Korrekturzeichen

22.02.2007 09:00:00
Zur Korrektur von Druckfahnen ist eine einheitliche Schreibweise unerlässlich, weshalb in DIN 16511 standardisiert wurden - die heute wichtigsten Zeichen für Layouter ...

Wer schon einmal eine nach eigenen Regeln korrigierte Druckfahne in Händen hielt, weiß wie wichtig eine einheitliche Vorgehensweise ist. Eindeutige Angaben zur Korrektur sind unerlässlich, soll der Layouter später wissen, was er im Text verbessern soll. Um zeitraubende Zweitkorrekturen zu vermeiden standardisierte man die Korrekturzeichen nach DIN 16511 und kann sie in jedem Rechtschreibwörterbuch, wie dem Duden, nachschlagen. Doch viele dieser Zeichen werden dank moderner Satztechnik nicht mehr benötigt.

Warum Korrekturzeichen?

**** Kreativität ist beim Schreiben ebenso wichtig, wie beim Satz der Texte. Geht es aber an die Korrektur eines fertig gesetzten Textes, kann Kreativität verheerende Folgen haben. Was hat er damit bloß gemeint? Was soll das denn heißen? Derlei Fragen sind nicht nur zeitraubend, sie kosten bares Geld. Deshalb müssen Layouter und der Korrigierende die gleiche Sprache bezüglich der Korrekturzeichen sprechen. Die hierzu in Deutschland nach DIN 16511 standardisierten und in Rechtschreibwörterbüchern wie dem Duden erläuterten Korrekturzeichen erleichtern dabei die gemeinsame Arbeit ungemein. Denn bei Anwendung dieser Standardzeichen weiß jeder, was gemeint und wie es gemeint ist. Deshalb sollten sich Setzer, Layouter und Grafiker ebenso darum bemühen, den Standard zu kennen, wie Lektoren, Schreiber und Auftraggeber.

Veraltete DIN-Norm

Die DIN 16511 entspricht inhaltlich in etwa der internationalen Norm ISO 5776 (Proof correction marks), ist jedoch in den letzten Jahren stark beanstandet worden. Hauptkritikpunkt der in der Norm festgehaltenen Korrekturzeichen ist, dass sie nicht auf die technischen Neuerungen eingehen. Deshalb wird derzeit an einer Überarbeitung der bestehenden Korrekturzeichen gearbeitet, die vor allem heutzutage auf Grund der technischen Möglichkeiten kaum noch vorkommende Fehler außen vor lässt. So findet man heute kaum noch Texte mit auf dem Kopf stehen Buchstaben (so genannte "Fliegenköpfe") und aus der Zeile rutschende Buchstaben sind eigentlich nicht mehr möglich. Eine weitere Forderung ist aber auch, dass sich DIN 16511 den elektronisch möglichen Korrekturworkflows anpasst. So können in den unterschiedlichen Textverarbeitungsprogrammen längst nachvollziehbare Änderungen elektronisch vorgenommen werden. Dies aber ohne die hierzu notwendigen Korrekturzeichen. Kommentare in PDF-Dokumenten sind ebenfalls nicht mit diesen Zeichen auszustatten. Ein Manko, dem man zur Zeit versucht beizukommen, das aber noch nicht behoben wurde.

Korrekturzeichen richtig einsetzen

Bis dies der Fall ist, sind Korrekturzeichen nur für die handschriftliche Berichtigung von Fehlern zu nutzen. Hierbei muss jedes im Text eingezeichnete Korrekturzeichen am Rand wiederholt werden. Rechts neben dem Fehler muss die erforderliche Änderung dann neben das wiederholte Korrekturzeichen geschrieben werden. Das aber natürlich nur dann, wenn das Korrekturzeichen nicht für sich selbst spricht, wie dies bei
Absatz-Einschüben (),
Zusammenbinden von zwei Absätzen ()
oder einem zu tilgenden () oder fehlenden Einzug ()
der Fall ist.

Eindeutig korrigieren!

Wichtig ist auch, dass die Korrekturzeichen eindeutig dem angezeichneten Fehler zuzuordnen sind. Besonders bei großer Fehlerdichte sollten deshalb die Korrekturzeichen besonders markiert werden, beispielsweise durch unterschiedliche Farben, umdrehen der Ausrichtung der Zeichen oder besondere Markierung, wie einem Kringel, mehreren "Fahnen" etc.

