Hintergrunderleuchtung

09.10.2014 09:00:00
Längere Synchronzeiten sorgen für Stimmung

Dunkel war's, der Mond schien helle. Und nicht nur der. In der Fotografie ist der Blitz für den Widerspruch an sich zuständig. Wer sich nur auf ihn verlässt, erhält zwar korrekt belichtete Bilder, aber nur so weit das Blitzauge reicht. Der Hintergrund bleibt dunkel und kein Mensch sieht mehr ob es der 80. Geburtstag der Oma in Unna oder das Gläschen Sekt auf der Kreuzfahrt im Mittelmeer war. Wir erklären wie der Rest vom Bild auch noch sichtbar bleibt. Nicht nur beim Mondschein.

Die Langzeit

Quelle: Kesberger

Wenn Filmemacher von einer Langzeitdoku sprechen, dann kann das wie bei den Kindern von Golzow schon mal 46 Jahre dauern. Wenn Fotografen die ja eher nur noch selten auf Film aktiv sind von einer Langzeitsynchro sprechen, reicht auch eine Achtelsekunde. Lang ist hier alles was länger als die Synchronzeit der Kamera ist. Meist liegt die zwischen der 1/125 und 1/250 Sekunde, nur Kameras mit anderen Spezialbegabungen wie die besonders winzige Panasonic GM-Reihe und die gute alte Leica M6 mit Tuchverschluss gönnen sich mehr Zeit. Zwar sind hin und wieder Lösungen für noch kürzere Zeiten zum Aufhellblitzen draußen gefragt, aber hier geht es um die Erleuchtung in der Dunkelheit.

Je weiter weg desto dunkler

Quelle: Kesberger

Bei Nacht bleiben im Hintergrund die Katzen nicht nur grau, sondern gleich ganz schwarz. Und nicht nur die. Lichtquellen und eine solche ist der eingebaute oder aufgesteckte Kamerablitz auch nehmen in ihrer Intensität umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung ab. Kurz gesagt verdammt schnell. Ist dann die Belichtungszeit kurz, hat der Hintergrund keine Chance hell zu strahlen. Wer dann auf dem Foto noch sehen will wo er es aufgenommen hat, sollte mit längeren Synchronzeiten arbeiten.

Am Rad drehen

Quelle: Kesberger

Und wie gehts? Dazu kann man einerseits die Kamera auf Zeitautomatik stellen oder gleich ganz auf manuelle Belichtungseinstellung, wenn die Kamera nicht sogar ein entsprechendes Motivprogramm spendiert hat. Die Wirkung der Blitzhelligkeit hängt dann ausschließlich von der Blende ab. Mit der Zeiteinstellung wird die Umgebung heller oder dunkler. Allerdings empfiehlt es sich, diese Erhellung möglichst dezent einzusetzen. Bei Abendveranstaltungen reicht es meist schon die Synchronzeit in Richtung 1/15 s zu verschieben. Wenn man den Hintergrund und damit das Dauerlicht um ein bis zwei Blenden unterbelichtet, bleibt der Flash das Hauptlicht und man entgeht der Gefahr, dass die sonst zwangsläufig entstehende Bewegungsunschärfe das Bild beherrscht.

In Bewegung

Was natürlich auch ganz spannend sein kann. Wenn sich eine unscharfe Bewegung mit der scharfen Blitzsequenz überlagert, entsteht eine Bewegungsdarstellung, die die Fotografie exklusiv für sich hat. Dazu braucht es aber etwas Übung welche Lichtstimmung dem am meisten dient. Spannend kann es dann auch sein, auf den zweiten Verschlussvorhang zu blitzen. Bewährt hat sich eine Blitz der anderthalb Blenden unterbelichtet ist. Dank Displaykontrolle und getrennt ansteuerbarer Blitzbelichtungskorrektur hat da die Digitalfotografie einiges erleichtert. Film dauert eben länger. Wenn auch nicht immer 46 Jahre.

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