FSC- oder Recyclingpapier

18.05.2007 09:00:00
Eine Liste von Pros und Contra von Recycling- und FSC-Papier zum Schutz der Umwelt und als Entscheidungshilfe - Informationen, Studien, Erläuterungen ...

Wenn es um die Umwelt und unser Klima geht, ist auch die Papiernutzung ein wichtiges Thema. Deshalb plädieren Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Nutzung von Recycling-Papier. Doch die Verbrauchernachfrage danach sinkt in den letzten Jahren auf Grund falscher Vorurteile, aber auch aus praktischen Überlegungen heraus. Die Alternative von FSC-Papieren  aus Frischfaser  ist  den meisten Verbrauchern nicht bekannt.  Schade, denn mit der FSC-Initiative wurde ein guter Weg beschritten: Papier aus FSC-Ressourcen fügt dem Wald und damit unserer Umwelt einen geringeren Schaden zu. 

Papierverbrauch steigt

Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stieg trotz papierlosem Büro der pro-Kopf-Papierverbrauch in Deutschland auf über 200 kg. Im Jahr 2004 verbrauchte einer Studie von Greenpeace zufolge jeder Deutsche durchschnittlich 236 kg Papier. Doch nur die wenigsten nutzen dabei Recyclingpapier. Die Folge der sinkenden Nachfrage ist, dass die Industrie umgehend wieder zum ökologisch eindeutig schädlicheren, chlorfrei gebleichtem Papier zurückkehrt. Ihr Argument: Chlorfrei bedeutet zugleich ökologisch unbedenklich. Nicht bedacht wird dabei, dass der Verbrauch an Frischfaserpapier bereits 40% des gesamten Holzverbrauchs in Deutschland ausmacht. Dieser Bedarf aber kann nicht mehr aus heimischen Rohstoffen gedeckt werden. Es muss deshalb Holz importiert werden, das teilweise aus Ländern stammt, die Raubbau an der Natur betreiben.

Raubbau am Wald

Der Raubbau am Wald ist deshalb auch das Hauptproblem der Papierherstellung, wie Greenpeace in seiner Broschüre "Es geht auch ohne Raubbau am Wald" von 2005 feststellte (hier herunter zu laden). Der deutsche Bedarf wird aber nicht nur aus heimischen Hölzern und Rohstoffen aus dem waldnah arbeitenden Schweden gedeckt. 19% des Imports stammen aus Kanada, das inzwischen vermehrt durch Kahlschläge in intakten Urwaldgebieten Aufmerksamkeit erregte. Auch aus dem tropischen Regenwald, der für die Frischfasergewinnung abgeholzt und mit schädlichen Monokulturen wieder aufgeforstet wird (= Holz aus Plantagenwäldern), stammt immerhin insgesamt 30% des deutschen Bedarfs. Frischfasernutzung kann also - bei gedankenloser Verwendung - zur Vernichtung von Ur- und Regenwald beitragen.

Gute Gründe für Recyclingpapier

Deshalb plädiert Greenpeace schon seit Jahrzehnten für die Nutzung von Recyclingpapier, das nicht nur Ressourcen und Rohstoffe schont, sondern auch Geld spart. Denn bei Recyclingpapier lassen sich die Papierfasern bis zu sechsmal wieder verwenden, ehe ein Frischfaseranteil die zu kurz gewordenen Fasern wieder auffrischen muss. Laut Greenpeace "spart jede Tonne Recyclingpapier 1,8 Tonnen Holz". Zudem ist der Preis von Recyclingpapier oft niedriger als bei Frischfaserpapier, denn dieses verbraucht in der Herstellung weniger Energie und Wasser und belastet damit weniger das Abwasser.

