Holga is back

23.03.2017 09:00:00
Das lustigste Missverständnis der Fotogeschichte ist wieder zurück. Es lebe die ganz eigene Bildsprache der billigen chinesischen Analog-Mittelformatkamera.

Die Holga hat in ihrer kleinen Nische unser Fotobild von der Welt so sehr geprägt, dass sie es sogar als Filter in Foto-Apps geschafft hat. Nur damit unsere klinischen Digitalfotos wieder wie vom echten Leben belichtet aussehen. Über ein Jahr schien es, als ob wir künftig nur noch in Apps in den Erinnerungen schwelgen könnten. Die Produktion war eingestellt, die Produktionsanlagen abgebaut. Aber jetzt gibt es wieder neue Holgas. Die Zukunft ist analog.

Back im Boom

Wer braucht schon scharfe Bildränder? Die Holga nicht.
Quelle: Kesberger
Irgendwie passte diese Meldung Ende 2015 nicht in die Welt. Während der Filmverbrauch analog zur Vinylplatte wieder stieg, sollte die Holga keine Absatzchance mehr haben? Nein, es waren wohl eher wirtschaftspolitische Gründe, die dem Besitzer des Werkes kurzfristig die Aufenthaltsgenehmigung in China entzogen. Lange hat es gedauert, aber jetzt ist jemand in Besitz der Stanzwerkzeuge, der damit wieder Kameras bauen lassen will und kann. Die Holga kehrt zurück. Nicht in der Produktvielfalt der der letzten Jahre, aber diesem zweiten Anfang wohnt wieder ein Zauber inne.

Das war doch gar nicht so gemeint

Erst mal wird die Holga nun in Schwarz wieder aufgelegt, aber auch die bunten Sonderserien kriegen ja vielleicht dereinst wieder ihre Chance.
Quelle: Kesberger
Eigentlich ist die Holga ein Missverständnis. 1982 kam diese Mittelformatkamera für Rollfilm im Format 6x4,5 und 6x6 auf den Markt. Sie sollte den Chinesen in Massen die Fotografie näher bringen. Doch die fühlten sich eher von dieser rückständigen Einfachstkamera veralbert. Mittelformatkameras fast ohne Technik gab es schließlich in Europa Jahrzehnte vorher schon. Erst die Box, später die Diana oder in der DDR die Pouva Start. Die Chinesen waren nur begrenzt begeistert, aber in den 1990ern setzte der Siegeszug der Holga im Westen an. Die schlechte Schärfe kombiniert mit der Farbsättigung und Tonwertwiedergabe des großen Rollfilms sorgten für eine ganz eigene Bildsprache. Und die passte gerade in digital-analoge Umbruchzeit.

Plastik und Glas

Gerade in Schwarzweiß lebt die Holga vom Tonwertreichtum des Rollfilms
Quelle: Kesberger
Aber die Holga kann noch mehr nicht. Die Plastiklinse lässt nur einen relativ engen Farbbereich von 400 bis 600 nm zum Film durch. Dazu kommt die rudimentäre Belichtungseinstellung. Eigentlich steht die Blende 8 auf der Linse. Stimmt nur nicht. Bis 2009 passierte gar nichts, wenn man die Belichtungseinstellung von Sonne auf Wolken stellte. Seitdem pendelt sie wenigstens von 13 zu 19 und zurück. Was nun wirklich nicht lichtstark ist. Zum Glück gibt es inzwischen wenigstens neben der 1/100 s auch eine Bulb-Einstellung für Langzeitaufnahmen.

Von Fehlern und Weiten

Die Holga gab es in zahlreichen Spezialvarianten, hier als 6x12-Panoramakamera mit Glaslinse.
Quelle: Kesberger
Neben optischen Fehlern aller Art, gibt es je nach Tagesform auch Lichteinfall und besonders im 6x6-Format teils kräftige Vignettierungen. Randunschärfen gehören zum Konzept, das Motiv legt man folglich besser in die Bildmitte. Die Version mit Glaslinse erhöht die Unterschiede zwischen Mitte und Rand eher noch. Auch schön. Dafür sind unabsichtliche Doppelbelichtungen nur vom Fotografen selbst zu verantworten. Auslöser und Filmtransport sind schließlich nicht gekoppelt. Warum auch. Jetzt fehlt nach der Wiedergeburt nur noch, dass auch die Zahlreichen Sonderversionen mit Glaslinse, für Stereo- oder Panoramabilder neu aufgelegt werden. Die Holga-Linsen für Canon und Nikon-Kameras sind uns schon mal sicher.

 

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