Internetnutzung ohne Grenzen

17.03.2011 09:00:00
Körperlich beeinträchtigte Websurfer haben oft mit den Tücken von Internetseiten zu kämpfen. Das muss nicht sein, wenn man die Grundsätze der Barrierefreiheit beachtet.

Blinde, sehbehinderte, aber auch taube und schwerhörige Menschen haben oft große Probleme, sich alle Informationen im World Wide Web zugänglich zu machen. Verantwortungsbewusste Webdesigner achten daher darauf, ihren Internetseiten die Hürden zu nehmen. Die wesentlichen Anforderungen regelt die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV).

Inhalte und Farben

Quelle: Kenneth Brockmann Pixelio

Quelle: Kenneth Brockmann
(Pixelio) 14 Anforderungen enthält die BITV. Die erste besagt, dass Inhalte, die visuell und akustisch aufgenommen werden, auch auf einem anderen Weg angeboten werden. Inhalte, die nicht aus Text bestehen, müssen auch textlich beschrieben wiedergegeben werden. Was in Videos sichtbar ist, sollte auch über eine Tonspur erklärt werden. Des Weiteren müssen die Internetseiten auch dann verständlich sein, wenn der Nutzer Farben kaum oder gar nicht wahrnehmen kann. Entscheidend ist hier der Kontrast. Selbstverständlich sollte sein, dass HTML-Standards korrekt verwendet werden, damit es zu keinen Darstellungs- und Wiedergabeproblemen kommt. Das gilt auch für Tabellen.

Sprache und Darstellung

Wird die Sprache gewechselt oder wird eine Abkürzung verwendet, so ist beides deutlich zu kennzeichnen. Abkürzungen müssen für die bessere Verständlichkeit erklärt werden. Eine weitere Anforderung besagt, dass alle Inhalte mit älteren Browsern oder Techniken, beispielsweise Betriebssystemen, angezeigt werden können. Arbeiten Elemente auf der Webseite zeitgesteuert, so muss der Anwender in diese Steuerung eingreifen können – beispielsweise bei Videos oder Werbeelementen. Auch die Aktualisierung von Livetickern und ähnlichem sollte der Nutzer selbst regeln können. Blinkende Inhalte oder Bildschirmflackern müssen vermieden werden.

Unabhängige Nutzung, klare Gliederung

und Applets müssen bei barrierefreien Webseiten direkt zugänglich sein. Die Nutzung der Webseite darf außerdem nicht von bestimmten Ein- oder Ausgabegeräten abhängig sein. Gleiches gilt für die bei der Programmierung verwendeten Elemente. Ebenfalls einer uneingeschränkten Nutzung abträglich sind Pop-up-Fenster. Bei Formularen muss darauf geachtet werden, dass klar erkennbar ist, welche Information in welches Feld eingetragen werden soll. Klar erkennbar sein müssen auch Gliederung von Textblöcken sowie die Navigation generell. Texte sollten einfach und deutlich gehalten werden.

Verwendung mit Screenreadern

Spezielle Screenreader helfen Blinden und stark Sehbehinderten im Internet zu surfen. Die Hilfsmittel geben Inhalte akustisch oder durch die Umwandlung in die Braille-Schrift wieder. Auch Menüs, Fenster und Symbole werden so „übersetzt“. Umso wichtiger ist es, dass für Fotos, Grafiken und andere Elemente Alternativtexte für die Screenreader hinterlegt werden. Denn Screenreader tragen dazu bei, den wichtigsten Grundsatz der Barrierefreiheit im Web umzusetzen: Jeder muss Zugang zu den Informationen im Internet erhalten, und zwar ohne fremde menschliche Hilfe.

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