Goldene Regeln für Texte

22.05.2008 09:00:00
Schreiben ist auch Handwerk: Wer öfter Texte verfasst, sollte sich an die wichtigsten Stilregeln halten. Dadurch werden die Schriftstücke lesbar, verständlich und lebendig.

Egal, ob es sich um Briefe, Werbetexte oder andere Schriftstücke handelt: Schreiben hat nicht allein mit Talent oder Übung zu tun. Wer die wichtigsten Stilregeln beachtet, macht seine Texte lesbar, verständlich und lebendig. Dabei gibt es auch Begriffe und Wendungen, die nach Möglichkeit vermieden werden sollten.

Plastische Verben wählen

Für viele Tätigkeiten gibt es allgemeine Beschreibungen: zum Beispiel „essen“ oder „laufen“. Diese Verben sind nicht falsch, sie lassen sich jedoch durch lebhaftere und genauere Ausdrücke ersetzen. Dazu zählen „speisen“, „schlingen“, „naschen“, „kosten“ oder „vespern“ als Ersatz für das Verb „essen“ und „gehen“, „schlendern“, „rennen“, „hasten“, „stolpern“ für „laufen“. Je plastischer der Ausdruck, umso lebendiger wird die Sprache erlebt.

Feststehende Ausdrücke vermeiden

Wendungen wie „die nackte Wahrheit“, „die vollendeten Tatsachen“ oder „die gähnende Leere“ sollten vermieden werden. Sie wirken abgedroschen und vorhersehbar. Interessanter zu lesen ist immer eine individuelle und möglichst präzise Beschreibung einer Situation. Gleiches gilt für ganze Sätze oder Sprichworte, zum Beispiel „Er hat seine Arbeit von der Pike auf gelernt“ oder „Die Letzten werden die Ersten sein“.

Keine Hauptwörter aneinanderreihen

Vor allem aus der Beamtensprache ist das Aneinanderreihen von Hauptwörtern bekannt. Formulierungen wie „Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist auch die höchstens dreimalige Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig“ wirken durch zu viele Hauptwörter, die meist auch noch mit der Endung „-ung“ gebildet wurden, gnadenlos überfrachtet. Viel spannender wirkt der Text, wenn Handlungen mit Verben beschrieben werden. Im oberen Beispiel etwa durch die Formulierung: „Ein Arbeitsvertrag kann bis zu zwei Jahre befristet werden“.

Kurze Sätze bilden

Aus dem oberen Beispiel lässt sich die nächste Regel leicht erschließen: Kurze Sätze dienen der Lesbarkeit eines Textes. Endlose Bandwurmsätze sollten nicht vorkommen, gerade nicht beim Schreiben für digitale Medien. Damit sofort klar ist, worum es geht, steht idealerweise die wichtigste Botschaft im Hauptsatz, und notwendige Ergänzungen in Nebensätzen.

Die Betonung liegt am Satzanfang

Das Wort, das hervorgehoben werden soll, muss am Satzanfang oder zumindest im vorderen Teil des Satzes stehen. Je nach Satzstellung kann sich dann eine andere Betonung oder Bedeutung ergeben: „Das Buch habe ich heute gekauft“, „Ich habe heute das Buch gekauft“ und „Heute habe ich das Buch gekauft“.

Im richtigen Stil schreiben

Prosaische Sprache hat in Werbebroschüren nichts zu suchen, die Umgangssprache jedoch genau so wenig. Ein Brief darf je nach Adressat zwischen formell und umgangssprachlich liegen. Wichtig ist, dass die Sprache dem Zweck des Textes angepasst wird. Der Unterschied zwischen verschiedenen Stilebenen wird zum Beispiel an den drei Begriffen „Dame“, „Frau“ und „Weib“ deutlich.

Sparsam mit Fremdwörtern umgehen

Fremdworte, wie beispielsweise „Insuffizienz“, sind nicht jedem bekannt und ihre Bedeutung lässt sich auch nicht erraten. Es ist deshalb ratsam, entweder gleich den deutschen Begriff zu benutzen, oder aber das Fremdwort zu erklären. Auch englische Wendungen sollten nicht verwendet werden, wenn das Deutsche ähnliche Entsprechungen bietet – so zum Beispiel „Event“ versus „Veranstaltung“. Viele Fremdwörter haben sich jedoch längst im Deutschen etabliert, darunter „Kultur“, „Pommes Frites“ oder „Smartphone“.

Ahnung von der Sache haben

Wer über etwas schreibt, sollte über den Gegenstand des Textes gut informiert sein. Denn nur wer wirklich verstanden hat, worum es geht, kann Zusammenhänge richtig und klar verdeutlichen. Andernfalls werden Texte produziert, die die Leser in der gleichen Unkenntnis belassen, in der sich schon der Verfasser befindet. Bei Unsicherheiten lohnt es sich, ausführlich zu recherchieren.

Einzelheiten machen einen Text lebendig und genau

Details, genaue Beschreibungen und Beispiele machen Schriftstücke anschaulich. Allgemeinplätze werden dagegen schnell vergessen und regen die Fantasie des Lesers nicht an. Vor allem Schlüsselstellen sollten genau ausgeführt werden. Das kann in einer Werbebroschüre zum Beispiel die detaillierte Beschreibung eines Produktionsablaufs oder von den umfassenden Serviceleistungen sein.

Auf Wiederholungen verzichten

Verben sollten sich nicht ständig wiederholen, sonst wirkt der Text schwerfällig. Das gilt auch für Begriffe, die auf dem gleichen Wortstamm beruhen: Zum Beispiel „Er wird darauf verzichten, aber der Verzicht fällt ihm schwer“ oder „Wir entschuldigen uns für die Verzögerung und bieten Ihnen zur Entschuldigung einen Rabatt beim nächsten Einkauf an“. Soll die Wortbedeutung wiederholt werden, muss dafür eine andere Wendung eingesetzt werden, wie „Wir entschuldigen uns für die Verzögerung und bieten als kleine Entschädigung einen Rabatt beim nächsten Einkauf an“.

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