Individuelle Infografiken gestalten

29.10.2015 09:00:00
Infografiken sind für fast jeden Gestalter eine Herausforderung. Hier finden Sie Regeln und Tipps für die Gestaltung.

Infografiken sind für fast jeden Gestalter eine Herausforderung. Oft gilt es unüberschaubare Zahlenreihen in eine für den Betrachter leicht zu erfassende Form zu bringen. Dabei soll bitte kein simples Balkendiagramm verwendet werden. Doch wie geht man so etwas am besten an? Marianne Deiters beschreibt einige Regeln und gibt Tipps, die helfen können die ersten Hürden bei der Gestaltung zu überwinden.

Material sichten und erste Visualisierung

Die Grundlage bildet selbstverständlich das Informationsmaterial, welches in der Grafik untergebracht werden soll. Versuchen Sie direkt bei der ersten Sichtung Themen und Wörter direkt in eine Bildsprache zu übersetzen. Zum Beispiel können Sie Gruppen bilden und Wörter wie Mann, Frau, Kind oder Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch oder Auto, Zug, Flugzeug, wunderbar in leicht erfassbare Bildchen umsetzen. Zur Zeit sind minimalistisch gestaltete Icons der Renner. Icons können aber genau so gut schnörkelig aussehen, solange sie schnell erfassbar bleiben und einen durchgängig gleichen Stil besitzen. Es sollte selbstverständlich noch zum CI des Auftraggebers passen. Wenn Sie diese aus Zeitmangel nicht selbst gestalten wollen, bleibt immer noch der Weg über Stock Agenturen, die oft tolle Vektor-Icon-Sets anbieten.

Budget abwägen

Quelle: freepick.com

Eine komplexe Infografik ist nicht in 2 oder 3 Stunden umzusetzen, wenn sie richtig gut werden soll, das müssen Sie Ihrem Auftraggeber klar machen, falls dieser andere Vorstellungen hat, denn leider hängen die Ergebnisse auch oft vom Budget ab. Auf der Website

http://www.freepik.com finden Sie zum Teil gut gestaltete anpassbare Illustrator Vorlagen zu einem günstigen Preis. Die Schwierigkeit wird aber sein, das Passende zu finden, deshalb ziehe ich persönlich es vor, keine Zeit mit der Suche nach Vorlagen zu verschwenden und meine eigene Gestaltung zu machen, die danach auch meine Handschrift trägt. Allerdings kann man sich sicher inspirieren lassen. Auf Pinterest gibt es dazu eine riesige Auswahl an Grafiken.

Die Story

Bei allen Einzelheiten muss die Story im Vordergrund stehen, die sich wie ein roter Faden durch die Gesamtheit der Einzelinformationen zieht. Je nach Art der Story kann das eine Zeitleiste sein, ein schön gestalteter Stammbaum, oder Sie gestalten die einzelnen Informationen in Formen, die zusammengesetzt das Bild des Themas ergeben, welches dann schon von weitem identifiziert werden kann. Auch ein Hintergrund aus einem abgesofteten Bild, eventuell auch in Graustufen, welches das Thema visualisiert bringt den Betrachter gezielt zur gewünschten Aussage. Ein gut umgesetztes Beispiel finden Sie hier.

Zahlen und Diagramme einbauen

Wenn viele Zahlen im Spiel sind, die eventuell bis zuletzt variieren oder wenn diese später dynamisch ersetzt werden sollen, führt kein Weg an Diagrammen vorbei, diese kann man aber elegant als einzelne Objekte in das bestehende Layout einbauen. Zahlen, die auf Dauer gültig sind, können einfach als Text verwendet werden, wobei hier eine klare Schriftart mit großer Schriftgröße verwendet werden sollte, damit die Information auch gelesen wird. In einer Infografik soll alles leicht erfassbar sein, und wenn es Zahlen sein müssen, dann sollte der Leser keine Lupe benutzen müssen.

Die Farben

Farben haben selbstverständlich einen großen Einfluss auf die Gestaltung. Wenn das CI des Auftraggebers nur eine Farbe erlaubt müssen wir eben mit Farbtönen arbeiten und Grautöne gehen immer. Es sollten laut Gestaltungsregeln nicht zu viele Farben (max. 3 bis 4) verwendet werden, gedeckte Töne schmeicheln angestrengten Augen, aber manchmal muss es auch richtig knallen.

Ein Beispiel

Quelle: Marianne Deiters

Vielleicht dürfen bei eher farblosen CI Vorgaben trotzdem Fotos benutzt werden, die man direkt als Objekte zur Visualisierung von Sachverhalten benutzt. So kann sich die Größendarstellung auf Fördermengen, Verkäufe und „hnliches beziehen. Ich habe dazu ein kleines Beispiel mit Abbildungen von Salzen gebastelt.

Gedanken zum Aufbau der Beispiel Infografik

Die verwendeten Farben habe ich aus den Bildern gesampelt und als Blöcke im Hintergrund benutzt, diese bilden gleichzeitig eine Unterteilung der Grafik. Das Ganze sieht locker aus, ist aber trotzdem leicht zuzuordnen. Die Grafik ist so aufgebaut, dass sie jederzeit erweiterbar ist, die Hintergrundblöcke können einfach in die Länge gezogen werden, oder es können waagerecht weitere Blöcke hinzugefügt werden. Die verspielte Typo der Headline soll ein bisschen Hawaiistimmung hervorrufen, ist aber lesbar genug, um das Thema schnell zu erfassen.
Diagramme und längere Texte können leicht auf die Blöcke verteilt werden. Das Beispieldiagramm ist in Apple Numbers entstanden. Es kann dort jederzeit bearbeitet werden und in der Grafik ausgetauscht werden. Falls Sie keine passende Software zur Gestaltung von Diagrammen besitzen, werden Sie auch online fündig: https://infogr.am/
Das Layout ist in Photoshop mit Formebenen und Smartobjekten entstanden und kann direkt für eine Online-Umsetzung verwendet werden. Für den Druck ist es ebenso leicht in Indesign oder Illustrator zu gestalten. Ach so :-), das Sushi hatte ich aus Illustrators Symbolbibliothek gerade zur Hand, es soll den möglichen Einsatz von Icon-Sets als Ersatz für Text zeigen. Hier zum Beispiel für welche Speisen sich eine Salzsorte eignet.

Ich hoffe, dass Sie die Tipps für Ihre eigene Gestaltung nützlich finden. Besuchen Sie mich gerne auf meiner Website www.education-point.de und fragen Sie firmenindividuelle Schulungen zur Creative Suite an.

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