Farbig filtern in Schwarzweiß

27.07.2017 09:00:00
Schwarzweiß ist mehr als nur grau. Manchmal muss man den Fotos auch mit Farben nachhelfen – entweder mit Filtern vor der Linse oder per Klick in Photoshop.

Der Beginn der Fotografie war schwarzweiß. Und zum Glück ist diese direkte Abstraktion der Wirklichkeit durch Reduktion der Buntheit nie verschwunden. Doch seit über 100 Jahren setzen Fotografen ausgerechnet farbige Gläser ein, damit sich die grauen Tonwerte besser trennen. Und weil das so gut funktioniert, haben es Bildverarbeitungsprogramme wie Photoshop einfach übernommen. Jetzt da google den Service an der einzigen jemals erfolgreichen SW-Spezialsoftware „Silver Efex“ endgültig einstellt, wird es Zeit sich noch einmal den Standardeinstellungen bei der Umwandlung von Farbe in Schwarzweiß zu vergewissern.

Das Prinzip

So sieht das Bild vor der Umwandlung in Schwarzweiß aus, aufgenommen mit dem farbgenialen Sigma Foveon Mehrschichtsensor.
Quelle: Kesberger
Die ersten Filme der Fotogeschichte waren schlicht farbenblind. Die Lichtempfindlichkeit der Silberionen ist von Haus aus begrenzt und umfasst nicht alle Farben des Spektrums. Erst durch die von Herrmann Wilhelm Vogel 1873 entdeckten Sensibilisatoren konnte der komplette Bereich abgedeckt werden, den auch das menschliche Auge umfasst. Schwarz und weiß, das ist einfach, die sollen auch später auf dem Foto schwarz und weiß sein. Aber was ist mit rot, grün und blau? Liefert grün das dunklere Grau als rot? Auch darum kommt es an beim Schwarzweißbild, damit nicht alles grau in grau endet. Schnell lernten unsere Fotoahnen, dass sich genau diese Umsetzung mit Farbfiltern steuern lässt.

Farbfilter

So schaut es aus, wenn man in der Photoshop-Schwarzweißumsetzung die Standardeinstellung wählt.
Quelle: Kesberger
Gerade Gelb-, Orange- und Rotfilter gehören zum klassischen Rüstzeug eines Landschafts- und Architekturfotografen. Mit ihnen wird das Himmelsblau –soweit erfreulicherweise vorhanden – dunkler wiedergegeben und die Landschaft oder das Gebäude hebt sich so besser ab. Mit dem Gelbfilter wird der Himmel nur etwas dunkler, während der Rotfilter eine geradezu dramatische Gewitterstimmung erzeugt. Wenn denn überhaupt Wolken am Ort des Fotogeschehens zu sehen waren. Wer eine der sehr speziellen (und teuren) reinen Schwarzweißkameras von Leica oder Phase One sein Eigen nennt, kann die Farbumsetzung auch im Digitalzeitalter nicht anders steuern. Allerdings ist das Wechseln einfacher geworden. Spätestens seit Manfrotto zur letzten Photokina ein Magnetsystem zum Filterwechsel vorgestellt hat, ist es mit dem ständigen lästigen Schrauben vorbei.

Farbfilter digital

Wer es denn mag und zu Hause noch die Fototasche voll mit Schwarzweißfiltern hat, der kann auch mit jeder anderen Digitalkamera so arbeiten. Das sorgt allein schon deshalb meist für bessere Bilder, weil die Umsetzung so deutlich bewusster am Aufnahmeort erfolgt. Man muss die Kamera nur auf den Schwarzweißmodus stellen, dann sieht man die Wirkung auch gleich auf dem Display. Was einen erheblichen Vorteil der Digitaltechnik darstellt, da die Wirkung auf den Film früher nicht immer leicht einzuschätzen war. Während im Sucher der Spiegelreflex dann alles rot oder gelb oder orange aussieht, zeigt der digitale Sucher der Systemkamera gleich die korrekten späteren Grauwerte. Praktisch.

Farbfilter in der Software

Mit der Rotfilter-Einstellung wird die Abbildung dann gleich viel dramatischer – ganz ohne schlechtes Wetter vor Ort.
Quelle: Kesberger
Eigentlich macht das bewusste Schrauben Spaß, aber letztlich ist es gar nicht nötig. Es lässt sich auch nachträglich in der Bildbearbeitung erzeugen. Während die ersten Photoshop-Versionen noch ausschließlich die reine, eher brachiale Umwandlung in Graustufen ohne Farbgewichtung erlaubte, zog das Filterwissen mit dem Kanalmixer auch bei Photoshop ein. Hier lassen sich dann auch die klassischen Filter aus Voreinstellungen aktivieren, wenn denn der Haken bei „Monochrom“ gesetzt wird. Der Kanalmixer wurde so eifrig genutzt, dass sich Adobe entschloss, die Schwarzweiß-Umwandlung komfortabler und variantenreicher zu machen. Mehr Filtervoreinstellungen und der Möglichkeit, die umgewandelten Fotos auch gleich noch zu tonen, machen Photoshop dann endgültig zum Schwarzweißfotolabor. Hier lassen sich alle Farbkanäle einzeln einstellen. Meist hat der Rot-Regler die größte Wirkung. Doch Vorsicht bei Hauttönen. Werden die zu weiß gefiltert, wirkt das oft unnatürlich und verstärkt zudem die – roten – Hautunreinheiten. Noch viel mehr Dunkelkammer geht natürlich auch. Programme wie das mittlerweile von google kostenlos zur Verfügung gestellte Silver Efex Pro setzen da an und bieten Kornstrukturen entsprechend den jeweiligen Film an. Aber so weit wollte man bei Adobe dann doch nicht gehen.

 

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