Know-how zur Abgeltungssteuer

11.12.2008 09:00:00
2009 wird in Deutschland die Abgeltungssteuer – eine Quellensteuer auf Kapitalerträge – eingeführt. Unternehmer müssen in Zukunft genau rechnen, wie sie Investitionen finanzieren.

Die Banken informieren schon seit geraumer Zeit über die Abgeltungssteuer, die zum 1. Januar 2009 in Kraft tritt. Sie soll die Steuererhebung auf alle Kapitalerträge vereinfachen und vereinheitlichen. Betroffen von der neuen Gesetzgebung sind jedoch nicht nur Privatanleger, sondern indirekt auch Unternehmer und Selbstständige.

Was wird wie besteuert?

Die Abgeltungssteuer muss auf alle Kapitalerträge errichtet werden. Darunter fallen Zinsen, Dividenden und Kursgewinne – vorausgesetzt, diese Erträge liegen über dem so genannten Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Person. Der einheitliche Steuersatz beträgt 25 Prozent. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Der Steuersatz ist für alle Steuerpflichtigen gleich, egal, wie viel sie verdienen und welchem Einkommens- beziehungsweise Lohnsteuersatz sie unterliegen. Um die Abführung der Steuern müssen sich die Steuerpflichtigen nicht selbst kümmern: Die Banken ziehen den Steuersatz automatisch ab, bevor sie dem Anleger seine Erträge gutschreiben.

Kursgewinne

Die Spekulationsfrist für Kursgewinne fällt nach der Einführung der Abgeltungssteuer ebenfalls weg. Bislang waren Gewinne, die erst nach mindestens einem Jahr realisiert wurden, steuerfrei. Ab dem 1. Januar 2009 werden dagegen alle Kursgewinne unabhängig von der Haltedauer der Wertpapiere im Depot mit der Abgeltungssteuer belastet. Auch die bisherige Freigrenze für Kursgewinne entfällt – sie geht quasi im Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Person auf. Ebenfalls wegfallen wird das Halbeinkünfteverfahren, wonach Dividenden und Aktienkursgewinne nur hälftig versteuert werden müssen. Das alte Recht gilt jedoch nach wie vor für Aktien, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden. Eine Ausnahme stellen lediglich einige Zertifikate dar.

Bauspar- und Rentenverträge

Auch Sparverträge über vermögenswirksame Leistungen, die vom Arbeitgeber bezahlt werden, fallen unter die Abgeltungssteuer. Riester-Rentenverträge sind während der Ansparphase abgeltungssteuerfrei. Auch die Auszahlungen werden nicht von der Abgeltungssteuer tangiert. Hier muss der Steuerpflichtige jedoch die Einkünfte aus dem Sparvertrag mit seinen weiteren Einkünften in der Einkommenssteuer versteuern. Das nennt man nachgelagerte Besteuerung. Private Rentenversicherungen sind ebenfalls nicht von der Abgeltungssteuer betroffen.

Verluste verrechnen

Eine Verrechnung von Verlusten bei der Abgeltungssteuer ist möglich. Allerdings können Aktiengewinne auch nur mit Aktienverlusten verrechnet werden. Verluste aus anderen Wertpapier- oder Termingeschäften lassen sich dagegen mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Rentner, Studenten oder Geringverdiener, die keine Einkommenssteuer bezahlen müssen, werden auch von der Abgeltungssteuer generell befreit.

Das sollten Unternehmer beachten

Zinserträge aus Guthaben, die im Rahmen einer gewerblichen Betätigung anfallen, unterliegen nicht der Abgeltungssteuer. Selbstständige sollten dennoch ihre Strategie ändern und der Abgeltungssteuer anpassen. Entscheidend ist, dass Haben- und Sollzinsen in Zukunft nicht mehr gleich behandelt werden. Schuldzinsen, zum Beispiel durch eine Investition in die Firma, lassen sich nach wie vor in Höhe des persönlichen Steuersatzes absetzen, während Guthabenzinsen nur noch mit 25 Prozent besteuert werden. Daher kann es der Fall sein, dass die effektive Belastung mit Schuldzinsen geringer ausfällt. Das bedeutet, Selbstständige müssen im Einzelfall bei Investitionen genau überlegen, ob sie möglichst viel Eigenkapital einsetzen oder ob es günstiger kommt, einen Kredit aufzunehmen.

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