Honorierung Ihrer Layoutrechte

31.08.2006 09:00:00
Erfahren Sie, wie Sie von der VG BILDKUNST und deren Verteilung von pauschalen Urheberrechts- Abgaben als Fotograf, Designer oder Künstler profitieren können ...

Die Arbeiten von Fotografen und Designern fallen ebenso unter das Urheberrecht, wie die von Musikern. Diese leben meist sogar von den regelmäßigen Ausschüttungen ihrer Verwertungsgesellschaft (VG), der GEMA. Doch nur die wenigsten Designer wissen, dass die Nutzung ihrer Werke ebenfalls von der VG BILDKUNST geschützt und pauschal honoriert wird. Sie schüttet allen ihren Mitgliedern hierzu regelmäßig eine Abgabe für jedes gemeldete Bild-Kunstwerk aus. Bares Geld, auf das kein Künstler verzichten sollte.

Geld für unbekannte Nutzung?

Jedermann weiß, dass Musiker, die einmal einen Hit gelandet haben, im Nachhinein hauptsächlich von den Ausschüttungen der GEMA lebt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Verwertungsgesellschaft, die als Mittler zwischen Schaffendem und Konsumenten darstellt. Jede Radiosendung, jede verkaufte CD und jeder CD-Rohling ist deshalb mit einer GEMA-Gebühr belegt. Was in der Musik bekannt ist, weiß im Bereich der bildenden Kunst kaum jemand. Aber auch für Künstler, Grafik-Designer und Illustratoren gibt es eine Verwertungsgesellschaft (kurz: VG), welche die Nutzungsrechte unbekannter Dritter gegenüber den Künstlern vertritt. Ihr Name: VG BILDKUNST. Sie nimmt die Ansprüche für gesetzlich gestattete Nutzungen von gestalteten Werken wahr und schüttet ihren Mitgliedern Geld aus. Geld also für die Nutzung des Werkes durch unbekannte Dritte, wie sie durch das Kopieren oder Veröffentlichen in Pressespiegeln, bei Lesezirkeln oder in Bibliotheken entstehen.

Schutz durch das Urheberrecht

Denn auch wenn dem bildenden Künstler nicht bekannt ist, ob und wo sein Werk genutzt wird, so unterliegt das Werk - eine bestimmte Schöpfungs- bzw. Gestaltungshöhe vorausgesetzt - doch dem Urheberrecht. Denn dort wird dem Urheber gleich zu Beginn ein besonderer Schutz seiner Werke zugesprochen: "Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes." (§ 11 UrhG) Damit steht jedem Urheber eines Werkes, auch eines bildend-künstlerischen, das exklusive Recht auf Veröffentlichung, Vervielfältigung und Bearbeitung sowie zur kommerziellen Verwertung seiner Werke zu. Einzige Voraussetzung hierzu ist die bereits erwähnte Gestaltungshöhe, die jedoch im Gesetz nicht genauer definiert wird.

Was unterliegt dem Urheberrecht?

Allgemeingebräuchliche Abbildungen, zu denen auch Werbelayouts oder -grafiken zählen, sind deshalb nur schwer zu schützen, wohingegen Illustrationen, künstlerische Grafiken und Bilder mit "künstlerischem Wert" vom Urheberrecht abdeckt sind. Mit anderen Worten: Für eine Werbebroschüre gestaltete Logos sind sogenannte "Gebrauchsgrafiken" und sind nicht geschützt. Illustrationen, Buchgestaltungen, Postkartenvorderseiten mit künstlerischem Asudruck etc. unterliegen hingegen dem Schutz des Urheberrechtes. Doch die Grenzen dazwischen sind fließend und so beschäftigen sich viele Gerichte damit, was dem Begriff "Gestaltungshöhe" unterliegt. Der Unterschied liegt meist in der Einzigartigkeit der Ausführung und dem "künstlerischen Wert". Diese Arbeiten sind immer vom Urheberrecht geschützt.

