Filme mit Kaffee entwickeln

08.12.2016 09:00:00
Kalter Kaffee? Bloß nicht wegschütten! Mit kaltem Kaffee können wir schließlich noch unsere Filme entwickeln.

Wenn man zum Kaffee Kamerakekse reichen kann, dann kann man doch eigentlich auch Filme in Kaffee entwickeln. Oder?!
Quelle: fotopioniere.com
Analog boomt. Wenn nur die ganze Chemie nicht wäre – und erst die Entsorgung. Doch kalter Kaffee kann eine Alternative sein, wenn ein Analogfilm entwickelt werden soll.

Man kann natürlich zurecht fragen, warum man nicht einfach einen Filmentwickler zum Entwickeln von Filmen nimmt. Doch der Erlebnisfaktor ist einfach größer, wenn man Kaffee nimmt. Das kann schon mal Spaß machen. Außerdem ist der Entwickler aus dem Supermarkt billiger und wesentlich leichter zu entsorgen – auf Wunsch gibt es den Entwickler sogar in Bioqualität. Wenn es nur die Hemmschwelle senkt, das Entwickeln einmal selbst zu probieren, dann hat sich der Hype schon gelohnt.

Geschichte

Es begann mit einem Scherz – natürlich war der 1. April nicht unbedingt ein Datum, um wissenschaftlich fundierte Fakten zum Thema Filmentwicklung zu veröffentlichen. Es wäre natürlich spannend zu erfahren, ob es einer der Leser der Zeitschrift „Die Fotoschau“ trotzdem ernst genommen und 1937 die Entwicklung mit Kaffee wirklich ausprobiert hat. Aber ohne Google und Facebook hatte es sich einfach nicht herumgesprochen. Still ruhte der Kaffeesee für Jahrzehnte, aber als die Blogs im Web 2.0 was zu schreiben suchten und die Analogfotografie sich von der Suche nach der maximalen Qualität loslöste und ihre Unterschiede zum Digitalen in den Vordergrund traten, begann der Kaffeevormarsch. Der schnelle Online-Austausch konnte dann schnell die Rezepte optimieren.

Die Rezeptur

Da freut sich der Barista, aber um Filme zu entwickeln greifen wir dann doch lieber auf löslichen Kaffee zurück. Ist auch billiger.
Quelle: Kesberger
In Deutschland setzt sich die Barista-Kultur langsam durch. Gut, dass der lösliche Kaffee wenigstens eine Domäne noch erobern konnte: die Filmentwicklung. Das ist praktischer, auch bei der Dosierung, und wir müssen nicht so lange warten, bis die Brühe sich wieder abgekühlt hat. Nichts wird so heiß entwickelt, wie es getrunken wird! Bei der Filmentwicklung haben sich auch mit Kaffee 20°C bewährt. Dazu braucht es dann noch Soda und anschließend hat der Küchenlaborant die Wahl. Durch die Zugabe von Vitamin C lässt sich die Entwicklungszeit entscheidend verkürzen – von einer halben Stunden auf sehr übliche und erträgliche 10 bis 12 Minuten. Mittlerweile gibt es im Web sogar Entwicklungszeitenrechner für »Caffenol«. Falls der eigene Film da fehlt, ist die Zeit für Rodinal immer ein guter Anhaltspunkt.

Gar keine Fotochemie?

Da muss der Film rein: Die gute alte Jobo Entwicklungsdose nimmt die Filme auf. Für Kleinbild- oder Rollfilme wird die Spule einfach in der Höhe verstellt.
Quelle: Kesberger
So ganz ohne Fotochemie lassen sich Schwarzweißfilme auch mit Kaffee nicht entwickeln. Als Stoppbad reicht zwar eine Zwischenwässerung oder klassischer Haushaltsessig, aber ein Fixierbad braucht es dann schon noch, um das nicht entwickelte Silberhalogenid wieder aus dem Film herauszukriegen. Doch die Investition ist zum Glück noch überschaubar.

Außerdem kann auch der Anfänger beim Fixieren nicht soviel falsch machen wie beim Entwickeln. Kodak T-Max- und Ilford Delta-Filme brauchen allerdings eine um 50 Prozent verlängerte Fixierzeit. Doch feinkörnige T-Kristalle und Kaffee, das passt dann irgendwie doch nicht zusammen.

Die Hardware

Während eine Dunkelkammer zum Anfertigen von Papierabzügen doch recht aufwendig einzurichten ist oder durch Badezimmerblockade die übrigen Familienmitglieder in den Wahnsinn treibt, gestaltet sich das beim Entwickeln alles viel einfacher. Man braucht einen absolut lichtdichten Raum oder ersatzweise einen Dunkelsack. Schließlich muss nur das Einlegen des Film in die Entwicklerdose bei völliger Dunkelheit erfolgen.

Diese Dose ist dann auch der mit Abstand wichtigste Artikel – sie gibt es unterschiedlichen Größen für Kleinbild- und Rollfilme. Thermometer und Wäscheklammern zum Aufhängen der noch nassen Filme können auch nicht schaden. Aber die finden sich ja wieder in der Haushaltswarenabteilung. Und während die Filme noch trocknen, machen wir uns dann erst mal einen Kaffee. Zum Trinken.

 

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