Leichtgewicht mit Format

09.05.2018 09:00:00
Wer jemals eine Großformatnegativ gescannt hat, kann über digitales Vollformat nur lachen. Bei den chinesischen Chamonix-Kameras lässt sich soviel Größe ganz leicht tragen.

Wenn die Bilddaten auf den Speicherkarten und Smartphones mal wieder überquellen, steigt der Reiz der Analogfotografie wieder an. Wer vor dem Belichten mehr nachdenkt, muss später zu Hause weniger aussuchen. Und nirgendwo hat man soviel Zeit zum überlegen wie bei einer Großformatkamera.

Das Stativ ist unvermeidlich und das schwarze Tuch hält die Welt draußen. Schon wird man ganz eins mit dem Motiv. Wenn die Kisten mit dem Charme des 19. Jahrhundert nur nicht so schwer wären.

Müssen sie ja gar nicht sein. Die feinen Chamonix Holzkameras im 4x5“-Format wiegen gerade mal anderthalb Kilo.

Die Renaissance

Machen auch in der Wohnzimmervitrine eine gute Figur, aber vor allem kann man damit auch fotografieren – Chamonix Großformatkameras.
Quelle: Kesberger
Natürlich ist es keine Massenbewegung. Doch mit seinen acht Mitarbeitern gehört Chamonix in der Großformatszene zu den großen Herstellern. Viele der ehemaligen Konkurrenten haben in den letzten Jahren die Segel für immer gestrichen. Und die, die neu hinzugekommen sind, führen meist eher Einzelbestellungen aus Liebhaberei aus.

Aber da die Analogfotografie in den Zehnerjahren viele neue Freunde unter den Digital Natives gefunden hat, leben die fast zwangsläufig den Fotoweg zu immer mehr Qualität und damit zu immer größeren Negativen nach. Wie schon Generationen vor ihnen. Und am Ende steht eben eine Plattenkamera, mit einer Filmkassette, die nur zwei Blätter aufnimmt und im Dunkeln bestückt werden muss.

Das klingt umständlich? Das ist es auch. Aber genau diese Umstände sorgen dafür, dass man vor der Aufnahme etwas länger nachdenkt. Außerdem kann man auf der 10,2 x 12,7 cm großen Mattscheibe so wunderbar gestalten.

Die Objektive

Eine Domäne der Großformatkamera Chamonix ist die Landschaftsfotografie.
Quelle: Kesberger
Wie so viele fotografische Kapitel schien auch dieses schon geschlossen. Jahrzehntelang teilten die beiden deutschen Hersteller Rodenstock und Schneider-Kreuznach den Großformat-Markt in Europa unter sich auf.

Erst verkündete Rodenstock, sich nur noch auf Linsen für digitale Anwendungen zu konzentrieren, dann schloss Schneider gleich die ganze Fotosparte.

Doch jetzt hat sich mit Christoph Greiner aus der Nähe von Kassel ein Händler gefunden, der in München noch einmal einen Mehrjahresbedarf an Rodenstock-Großformatojektiven orderte.

Solange dort noch Menschen und Maschinen vorhanden sind, die die Produktion gewährleisten können – und schon ist die analoge Zukunft im Digitalzeitalter erst mal gesichert.

Der Kameras

Nicht ganz verzeichnungsfrei, aber was ist an diesem Gebäude schon noch perfekt.
Quelle: Kesberger
Fachkameras hatten immer den Ruf, groß und schwer zu sein. Dabei sorgt die bis heute produzierte Linhof Technika seit den 1930er Jahren dafür, dass sich soviel Filmgröße platzsparend zusammenklappen lässt.

Deren Metallgehäuse ist allerdings nicht gerade Leichtbau. Das klappt mit Holz schon besser: Auf die Leichtgewichtsspitze getrieben hat der chinesische Hersteller Chamonix jetzt die Gewichtsreduzierung mit der F-2. Hier wird das Teakholz noch um Carbon-Elemente ergänzt und schon wiegt die Kamera nur noch 1,5 kg.

Da das Objektiv auch relativ leicht ist, steht eine Nikon mit Powergripp und Zoom plötzlich viel schwerer da. Der Name steht eben auch für die Option, sie auf hohe Berge leichten Herzens und mit erträglichem Rucksack zu tragen.

Die Faszination

Was schon groß ist, muss nicht so sehr vergrößert werden. In der Weiterverarbeitung lässt sich schon mit einem relativ unaufwändigen Flachbettscanner mit Durchlichteinheit aus dem 4x5“-Negativ ein riesiger Datensatz für quadratmetergroße Prints erzeugen.

Im DIN-A1-Format liefert das ehrlicherweise auch eine 42-Megapixel-Kleinbild-Kamera. Zumindest dann, wenn die Objektive dieser Auflösung gewachsen sind. Doch die verstellbare Großformatkamera bietet eben noch mehr Möglichkeiten, die faszinieren.

So lässt sich mit fast jedem Objektiv die Frontstandarte zum Shiften nach oben verschieben. Seitliche Verschiebungen erlauben uns Brücken aus der Mitte zu fotografieren, ohne nasse Füße zu kriegen, mit dem Verschieben der Rückstandarte können wir stitchen und mit Schwenks die Schärfeebene verlagern. Und ein Digitalrückteil lässt sich auch noch anschließen. Normale Kameras sind einfach viel zu langweilig.

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