VG BILDKUNST

Doch diesen Schutz zu überwachen und von jedem Nutzer einer Illustration oder eines Bildes eine Vergütung zu verlangen ist mitunter schwer. Sei es, weil man nicht immer alle Zeitschriften kontrollieren kann, die vielleicht die eigene Gestaltung abdrucken. Sei es, weil man in einem Bildband abgedruckt wird oder gar eine Buchgestaltung gemacht hat, dessen Vervielfältigung durch Kopierer etc. man einfach nicht kontrollieren kann. Hier kommt die VG BILDKUNST ins Spiel. Sie setzt sich für den Schutz des geistigen Eigentums ein und schüttet Vergütungen für die Nutzung der bei ihr gemeldeten Werke an ihre Mitglieder aus. Dabei nimmt die VG BILDKUNST für Fotografen, Grafik-Designer und sonstige Bildurheber, die nicht im engeren Bereich der "Bildenden Kunst" arbeiten, nur die sogenannten "Vergütungsansprüche" wahr. Sie überwacht also die gesetzlich gestattete Nutzung der Werke und deren Ansprüche, welche der Grafik-Designer gar nicht mehr im Auge behalten kann. Hierzu zählen die Vergütungen für das Herstellen von Kopien, die mit Hilfe von Fotokopiergeräten oder Scannern oder mittels CD-Brennern hergestellt werden. Desweiteren gehört dazu die Vergütung für die Ausleihe von illustrierten Werken in Bibliotheken (Bibliothekstantieme) oder durch Lesezirkel. Und natürlich zählen auch die Vergütung für die simultane Kabelweiterleitung von Fernsehprogrammen und die Vergütung für die Nutzung von Abbildungen in Pressespiegeln dazu.

Weitere Leistungen für "Bildende Kunst"

Neben der Berufsgruppe II (Fotografen, Designer) können auch bildende Künstler und im Filmgeschäft tätige Mitglied der VG BILDKUNST werden. Diese übertragen jedoch zusätzlich durch die Mitgliedschaft die sogenannten Inkassorechte an die Verwertungsgesellschaft. Das hat den Vorteil, dass man sich als Künstler nicht mehr weiter darum kümmern muss, wann und wo ein Bild veröffentlicht wird. Die VG BILDKUNST erledigt alle in diesem Zusammenhang anfallenden Arbeiten, ist Kontrollinstanz, vergibt Lizenzen, nimmt dafür Gebühren und verteilt diese wieder an die Künstler - abzüglich natürlich einer Bearbeitungsgebühr.

Mitglied werden

Für Fotografen, Bildjournalisten, Designer, Karikaturisten, Pressezeichner, Bildagenturen oder Verleger aber nimmt die VG BILDKUNST nur die "Vergütungsansprüche" wahr. Sie schüttet also, wie oben bereits erwähnt, Geld für die Nutzung unbekannter Dritter aus. Doch auch hierzu muss der Grafiker Mitglied der Verwertungsgesellschaft werden, indem er einen sogenannten "Wahrnehmungsvertrag" mit der Verwertungsgesellschaft abschließt. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben. Den Wahrnehmungsvertrag kann man einfach per E-Mail unter nfo@bildkunst.de mit dem Betreff "Vertragsformulare Berufsgruppe II" anfordern. Eine Kopie des Vertrags findet man auch auf der Homepage der Gesellschaft im Bereich "Verträge", Unterbereich "Berufsgruppe II". Nachdem der Wahrnehmungsvertrag im Original ausgefüllt und an die VG BILDKUNST zurückgeschickt wurde, kann man online alle Werke melden, für die man die Rechte besitzt.

Berechnung und Ausschüttung Ihrer Vergütungsansprüche

Für jedes gemeldete Werk werden dann jährlich Vergütungen ausgeschüttet. Zur Berechnung der eigenen Anteile an dieser Vergütung muss man allerdings dennoch weitestgehend angeben, wie und wo die Zeichnung oder das Logo veröffentlicht wurden. Also ob damit nur ein Flyer bedruckt wurde, oder ob man auch noch in einem Bildband damit auftrat. Die VG BILDKUNST stellt hierzu Meldeunterlagen zur Verfügung, in denen man gebeten wird, die Medien zu bezeichnen, in denen die eigenen Werke veröffentlicht worden sind bzw. auch in einigen Fällen die hierfür erhaltenen Honorare anzugeben. Nur so kann errechnet werden, welche Anteile das Mitglied an der von der VG BILDKUNST durch Pauschal-Verträge erzielten Vergütung für das Kopieren, das Ausleihen von Büchern in Bibliotheken und für die Kabelweitersendung besitzt.

Wie hoch sind die Ausschüttungen tatsächlich?

Wie hoch dann die Ausschüttungen tatsächlich sind, kann keiner so genau sagen. Sie hängen von der Auflage des Mediums ebenso ab, wie von der Möglichkeit, dass das Medium öfters kopiert wird, beispielsweise bei in Bibliotheken stehenden Büchern. Flyer werden deshalb weniger Ausschüttungen erhalten, als Bücher, elektronische Pressespiegel hingegen mehr als eine Broschüre. Dennoch sollte man nicht auf dieses Geld verzichten, denn es steht einem als Urheber zu. Und da die Anmeldung bei der VG BILDKUNST nicht all zu kompliziert ist und die Meldung der einzelnen Werke nur ein wenig Zeit in Anspruch nimmt, sollte jeder Fotograf, Bildjournalist, Designer, Karikaturist, Pressezeichner, Bildagentur oder Verleger ernsthaft über den Abschluss des Wahrnehmungsvertrags mit der VG BILDKUNST nachdenken.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!