Fern- und Nahwirkung

17.09.2009 09:00:00
Überschriften auf Plakaten müssen aus der Ferne zu erkennen sein, während Schrift in z.B. Zeitungen in der Nähe wirken soll – entscheidend ist die Distanz des Betrachters.

Schriften haben die unterschiedlichsten Verwendungszwecke: Sie werden in Büchern, für Poster, Plakate, Banner, Magazine oder Broschüren eingesetzt. Layouter sollten dabei berücksichtigen, ob die Texte eher aus der Ferne oder aus der Nähe betrachtet werden. Am Abstand des Betrachters orientiert sich auch die Gestaltung.

Was versteht man unter Fern- und Nahwirkung?

Bei manchen Objekten ist es wichtig, dass sie bereits aus der Ferne wirken, bei anderen kommt es auf die kurze Distanz an. Ein gutes Beispiel für die Fernwirkung sind Verkehrsschilder. Die Informationen, die beispielsweise auf ein Autobahnkreuz hinweisen, müssen von den Fahrzeuglenkern so früh wie möglich erkannt werden, damit sie auf die richtige Spur wechseln können. Bei einem Buch kommt es darauf nicht an: Es wird vom Betrachter immer direkt vor dem Auge gehalten. Botschaften, die aus der Ferne schnell zu erkennen sein sollen, sind außerdem in der Regel kurz.


Quelle: LASERLINE

Gestaltungstipps für eine gute Fernwirkung

Soll die Schrift im Außenbereich gut erkennbar sein, empfehlen viele Gestalter eine schwarze Schrift auf gelbem Grund. Gelb hebt sich auch in der Dämmerung gut vom Himmel ab. Entscheidend ist außerdem ein hoher Kontrast – die Zeichen sollten sich von der Umgebung abheben. Empfehlenswert sind auch die Kombinationen dunkler Untergrund und weiße Schrift sowie heller Untergrund und schwarze Schrift. Werden dagegen zwei Farben verwendet, besteht die Gefahr, dass die Zeichen schlechter zu lesen sind. Sie erhöht sich, wenn beide Farben besonders leuchtend sind. Im News-Artikel Plakatschriften vorgestellt finden Sie Informationen über Posterschriften.


Quelle: Hajo Rebers (Pixelio)

Gestaltungstipps für eine gute Nahwirkung

Bei Texten, die aus kurzer Distanz betrachtet werden, wird meist keine Farbe eingesetzt – Fließtext in Büchern, Zeitungen oder Magazinen wird „Schwarz auf Weiß“ gesetzt. Dadurch lenkt nichts von der Botschaft des Textes ab und das Geschriebene erscheint seriös. Neben der kleineren Schriftgröße kommt es auch darauf an, dass die verwendete Schrift eine gute Lesbarkeit besitzt. Das ist besonders dann wichtig, wenn der Text sehr klein ist, wie das beispielsweise bei Beipackzetteln von Medikamenten der Fall ist.

Die Kombination aus beidem


Quelle: Barbara Eckholdt (Pixelio) Viele Plakate kombinieren die Nah- und die Fernwirkung. Zunächst lenkt eine große Überschrift die Aufmerksamkeit auf das Poster. Sie muss daher auch aus der Ferne zu erkennen sein und neugierig machen. Ist das Interesse des Betrachters geweckt, läuft er auf das Plakat zu und möchte dann weitere Informationen lesen können. Bei Veranstaltungen sind das beispielsweise der genaue Ort oder die Telefonnummer, unter der Karten bestellt werden können. Dennoch ist selbst hier der Leseabstand noch größer als bei einem Buch. Näher als einen Meter gehen die meisten Betrachter nicht an ein Poster heran.

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