Kostenlose Bilder bei Getty Images

24.04.2014 09:00:00
Getty zeigt nicht nur Bilder, sondern sich auch generös.

50 Millionen Bilder ganz umsonst. Zumindest unter bestimmten Bedingungen. Getty verteilt für private und journalistische Webseiten fast die Hälfte seiner Bilder gratis. Sie müssen nur ähnlich wie Youtube-Videos in einen Getty-Frame eingebunden werden. Der Betrachter sieht dann das Getty-Logo, eine Quellenangabe und drei Icons: Twitter, Tumblr und ein Logo für den HTML-Code zum weiteren Einbetten. Da lohnt sich das Raubkopieren ja gar nicht mehr. Aber was sind die Hintergedanken?

Embedded


Screenshot: Getty Ein »embedded journalist« ist ja gemeinhin ein Widerspruch in sich. Bisher kannte man das vor allem von Kampfeinsätzen der amerikanischen Armee. Was einerseits durchaus Zweifel an einer unabhängigen Berichterstattung aufkommen lässt, andererseits aber auch die Überlebenschancen des Berichterstatters erhöht. Bei der Army war das eine Reaktion auf den in Vietnam verlorenen Krieg an der Meinungsheimatfront. Jetzt bei Getty in gottlob friedlichem Umfeld ist das Embedden von Fotos auch die Reaktion auf einen verlorenen Krieg, nämlich den um das unerlaubte wilde Kopieren fremder Bilder. Bisher war Getty da eher für seinen Konfrontationskurs bekannt und wenn dann mal sogar Lizenznehmer wegen unlinzensierter Bildnutzung abgemahnt wurden, dann fiel das wohl auch unter friendly Fire oder Kollateralschaden

Aber warum?

Wenn man gegen eine Übermacht an Raubkopieren nicht bestehen kann, dann soll man doch besser an ihnen verdienen. Während im Verlagswesen langsam die Schraube zurück gedreht wird in Richtung kostenpflichtiger Inhalte und gegen die Internetgratiskultur, geht Getty nun den umgekehrten Weg. Für die redaktionelle Nutzung sind unzählige Bilder umsonst. Aber was hat Getty davon? Wie bei den anderen großen Gratiskraken geht es natürlich auch um die Monopolstellung am Markt. Aber auch um ganz banale Werbung. Die eingebetteten Bilder sind nur nur 500x650 Pixel groß. Wer es größer will, muss bezahlen und weiß ja jetzt glücklicherweise wo. Zudem behält sich Getty vor, über diesen Kanal auch Werbung zu zeigen. Und die Agentur kann die Nutzungsdaten auch auswerten und diese Auswertungen vermarkten. Außerdem ist es natürlich leicht spendabel zu sein, wenn man den Fotografen auch nichts zahlt. Mit embedded, mit gehangen.

Werbung oder nicht Werbung


Screenshot: Getty Wer einen Blog betreibt, dem kann das Fotografenschicksal natürlich auch erst mal egal sein. Und je großartiger das Bild, desto größer die Chance, dass der Lichtbildner schon den ein oder anderen Euro damit verdient hat. Getty verbietet eine kommerzielle Nutzung, versteht darunter allerdings nicht – zumindest dem ein oder anderen Interview der Verantwortlichen zu Folge –, wenn der Nachrichtendienst oder der Blog auch Anzeigen beinhaltet. Was ja auch widersinnig wäre, da Getty selbst Anzeigen über den Bilderviewer vertreiben kann. Klassische Werbung oder PR-Arbeit ist mit den Bildern dagegen immer verboten. Wie nicht anders zu erwarten, verbieten die Nutzungsbedingungen auch alles was den Sittenwächtern missfällt. Eine Pornoseite mit Bildikonen von Kennedy bis Armstrong wird es also auch in Zukunft nicht geben. Aber Getty behält sich sowieso vor, die Bilder wieder abzuziehen. Wem also wichtig ist, dass auf seiner Webseite alles so bleibt wie es ist, der sollte sich seine Fotos vielleicht woanders besorgen. Individueller ist es sowieso. Es gibt ja durchaus Fotografen, die noch Termine frei haben.

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