Gebrochene Schriften

06.11.2008 09:00:00
In Anlehnung an die Architektur des Mittelalters sind die gebrochenen Schriften entstanden. Im 20. Jahrhundert wurden sie häufig verwendet – heute haftet ihnen jedoch ein Makel an.

Bei den gebrochenen Schriften folgen die Bögen der Buchstaben den gotischen Spitzbögen in der Architektur, die ab dem 12. Jahrhundert n. Chr. Verbreitung fanden. Aufgrund der Verwendung während der Zeit des Nationalsozialismus werden die Schriften heute jedoch nur verhalten eingesetzt.

Entstehung

Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelte sich der gotische Kunststil in Europa. Die romanischen Rundbögen wurden von gotischen Spitzbögen abgelöst. Dieses Prinzip setzte sich ab dem 14. Jahrhundert durch eine Weiterführung der Gotischen Minuskel im Schriftsatz durch. Die Rundungen der Buchstabenbögen erscheinen gebrochen – daher hat die Schriftfamilie auch ihren Namen erhalten. Einen Gegensatz dazu bilden beispielsweise die Antiqua-Schriften.

Untergruppen

Die DIN-Norm unterscheidet fünf Untergruppen. Schriften mit gebrochenen runden Kleinbuchstaben werden unter „Gotisch“ zusammengefasst, während diejenigen mit kaum gebrochenen runden Kleinbuchstaben zur Familie „Rundgotisch“ zählen. Aus Süddeutschland stammt die Gruppe „Schwabacher“ die runde, weite, offene und breit wirkende Schriften umfasst. Eleganter wirken die Fraktur-Schriften, die im 16. Jahrhundert die Schwabacher abgelöst haben. Noch heute nennt man die gebrochenen Schriften etwas ungenau auch „Fraktur-Schriften“. Weitere Varianten, die sich nicht einer dieser Gruppen zuordnen lassen, bilden die fünfte Untersparte.

Wirkung der Schriften heute

Im 20. Jahrhundert wurden die gebrochenen Schriften in Deutschland noch häufig eingesetzt. Im weiteren Europa verloren sie schon im 19. Jahrhundert an Bedeutung. Während den Anfängen des Nationalsozialismus wurden die Schriften für Propagandazwecke missbraucht, daher werden sie auch heute noch mit dieser Zeit in Verbindung gebracht. Dies hat dazu geführt, dass die gebrochenen Schriften fast gar nicht mehr verwendet werden. Wo sie zum Einsatz kommen, werden sie als „alt“ empfunden oder gar mit der rechten Szene in Verbindung gebracht. Auch deswegen werden die gebrochenen Schriften meist nur für einzelne Elemente, zum Beispiel Überschriften, Logos oder Firmenschilder genutzt.

Schriftbeispiele

Zu den gebrochenen Schriften zählen die Fonts Textura, Rotunda, Schwabacher, Fette Fraktur, Claudius und Rhapsody. In jüngster Zeit sind neue Schriftarten hinzu gekommen. So hat das Unternehmen Underware „Fakir“, eine neu entwickelte gebrochene Schrift, im Angebot. Unter dem Namen „Blackletter“ (englischer Begriff für die gebrochene Schrift) gibt es bei Flickr eine Bilderseite mit aktuellen Anwendungsbeispielen.

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