Getrennt für immer?

09.06.2016 09:00:00
Seit 1948 gab des den Trennblattfilm. Jetzt hat Fuji das Ende des Sofortbilds zum Auseinanderziehen beschlossen. Und die Fotokultur wird ein Stückchen ärmer.

Im Amateurbereich herrscht seit den 1970ern der Integralfilm vor. Das Sofortbild wird ausgeworfen und man guckt langsam beim Entwickeln zu. Magisch. Doch auf dem Profisektor blieb es auch danach beim Trennblattfilm. Nach der Belichtung wandert das Bild vom Negativ zum Positiv und nach dieser Entwicklung wird das Papiernegativ abgezogen und weggeworfen. Diese Bilder haben deutlich mehr Schärfepotenzial. Nach dem Ende der Polaroid-Filmproduktion in Folge der Digitalisierung und krimineller Machenschaften war Fuji fast ein Jahrzehnt der einzige Hersteller, der dieses Verfahren noch angeboten hat. Doch damit soll nun Schluss sein.

Die Opfer

Da sind ja noch welche? Aber nicht mehr lange. Fuji hat den FP 100 C eingestellt.
Quelle: Promo
Zu Polaroidzeiten gab es gleich drei verschiedene Kassetten für Trennblattfilme. Fuji bedient zur Zeit noch das wichtigste davon. Der 8,5x10,8 cm große FP 100C wird für die Polaroidkassetten von Mittelformatkameras wie der Hasselblad gebraucht, kann unter voller Ausnutzung des Formats in die 405-Kassette einer Großformatkamera gesteckt werden oder passt auch in die Sofortbildkameras aus den 50er und 60er Jahren. All diese Kameras werden demnächst arbeitslos, wenn die Restbestände aufgebraucht sind.

Die Gründe

Warum wissen wir nicht. Natürlich war der Trennblattmarkt kein boomender Sektor mehr. Heute wird er für Hauptanwendung früherer Zeiten, dem Testschuss vor dem eigentlichen Shooting auf Film kaum noch benötigt. Das kann die Digitalkamera mit Display und Histogramm auch alleine. Aber vielleicht ist der Sofortbildfilm auch Opfer des Sofortbildbooms. Fuji verkauft so viele Instax-Kameras und -Filme, dass entweder die Kapazitäten des FP100 mit gebraucht werden oder das Verständnis für weniger ertragreiche Kollegen zunehmend gesunken ist.

Nicht nur negativ

Die Ränder sind Kunst oder Folge der Handbeschichtung, aber dafür liefert der New55 auch gleich ein Negativ zum Scannen und Vergrößern.
Quelle: Kesberger
Es gibt zwar noch zwei andere Sofortbildfirmen, aber die verfügen nicht über die Maschinen einen solchen Packfilm zu produzieren. Schade. Und leider macht Fuji keine Anstalten, die eigenen Geräte und Kenntnisse an die Kollegen in den USA oder Holland abzugeben. Trotzdem ist damit nicht das absolute Ende der Trennblattära eingeläutet. Denn mittlerweile hat New55 in den USA wieder einen Schwarzweiß-Film auf den Markt gebracht, der neben dem Sofortbild-Positiv auch ein Negativ liefert wie einst der Polaroid Type 55. Anschließend muss das transparente Negativ noch fixiert werden, liefert dafür aber im Scan oder unter dem Vergrößerer in der Dunkelkammer ein beeindruckende Schärfe. Doch soviel Schärfe on demand gibt es leider nur für Einzelblattkassetten im Format 4x5“.

Die Hoffnung in Farbe

Derart beschränkt auf verstellbare Großformatkameras ist auch die neuste Ankündigung aus den USA. Im August 2016 ist von New55 eine Farbversion geplant. Dafür muss man dann zwar auf das Negativ verzichten, aber das hat Fuji ja auch nicht im Programm. Wem aber Preise von fast 20 Euro pro Belichtung doch entschieden zu teuer sind, der kann nur darauf hoffen, dass sich ein Kickstarter-Projekt findet, um für dem Fuji Instax oder Impossible-Film wenigstens eine Fachkamerakassette mit Auswurfautomatik zu basteln, damit das Sofortbild nicht auf kleine Knipsen beschränkt bleibt. Totzukriegen ist es ja anscheinend nicht.

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