Farben im Layout

03.05.2007 09:00:00
Auch mit Farben kann man die Wirkung einer Drucksache verändern - welche Grundlagen der Farbpsychologie und der Farbwirkungen dafür relevant sind ...

Die Wirkung einer Drucksache lässt sich nicht nur mit grafischen Elementen beeinflussen, auch der Einsatz von Farbe kann große Effekte erzielen. Denn Farbe macht den Leser nicht nur aufmerksam, sie weckt auch Emotionen und schafft sogar eine Perspektive im Dokument. Wer diese Effekte nutzen möchte, sollte über ein Grundlagenwissen der Psychologie des Sehens und damit der menschlichen Optik verfügen. Zudem ist das Wissen um die Forschungsergebnisse der Farbpsychologie wichtig. So kann mit dem Einsatz von Farbe gezielt auf das Unterbewusstsein des Betrachters eingewirkt werden.

Physiologie des Sehens

Die vom Menschen wahrgenommene Farbigkeit kommt allein durch die Wirkung des Lichts auf das Auge und dessen Verarbeitung im Gehirn zustande. Erst wenn im Auge Zäpfchen (erkennen Farbe) und Stäbchen (erkennen Helligkeitsunterschiede) auf den Lichtstrahl reagieren, sehen wir Farbe. Deshalb sind für uns "bei Nacht alle Katzen grau" und im strahlenden Sonnenlicht können wir die schillernden Farbnuancen des Regenbogens erkennen. Hinzu kommt, dass der Mensch die Eindrücke aus beiden Augen im Gehirn immer zu einem dreidimensionalen Bild zusammensetzt.

Sinnestäuschungen

Durch die Verarbeitung im Gehirn kommen aber auch Sinnestäuschungen zustande, sodass beispielsweise ein 30-prozentiges Grau - obwohl objektiv festgelegt - auf farbigen Hintergründen einen anderen Farbeindruck liefert, wohingegen es auf Weiß dunkler wirkt. Dieses Phänomen, bei dem wir eine objektiv gleiche Farbe in unterschiedlichen Umgebungen anders wahrnehmen, nennt man "Simultankontrast". Genauso wissen wir aus Erfahrung, dass weiter entfernte Gegenstände blauer und blasser als nahe gelegene (= Luftperspektive) wirken oder weiter entfernte Objekte kleiner als nahe gelegene (= Größenperspektive) erscheinen. Deshalb wird der am Horizont stehende Mond auch größer wahrgenommen, als am Himmel stehend.

Farbpsychologie

Neben physiologischen spielen also auch psychologische Aspekte bei der Wahrnehmung eine entscheidende Rolle. Denn Farben, so stellte die Farbpsychologie fest, lösen auf individuellen Erfahrungen beruhende Assoziationen und Emotionen aus. Zudem beeinflussen sogenannte "archetypische Vorstellungen", also kulturelles Wissen bzw. das unbewusste kollektive Bewusstsein, das Farbempfinden. Rot wird als warm, Blau eher als kalt empfunden. Zudem wird bestimmten Farben auch eine symbolische Kraft zugesprochen. Blau symbolisiert den Himmel und die Ewigkeit, Gelb Zeit und Vergänglichkeit.

Farbperspektive: Durch die Erfahrung des Sehens und physikalische Gesetze der Lichtbrechung weiß der Mensch: Warme Farben wirken näher als kalte. Gegenstände in Rot- und Gelbtönen sind also näher am Betrachter als solche in bläulichen und blassen Farbtönen. Intensive Farben wirken näher als blasse Pastelltöne, und scharfe Flächen mit klaren Abgrenzungen  näher als diffuse, durchbrochene, schwammige und ineinander übergehende Flächen.

Farbwirkung im Kontext

Neben den Emotionen spielt auch der Kontext des Bildes eine Rolle, sodass der gezielte Einsatz von Farbe den Blick des Betrachters direkt beeinflussen kann. Helle Bildinhalte wirken beispielsweise leichter als dunkle und werden ebenso wie hochgesättigte (Signal-)Farben länger betrachtet und als wichtiger gedeutet. Die Werbefachleute setzen diese verschiedenen Wirkungen von Farbe gezielt ein, etwa indem sie mit ungewöhnlicher Farbgebung Hingucker kreieren – bestes Beispiel: die lila Milka-Kuh – oder mit Signalfarben einem Produkt einen hohen Widererkennungswert verleihen, siehe das rote Coca-Cola-Etikett.

Der Deutschen liebste Farbe

Trotz dieses Wissens müssen Gestalter immer noch selbst entscheiden, welche Farbe jeweils am besten geeignet ist, möglichst positive Assoziationen zu wecken. Einen ersten Anhaltspunkt liefert eine Studie zur deutschen Lieblingsfarbe von www.beta45.de: Mit 38 % liegt Blau weit vorne. Es symbolisiert Sympathie, Harmonie, Freundschaft, Treue, Vertrauen, Kälte, Fantasie. Dicht gefolgt davon mit 20 % Rot als eine der drei Urfarben. Es symbolisiert Freude, Energie, Liebe, Hass, Leidenschaft, Impulsivität, Zorn, Verführung. Im Anschluss folgt Grün mit 12 %, das aber auch von ebenso vielen Befragten als unbeliebteste Farbe genannt wurde. Besonders schlecht schnitten auch Braun (27 %), Orange (11 %) und Violett (11 %) ab.

Farbperspektive bei Schwarz-Weiß-Zeichnungen

Die Regeln der Farbperspektive lassen sich auch auf Schwarz-Weiß-Bilder  übertragen. Dabei wirken dunkle, kontrastreiche Flächen deutlich näher als hellere. Klar abgegrenzte Flächen, gezeichnet mit einem deutlich wahrnehmbaren, dicken Strich werden deshalb als näher wahrgenommen als diffuse, nur angedeutete Flächen, die mit einem dünnen Strich gezeichnet wurden. Allerdings wirken helle Flächen auf dunklen platziert wiederum weiter vorne liegend, da das Gehirn hier eine Reflexion interpretiert.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!