Festbrennweiten – auf die scharfe Art

06.04.2017 09:30:00
Scharfe, lichtstarke Festbrennweiten liegen im Trend, wenn man diesen Trend denn bezahlen will. Wir schauen uns diesmal beispielhaft die Sigma Art-Serie an.

Nicht so gedacht, aber funktioniert trotzdem – das 1,4/35 an einem deutlich größeren Mittelformatdigitalrückteil
Quelle: Kesberger
Früher griff man zu Fremdherstellern, um Geld zu sparen. Ordentliche Objektive hat man bei Sigma schon immer gebaut. Aber ordentlich reicht heutzutage weder als Marketingargument, noch um mit den immer höher auflösenden Sensoren scharfe Bilder zu liefern. Wenn hochwertige Kamerasysteme sich vom iPhone abheben wollen, geht das nur über Qualität und Lichtstärke. Früher hat man Lichtstärke gebraucht, weil die Filme nicht empfindlich genug waren, heute geht es vor darum, mit noch weniger Tiefenschärfe im Look abzuheben. Selbst bei Objektiven, wo das vor 15 Jahren noch unvorstellbar war.

Der Anfang: 1,4/35

Moderne Objektive wir das Sigma werden meistens optisch besser und fast immer deutlich größer und schwerer
Quelle: Sigma
Als vor fünf Jahren das Sigma Art 1,4/35 auf den Markt kam, war irgendwas anders. Die Kombination war anspruchsvoll, aber seit den 1980er Jahren durchaus weit verbreitet. Doch dieses Objektiv war noch etwas größer und schwerer als seine Ahnen. So solide gefertigt, wie man das eher von Zeiss und Leica aus Deutschland gewohnt war und so scharf, wie man das von einem Fremdhersteller bis dato nicht kannte. Wobei Fremdhersteller die Sache auch nicht so richtig trifft – sie haben ja auch ein eigenes Kamerasystem bei Sigma. Nur ist das so exotisch, dass auch weiterhin die meisten Sigma-Objektive mit Nikon- oder Canon-Bajonett das Werk verlassen.

Gibt es zu scharf?

Das Sigma-Objektiv bietet viele Linsen und Elemente
Quelle: Sigma
Das nächste Art-Objektiv war das 1,4/50. Banaler geht es kaum. Vor der Autofokus-Ära hat jeder anspruchsvolle Fotograf dieses etwas lichtstärkere Standardobjektiv mit seiner Kamera zusammen gekauft. Aus dieser Zeit rührt noch der Ruf der Langeweile. Doch diese Grundkonstruktionen waren den modernen Vollformatboliden nicht mehr gewachsen. Den Anfang machte Zeiss mit dem Otus 1,4/55. Groß, schwer, kurz vor der Unbezahlbarkeit und ohne AF nur begrenzt komfortabel. Aber eben mit einer Qualität, die eher dem nächst größeren Mittelformat entspricht. Das hat die anderen Hersteller offenbar ermutigt, es Zeiss mit etwas weniger Material- und Finanzaufwand gleichzutun. Sigma ist das annähernd gelungen, aber dafür gibt es jetzt Fotografen, die sich bewusst schlechtere Objektive aussuchen. Das Art-Objektiv ist so scharf und erzeugt als Nebeneffekt einen so großen, fast brachialen Unterschied zwischen den scharfen und unscharfen Berreichen, dass manche Reportagefotografen Linsen mit zumindest etwas weicherer Abbildung vorziehen – das Leben ist kompliziert.

Der Freistellwahn im Superweitwinkel

So weit sich die Linsen wölben – das 1,8/14 von Sigma.
Quelle: Sigma
Früher hatten fast alle Superweitwinkelobjektive eine Lichtstärke von höchstens 2,8. Einzig bei den 24er wagten sich die Hersteller mal an Lichtstärke-Experimente, doch ein 1,4/24 war dann was für die Fototasche des Sportfotografen, wenn er nach dem Spiel noch jubelnde Hallensportler ablichten musste. Für Landschaft und Architektur waren diese Objektive selbst abgeblendet nicht gut genug. Das hat sich geändert. Moderne Glasschleiftechniken, asphärische Linsen und immer weiter die Grenzbereiche auslotende Computermodelle haben erst bei Leica für hochwertige Superweitwinkelobjektive mit Offenblende 1,4 gesorgt, mittlerweile haben die anderen Anbieter nachgezogen. So lässt sich dann ein starkes Weitwinkel mit selektiver Schärfe verbinden. Nur ganz lassen sich die Gesetze der Optik nicht aushebeln. Das 1,4/20 ist auch bei Sigma bei offener Blende in den Ecken doch schwächer als das 1,4/50.

Die Extremisten

Da wurde es mal wieder Zeit für optische Höchstleistung. Das 1,4/85 Art wurde schlichte ohne Rücksicht auf Verluste bei der Rückenmuskulatur designt. Es ist groß und schwer und extrem hochauflösend. Aber eigentlich hatten wir das auch nicht anders erwartet. Nachdem das klassische Repertoire somit abgearbeitet war, haben die Konstruktionserfahrungen und neue Maschinen erst für ein 1,8/135 gesorgt und anschließend ein 1,8/14 möglich gemacht. Jetzt müssen die Fototaschen doch wieder etwas größer werden. Nur Rückenärzte hätten wahrscheinlich lieber einen Bildstabilisator, statt noch größerer Gläser.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!