Haltbarkeit von Fotografien - Teil 1

24.03.2016 09:00:00
Ob großartige Fotos einfach nur schön sind oder am Kunstmarkt ganz schön teuer – früher oder sehr viel später taucht die Frage auf, wie lange sie überhaupt halten.

Bevor der Finger bei der Auktion nach oben schnellt, sollte man sich schon fragen, wie stabil das Kunstwerk denn ist, für das man gerade bietet. Aber auch als Fotograf hat man immer die Wahl zwischen haltbaren und weniger haltbaren Verfahren. Ganz egal ob die Bilder jetzt als Kunst überdauern oder nur noch da sein sollen, wenn die Kinder sie für ihre Hochzeitszeitung brauchen.

Dabei ist die Frage nach der Haltbarkeit von Fotografien sehr alt. Schon 1855, gerade mal 16 Jahre nach der Vorstellung der Erfindung trat der erste Arbeitskreis zur Erforschung von Haltbarkeitsfragen zusammen. Die sind auch im Digitalzeitalter noch aktuell. Im ersten Teil geht es um die Vergänglichkeit der Prints an der Wand.

Die Tests

Im Klimaschrank lassen sich Fotomaterialien künstlich altern.
Quelle: Kesberger
Wenn man heute schon wissen will, wie lange Fotos halten, ohne lange zu warten, muss man mit beschleunigten Alterungstests arbeiten. Wenn es um Prints geht, zählt in erster Linie die Beständigkeit an der Wand im Hellen. Da haben sich Ausbleichtests bewährt. Man beschießt eine Fotografie mit riesigen Lichtmengen und wartet bis eine bestimmte Dichteänderung eintritt. Die zeigt sich neben dem Ausbleichen meist auch in einem Farbstich, da die an einer Fotografie beteiligten Farbstoffe oder Pigmente stets unterschiedlich altern. Die ermittelte Lichtmenge wird auf 450 Lux bei 12 Stunden am Tag umgerechnet und schon weiß man, wieviele Jahre das Bild unter den gleichen klimatischen Bedingungen hält.

Die Besten in Farbe

Das hält. Wilhelm Research in den USA testet und zertifiziert auch Inkjetpapiere in Sachen Haltbarkeit.
Quelle: Kesberger
Das bekannteste Testinstitut ist von Henry Wilhelm in den USA. Seine „Galeriebedingungen“ gehen von 24 °C und 60 % Luftfeuchtigkeit und einer Rahmung unter Glas aus. In Farbbereich sind Pigmentverfahren hier führend. Das gilt sowohl für die analogen Pigmentdrucke des französischen Fachlabors Fresson mit 225 Jahren als auch für die Inkjet-Pigmentdrucke von Canon, HP und Epson, die je nach Papier und Drucker in den am FineArt-Markt verbreitetsten Varianten von 60 bis 100 Jahren liegen. Bei Laserausbelichtungen von Digitaldateien auf analogem Farbpapier oder auch klassischen Vergrößerungen sind die Werte deutlich schlechter: Fuji liegt zwischen 40 und 66 Jahren, Kodak nur bei 26 Jahren unter den genannten Bedingungen. Bei Polaroid, Farbstofftinten, oder Thermosublimationsdrucken kann das Ausbleichen auch viel schneller gehen, doch selbst diese Fotos können im dunklen Fotoalbum auch viel länger überdauern.

Die Besten in Schwarzweiß

Die Gelatine in klassischen Papierbildern ist bei zu hoher Luftfeuchtigkeit ein Nährboden für Schimmel.
Quelle: Kesberger
Testet man im Inkjet-FineArt-Bereich Schwarzweißausdrucke, liegen die Haltsbarkeitswerte meist etwa doppelt so hoch wie in Farbe. Demnach überdauern die Ausdrucke gleich mehrere Generationen. Schwieriger ist die Frage bei klassischen Schwarzweißentwicklungspapieren für die Dunkelkammer und den Ausbelichter zu klären. Das Bildsilber reagiert weitgehend unempfindlich auf große Helligkeitswerte. Dafür wiegen hier Verarbeitungsfehler wie eine schlechte Wässerung oder Fixage viel schwerer. Und auch externe Angriffe wie ausdünstende Lösungsmittel aus dem neuen Regal oder von der Wandfarbe können einen Print schnell unansehnlich fleckig machen. Dafür hat der klassische Laborabzug – erst recht mit haltbarkeitssteigernder Tonung – auf Barytpapier einen großen Vorteil: Er hat schon bewiesen, dass er weit über 100 Jahre halten kann.

Vom Zeigen und Lagern

Haltbarkeitstests liefern nur Werte für ein bestimmtes Klima. Wenn man es schafft, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, erhöht sich automatisch auch die Lebensdauer der Fotografien. Fast noch wichtiger ist es, starke Klimaschwankungen zu vermeiden. Ozon, Lösungsmittel und Weichmacher sind die natürlichen Feinde von Fotos, aber auch bei den Materialien für Bilderrahmen und Archivboxen kann man viel falsch machen. Säurefrei sollten sie mindestens sein, noch sicherer ist es, wenn sie den Photographic Activity Test bestanden haben. Dann steht auch einem langen Fotoleben nichts mehr im Wege.

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