Kurzzeitgedächtnis

19.12.2013 09:00:00
Wenn die Kamera Geschwindigkeit aufnimmt – HighSpeed-Fotografie

Wenn der Wein ins Glas gegossen wird, die Olive in den Martini fällt und der Armbrustpfeil durch den Apfel fliegt, dann nehmen wir die Bewegung gemeinhin nur als Ganzes war. Für Auge und Hirn ist das einfach zu schnell. Aber die Fotografie kann uns hier die Augen öffnen und Dinge sichtbar machen, die sonst verborgen bleiben, in dem sie die HighSpeed-Bewegung im Einzelbild einfriert. Aber was gilt es dabei zu beachten?

Der HighSpeed-Urahn

Quelle: Muybridge

Die ersten HighSpeed-Fotos wurden schon im 19. Jahrhundert gemacht. Eadweard Muybridge montierte zahlreiche Kameras hintereinander und ließ galoppierende Pferde die Kameras durch gespannte Drähte selbst auslösen. So konnte erstmals nachgewiesen werden, dass Pferde in ihrem HighSpeed-Modus oft auch alle vier Hufe in der Luft haben. Die Maler mussten fortan ihre Gemälde von galoppierenden Feldherren anders angehen. Den wissenschaftlichen Ansatz verfolgen heute vorwiegend Filmkameras mit hoher Serienbildrate. Sonst wüssten wir zum Beispiel auch nicht was die Crash Test Dummies beim ADAC machen.

Kurze Zeiten


Photo by: Stefan Krause
Licence:
http://artlibre.org/licence/lal/en In der Fotoabteilung der Hochgeschwindigkeit zählt längst mehr der ästhetische Ansatz, etwa wenn die Tropfen aus den Gläsern springen. Aber wie erzielt man jetzt diese aufregenden Aufnahmen, die zeigen was wir mit dem Auge so schnell gar nicht wahrnehmen können? Der erste fotografische Ansatz ist eine kurze Belichtungszeit. Mit der 1/8000 Sekunde lässt sich auch der Flügelschlag eines Kolibris auflösen. Das bedeutet andererseits auch 8.000 potenzielle Aufnahmen in einer Sekunde. Wie da den richtigen Moment finden? Wenn sich der Geschwindigkeitsrausch auch auf eine große Anzahl an Aufnahmen pro Sekunde bezieht Film muss ja in der Zwischenzeit zum Glück nicht mehr transportiert werden , steigt die Trefferquote zumindest etwas an.

Mehr Licht

Für solche kurze Zeiten braucht es Licht. Das ist in Innenräumen, wo die meisten Objekte der HighSpeed-Fotografie ihren natürlichen Lebensraum haben, in der großen Menge gar nicht so selbstverständlich. Dazu muss man blitzen. Doch will man mit kurzen Zeiten blitzen, braucht es Geräte, die auch bei kurzen Zeiten jenseits der Blitzsynchronzeit noch einsatzfähig sind. Die sind teuer, aber glücklicherweise verzichtbar, wenn man es clever anstellt. Dazu muss man nur das Studio so abdunkeln, dass nur noch die Brenndauer des Blitzgerätes für das Bild relevant ist, und die ist im Normalfall erheblich kürzer als die Belichtungszeit. Der Verschluss der Kamera bleibt dabei die ganze Zeit geöffnet.

Auslöser und Auslösehelfer

Andererseits wird gerade im Dunkeln das Auslösen der Kamera oder des Blitzes zum echten Problem. Zu zweit zu sein im Studio hilft schon einmal. Einer wirft die Erdbeere ins Glas, der andere löst aus. Das kann klappen, muss aber nicht. Besser sind elektronische Auslösehilfen, die auf Licht oder Schall reagieren. Per Lichtschranke klappt das besser, aber auch dann gilt es, Effekte wie die Auslöseverzögerung der Kamera zu bedenken. Mit kleinen, sehr preisgünstigen Microcontrollern wie einem Arduino und der Geduld, auch längere Tutorials im Netz durchzuarbeiten, lassen sich dann Sensoren, Blitze und Auslöser so fein abgestimmt steuern, dass nicht erst belichtet wird, wenn der Pfeil schon durch den Apfel durch ist.

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