Praxistauglichkeit

Greenpeace versucht auch mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass Recyclingpapier nicht praxistauglich sei. Eine These, die aus den 70er Jahren stammt, als Recyclingpapier noch sehr viel Fasern abgab und deshalb im Büroalltag nicht eingesetzt werden konnten. Inzwischen aber sind diese Papiere von hoher Qualität und können für weit mehr als Verpackungsmaterial und Toilettenpapier, eingesetzt werden. Auch im Büroalltag, am  Drucker oder Kopierer, hat sich Recyclingpapier hervorragend bewährt. Viele Institute, Ämter und auch große Firmen setzen deshalb inzwischen wieder auf Recyclingpapier. Leider aber eben noch nicht genügend. Zudem muss selbst Greenpeace eingestehen, dass sich "100% RC-Papier zwar bei den meisten, aber nicht bei allen Druckprodukten/ Druckarten verwenden" lässt. So lässt sich ein Bilderdruck im Offsetverfahren auf Recyclingpapier nur bedingt in der gleichen Brillanz produzieren wie auf Frischfaserpapier. 

Frischfaseralternative FSC

Hier muss wie bei den meisten Kunstdrucken und  wie  bei sehr farbigen Broschüren auf ein Frischfaserpapier zurückgegriffen werden, sollen die Farben frisch und ausdrucksstark bleiben. Eine "urwaldfreundliche" Alternative bietet dann Papier aus ökologischer und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung und -nutzung mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC). Die Organisation setzt sich mit ihrem Gütesiegel für die weltweite Förderung einer umweltgerechten und sozial verträglichen Waldbewirtschaftung ein. Papier mit einem FSC-Zertifikat wurde aus Holz hergestellt, das festgelegten Kriterien entspricht, was die umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder angeht. Und das sogar weltweit, denn die Standards des FSC werden überall auf der Welt gleichermaßen angewandt und bewahren damit auch tropische Regenwälder oder kanadische Urwälder vor der Zerstörung. Als Ergebnis schont FSC-Holz und -Papier die Umwelt, indem Raubbau und Kahlschlag vermieden und auch der Mensch und dessen Arbeit im Wald mit berücksichtigt werden.

Greenpeace empfiehlt

Bereits 2003 veröffentlichte Greenpeace deshalb einen Ratgeber für Buchverlage zur Umstellung auf hochwertiges Recyclingpapier oder Papier aus ökologischer Waldnutzung mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council. Denn, so Greenpeace-Waldexperte Oliver Salg, "mit dem Einsatz von urwaldfreundlichem Papier können die Verlage einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser letzten Urwälder leisten." In Kanada zeigten sich darauf hin erste Erfolge, denn durch die Initiative von Greenpeace und die damit entstandene große Nachfrage der vergangenen Jahre verbesserten sich Qualität und Verfügbarkeit von in Kanada angebotenem, urwaldfreundlichem Buchpapier stark. Das urwaldfreundliche FSC-Papier wurde dort zum "Renner".

Papier mit Altpapieranteil

Es muss jedoch auch im Druck nicht immer reines Frischfaserpapier sein. Deshalb empfiehlt sogar das Umweltbundesamt Verlagen und Agenturen "für ihre Publikationen, Zeitungen und Zeitschriften Papier mit einem möglichst hohen Altpapieranteil" zu benutzen. Tatsächlich können auch Papiere mit Altpapieranteilen gut bedruckt werden und schützen doch die Umwelt. Welche Papiersorte sich dafür  besser oder weniger gut eignet, kann der erfahrene Drucker bzw. der zuständige Kundenberater jeder Druckerei beantworten. Nachfragen und neue Papiere ausprobieren lohnt sich deshalb und kann mitunter viel zur Stabilisierung des Klimas und der Schonung der Umwelt beitragen.

Hinweis

Wer sich im Dschungel der unterschiedlichen Logos und Zertifikate besser zurecht finden möchte, um auch im Umgang mit Papier Umweltschutz zu leisten, findet einen guten und übersichtlichen Überblick über alle relevanten Zertifikate in der Broschüre "Der Weg durch den Papierdschungel" (PDF) des Treffpunkt Recyclingpapier

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