Italic und Kursiv

31.05.2007 09:00:00
Gehört der Schriftschnitt Italic zu den Kursiven? Eine Reise zu den Ursprüngen der kursiven Schriften klärt auf.

Unter Schriftschnitt versteht man heute die Variationsmöglichkeit eines Schriftbilds. Alle Varianten zusammen genommen bilden die Schriftfamilie. Es gibt Schriften, die aus nur einem Schnitt bestehen, und Schriften, die 20 und mehr Schnitte beinhalten. Dabei wird zwischen der Schriftbreite: schmal, normal, breit, der Schriftstärke: leicht, mager, halbfett, fett und der Schriftlage unterschieden. Bei der Schriftlage taucht häufig die Frage auf: Meint Italic und Kursiv das Gleiche?

Von Hand geschrieben

Der Ursprung der kursiven Schriften ist im Mittelalter zu finden. Ein italienischer Gelehrter soll zum ersten Mal eine kursive Schrift eingesetzt haben. Besonders bei den Buchstaben "a" und "g" konnte man bei den von ihm angefertigten Dokumenten erkennen, dass er nicht nur das Papier leicht drehte, um schräg zu schreiben, sondern dass die Kursive auf einem anderen Schreibstil und einer schnelleren Schreibweise beruhte. Daher stammt auch das Wort "kursiv", das vom lateinischen Begriff für laufen, "currere", abgeleitet ist . Auch die Tatsache, dass Kursivschriften in der Regel nach rechts geneigt sind, erklärt sich daher: Sie wurden zunächst von Hand geschrieben.

Die Schrift der Gelehrten

Andere Gelehrte verwendeten ebenfalls die Kursivschrift in ihren wissenschaftlichen Werken, sodass sie sich zur Schrift der Gebildeten entwickelte. Der Italiener Aldus Manutius (1449 bis 1515) , der als "Erfinder" der gedruckten kursiven Schrift gilt, entwickelte gemeinsam mit Francesco Griffo (1450 bis 1518) aus dem italienischen Bologna Kursivschriften, um auch das Buchmaterial der Gelehrten kursiv drucken zu können. 1501 verwendete er die Kursivschrift das erste Mal in einer Ausgabe des lateinischen Dichters Vergil.

Der Name für das Plagiat

Konkurrierende Druckereien neideten Aldus Manutius und Francesco Griffo jedoch den Erfolg, den die beiden mit dem Druck der Kursivschriften erreichten. Sie kopierten deshalb die kursiven Schnitte, brachten sie jedoch unter einem anderen Namen auf den Markt: Sie bezeichneten den Schriftschnitt nach dem Land, in dem der hergestellt wurde, als "italic". Beide Bezeichnungen - kursiv und italic - meinen also in diesem Zusammenhang das Gleiche. Die Schriftschnitte, die unter der Bezeichnung "italic" erschienen, waren lediglich das Plagiat oder die Kopie der ursprünglichen Kursiv-Schriften. Die Bezeichnung "italic" hat sich aber bis heute, vor allem im angelsächsischen Raum, gehalten.

Echte und unechte Kursive

Auch wenn italic und kursiv dasselbe bezeichnen, so dürfen doch echte und unechte Kursivschriften nicht miteinander verwechselt werden. Unechte Kursivschriften sind lediglich vom Computer schräg gestellte Normalschriften. Sie werden auch als "oblique" bezeichnet; dem englischen und französischen Begriff für "schräg" beziehungsweise "abgeschrägt". Durch das Schrägstellen per Mausklick verzerrt das Schriftbild. Echte Kursive sind dagegen eigens entworfene Schriftschnitte. Die Unterschiede lassen sich wie schon im Mittelalter vor allem bei den Kleinbuchstaben "a" und "g" erkennen, die meist auf einem anderen Stil beruhen als in der Normalschrift.

Anwendungen

Die Kursivschriften werden heutzutage meistens dann eingesetzt, wenn eine Textpassage hervorgehoben werden soll. In Romanen werden oft die Gedanken der Protagonisten in Kursivschrift dargestellt. Darüber hinaus werden Kursivschriften verwendet, um in Literaturverzeichnissen die Titel von Büchern und Zeitschriften zu nennen. Wird ein ganzer Satz in Kursivschrift gesetzt und möchte man in diesem Satz ein Wort hervorheben, so wird dieses Wort wiederum in Normalschrift gesetzt.

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