Fotografie und Urheberrecht

26.03.2015 09:00:00
Alle fotografieren ständig. Aber darf man das überhaupt? Und was darf man mit seinen Bildern machen? Das klärt sich manchmal erst vor Gericht. LASERLINE gibt einen Überblick über Fotografie und Urheberrecht.

Es wurde noch nie soviel fotografiert wie heute: Smartphone raus und klick. Doch es war noch nie so sehr verboten. Die Rechtsprechung wird immer rigider, die Gesetze schränken die Fotografen immer mehr ein. Manche befürchten, bald gäbe es nur noch Selfies, weil alles andere andere eh längst verboten ist. Wollen wir das? Nun, ganz so schlimm ist es noch nicht. Aber Zeit zu klären, was man wann noch darf, ist es schon.

Das Recht

Was darf man überhaupt fotografieren? Kaum ein Rechtsbereich ändert sich so rasant wie das Urheberrecht, was auch an der schnellen Digitalisierung liegt.
Quelle: Kesberger

Kaum ein Rechtsbereich ändert sich so rasant wie das Urheberrecht. Das liegt nicht nur an den technischen Umständen, die sich im Zeitalter der Digitalisierung ständig neu verschieben. Neue Medien erfordern neue Regelungen. Dazu kommt der Versuch, die extrem unterschiedlichen Rechtsauffassungen auch nur der westlichen Länder anzupassen. Und was nicht im Gesetz steht, klären die Gerichte. Da hier einerseits unterschiedliche Rechtsgüter aufeinanderprallen, wie die Freiheit der Kunst und die Persönlichkeitsrechte, und andererseits die Streitwerte meist so niedrig sind, das höhere Instanzen nur sehr selten angerufen werden, kommt es zu unterschiedlichsten Entscheidungen und großer Unsicherheit. Was darf man also überhaupt fotografieren?

Panoramafreiheit

Die Panoramafreiheit gilt, wenn keine Menschen im Bild sind. Sind diese im Bild, ändert sich das Urheberrecht unter Umständen.
Quelle: Kesberger

Wenn keine Menschen im Bild sind, ist die Lage relativ eindeutig: Hier gilt die Panoramafreiheit. Gebäude, die man vom öffentlichen Grund und Boden aus sehen kann, darf man auch fotografieren und veröffentlichen. Allerdings nicht, wenn dafür besondere Hilfsmittel (wie ein extrem hohes Stativ) verwendet werden muss. Temporäre Kunstwerke im öffentlichen Raum sind ebenfalls tabu, d.h. vom Urheberrecht des Künstlers geschützt. Aber der öffentliche Raum ist enger gefasst, als man vermuten könnte. Auch in frei zugänglichen Schlossgärten wird gerne das Hausrecht eingesetzt, um von Fotografen Gebühren für die gewerbliche Nutzung einzufordern.

Street Photography

Noch schwieriger wird es, wenn Menschen im Bild zu sehen sind. Street Photography à la Cartier-Bresson hat jahrzehntelang das Wesen der Fotografie ausgemacht. Das ist nun vorbei. Beschreiben wir erst, was erlaubt ist – das ist leichter. Teilnehmer von Demonstrationen und Versammlungen dürfen wir fotografieren. Aber nur dann, wenn man keine einzelnen Personen herausstellt. Sind diese nur Beiwerk, sprich sind sie austauschbar, ist das jedoch erlaubt. Noch leichter ist es bei Personen, die nicht erkennbar sind. Auch hier ist das Ablichten gestattet – und da zählt nur der Normalbetrachter und nicht der Lebensabschnittspartner, der einen am Abspreizen des kleinen Fingers erkennen könnte.

Nicht erlaubt in der Fotografie

Veröffentlichungen von Menschen sind nicht erlaubt, wenn diese ihre Einwilligung nicht dazu gegeben haben. Aber selbst das Fotografieren kann schon als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte gewertet werden.
Quelle: Kesberger

Veröffentlichungen – und dazu zählt auch die Veröffentlichung auf einer privaten, nicht kommerziellen Webseite oder Facebook – sind bei Nichtpromis nicht erlaubt, wenn diese ihre Einwilligung nicht dazu gegeben haben. Das hat sich weitgehend herumgesprochen. Nicht herumgesprochen hat sich aber, dass schon das Fotografieren ohne vorherige Einwilligung verboten ist. Das steht zwar nicht im Gesetz, aber das handhaben die Gerichte so als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Abgebildeten. In der Praxis spielt dies meist keine Rolle, da der Fotografierte ja oft nichts von der Fotoaufnahme weiß. Wer sich nicht wie die Axt im Walde aufführt, wird Einverständnis auch durch Blickkontakt herstellen können oder im Falle eines Falles sofort zum Löschen bereit sein. Bisher gab es einen Bereich, in dem das Urheberrecht sogar die Veröffentlichung nicht einwilligender Personen erlaubt hat: die Kunst. Wer nicht für die Werbung, sondern für Ausstellungswände produzierte, konnte sich auf die Gesetzeslage und die Freiheit der Kunst berufen. Da das nicht alle so sehen, macht sich gerade ein Rechtsfall auf den Weg durch die Instanzen. Danach werden wir wissen, ob die Street Photography, wie wir sie kennen, in Deutschland noch möglich ist.

 

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