch ihre textlichen Inhalte, sondern eher wie ein Foto. Zudem sind die Wörter in grafischer Form meist schwer zu lesen, so dass der Leser seinen Blick eher davon abwendet, wenn er zu lange braucht, um die Botschaft zu entziffern.

Differenzierendes Lesen

Fachzeitschriften und Fachbücher werden auch im Web durch das differenzierende Lesen erfasst. Entscheidend ist hier, dass die Informationen gut gegliedert werden und somit leicht aufzufinden sind. Daher wird meist mit einer Vielzahl von Auszeichnungen gearbeitet. Darunter sind unterschiedliche Überschriften, Schriftauszeichnungen oder Schriftschnitte. Es muss eine klare Hierarchie im Text erkennbar sein. Hier leisten Webdesign und Webtypografie wertvolle Dienste.

Konsultierendes Lesen

Quelle: Rainer Sturm/ Pixelio.de

Quelle: Rainer Sturm/
Pixelio.de Nachschlagewerke werden konsultiert, daher rührt auch der Begriff konsultierendes Lesen her. Man schlägt zum Beispiel in einem Lexikon die Bedeutung eines Begriffs nach oder im Duden die richtige Schreibweise; im Wörterbuch eine Übersetzung oder im Fachbuch einen Spezialbegriff. Der Gestalter hat daher die Aufgabe, die gesuchte Information so leicht auffindbar zu machen wie möglich. Die Leser wollen keine anderen Inhalte konsumieren, sie wollen rasch zum gesuchten Begriff gelangen. Entsprechende Suchmasken oder ein schneller Navigationsweg sind im Web dafür genauso essentiell wie eine typografische Hervorhebung des Suchbegriffs.

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