Wichtigste Korrekturzeichen

Zu den wahrscheinlich am häufigsten gebrauchten Korrekturzeichen für Schrift- und Buchstabenfehler gehören die folgenden:

Tilgungszeichen: Soll ein Wort, ein Zeichen oder anderes ganz gelöscht werden, verwendet man das Tilgungszeichen (für "delatur", "es werde getilgt") neben dem wiederholten Korrekturzeichen ().

Falsch Korrigiertes: Hat man aus versehen etwas fälschlicherweise durchgestrichen, macht man dies rückgängig, indem man die Korrektur am Rand wieder durchstreicht und unter das Korrekturzeichen im Text Punkte setzt.

Andere Schrift oder -größe: Unterstreichen Sie die betreffende Stelle einfach und schreiben Sie am Rand das Gewünschte (Art, Größe, Auszeichnung). Handelt es sich um etwas falsch Hervorgehobenes, schreibt man am Rand "gewöhnlich" oder "Grundschrift". Kursivschrift wird hingegen oft nur durch eine Wellenlinie () gekennzeichnet.

Zwiebelfische: Darunter versteht man aus anderen Schriften gesetzte Buchstaben, Sie werden durchgestrichen und am Rand zweimal unterstrichen.

Falsche Buchstaben/Wörter: Sie werden durchgestrichen und am Rand durch die richtigen ersetzt. Kommen in einer Zeile mehrere Fehler vor, erhalten diese der Reihenfolge nach unterschiedliche Zeichen. Handelt es sich hingegen immer um denselben falschen Buchstaben, wird nur ein Korrekturzeichen verwendet.

Falsche Trennungen: Werden am Zeilenschluss und am folgenden Zeilenanfang angestrichen und am Rand richtig getrennt geschrieben.

Getrennt-/Zusammenschreibung: Wird nach der Streichung eines Bindestrichs oder Buchstabens die Schreibung der verbleibenden Zeichen zweifelhaft, wird außer dem Tilgungszeichen ein Doppelbogen () für die Zusammenschreibung und ein Absatzzeichen für die Getrenntschreibung genutzt.

Fehlende Wörter/Buchstaben: Sie werden kenntlich gemacht, indem man sie anstreicht und am Rand berichtigt. Wörter oder Teile davon legt man eindeutig fest durch einen abgegrenzten Balken (). Fehlende Wörter markiert man mit dem Winkelzeichen ().

Verstellte Wörter/Buchstaben: Sind Buchstaben verdreht, werden diese durchgestrichen und am Rand in der richtigen Reihenfolge angegeben. Wörter werden durch das Umstellungszeichen gekennzeichnet (). Größere Umstellungen von Wörtern kennzeichnet man, indem man die Wörter in der richtigen Reihenfolge nummeriert. Ist das zu unübersichtlich, sollte der Text gestrichen und am Rand neu geschrieben werden. Verstellte Zahlen sind immer durchzustreichen und am Rand richtig zu schreiben.

Blockieren von Text: Für unleserliche oder zweifelhafte Manuskriptstellen wird vom Korrektor eine Blockade verlangt ().

Wortzwischenraum: Fehlender Wortzwischenraum wird mit einem umgekehrten Absatzzeichen () markiert. Zu weiter Zwischenraum wird durch einen Strich mit Bogen (), ein zu enger mit umgekehrtem Bogen () gekennzeichnet.

Zeilenabstand: Ist der Zeilenabstand zu eng geraten, verwendet man einen Strich zwischen den Zeilen mit einem nach außen offenen Bogen (). Ist er zu weit geraten, ist der Bogen am Ende des Strichs nach innen offen ().

Ligaturen: Die zusammengezogenen Buchstaben werden verlangt, indem man die fälschlich einzeln nebeneinander gesetzten Buchstaben durchstreicht und am Rand mit einem Bogen darunter wiederholt. Fälschlich gesetzte Ligaturen werden durchgestrichen, auf dem Rand wiederholt und durch einen senkrechten Strich dazwischen getrennt.

Weitere Korrekturzeichen finden sich in jedem Duden am Anfang unter dem Stichpunkt "Korrekturvorschriften". Hier kann man auch immer nachschlagen, wenn einem ein Korrekturzeichen unbekannt vorkommt.

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