Hitzefrei für Arbeitnehmer

13.08.2015 09:00:00
Schüler kennen es: Wenn es zu heiß wird, bekommen sie hitzefrei. Gilt das auch für Angestellte?

Heiße Temperaturen an die 40 Grad, der Körper ist am Rande der Leistungsfähigkeit angekommen - es ist schlicht zu heiß. Schüler genießen hitzefrei, wenn das Thermometer zu hoch klettert. Doch was ist eigentlich mit Angestellten? Haben sie ein Recht darauf, dass ihr Chef sie bei hochsommerlichen Temperaturen ebenfalls nach Hause schickt?

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht

Quelle: Katrin Schindler /Pixelio.de
Befasst man sich mit dem Thema Hitzefrei für Angestellte, so lohnt sich ein Blick in die Technische Regel für Arbeitsstätten. Während des Bürgerliche Gesetzbuch vage bleibt um dem Arbeitgeber nur vorschreibt, dass er seine Arbeitnehmer gegen Gefahr für Leben und Gesundheit zu schützen hat, in dem er die Räume entsprechend einrichtet, geht diese Regel weiter und beschreibt die verbindlichen Pflichten, die Arbeitgeber haben.

Die Ampelregelung zählt

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ist dreigeteilt. Ab einer Temperatur von 26 Grad Celsius muss der Chef hitzemildernde Maßnahmen einleiten. Ab 30 Grad soll er vor der Hitze schützen. Ab 35 Grad darf der Arbeitsplatz nicht mehr genutzt werden. Wichtig: Diese Grad-Angaben gelten für die Temperatur am Arbeitsplatz, nicht im Freien! Des Weiteren muss der Einzelfall beachtet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es schon bei niedrigeren Temperaturen nicht mehr zumutbar sein, der Arbeit nachzugehen, beispielsweise bei minderjährigen Auszubildenden, Schwangeren oder „lteren.

Schutzmaßnahmen

Zu den Schutzmaßnahmen, die der Arbeitgeber ab einer Temperatur von 30 Grad am Arbeitsplatz treffen muss, zählt unter anderem ein effektiver Sonnenschutz. Des Weiteren sollte der Chef elektrische Geräte, die nicht benötigt werden, ausschalten und für eine ausreichende Lüftung, durch Ventilatoren oder eventuell durch eine Klimaanlage, sorgen. Er kann den Angestellten zudem anbieten, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten, so dass sie in den frühen Morgen- oder späteren Abendstunden arbeiten können, in denen es nicht so heiß ist. Der Einsatz von Wasser ist dagegen mit Vorsicht zu genießen: Die Schutzmaßnahmen dürfen die Luftfeuchtigkeit in den Büroräumen nicht zusätzlich erhöhen.

Arbeitsstopp

Versagt der Arbeitgeber beim Erfüllen seiner Pflicht, geeignete Schutzmaßnahmen zu greifen dürfen die Arbeitnehmer ab einer Temperatur von 35 Grad am Arbeitsplatz selbst handeln - und nach Hause gehen. Dabei ist der Chef verpflichtet, weiterhin Lohn zu zahlen. Viel besser ist es jedoch, wenn es gar nicht erst dazu kommt. Verantwortungsvolle Arbeitgeber, denen das Wohl ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt, sorgen rechtzeitig für Linderung, finden kreative Lösungen - oder schicken ihre Angestellten von selbst dort hin, wo es kühler ist.

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