Einfach zaubern mit dem Photoshop-Filter »Ölfarbe«

23.06.2016 09:00:00
So werden aus Tierporträts oder Urlaubsbildern beeindruckende Kunstwerke auf Leinwand

Vorher-/Nachher-Bild
Quelle: Marianne Deiters
Tierporträt-Bilder sind extrem beliebt, Hunde, Katzen, Kaninchen und andere pelzige Kleintiere schleichen sich in die Herzen der Menschen und gehören oft einfach zur Familie. Katzen haben in Deutschland mit ca 11,5 Mio. dabei die Nase vorn, Hunde folgen 6,9 Mio., dicht gefolgt von Kleintieren. Entsprechend häufig werden sie privat oder im Fotostudio liebend gern porträtiert.

Einfache Fotos an den Wänden haben oft nicht die gewünschte Wirkung. Da kommt Photoshop mit dem Filter Ölfarbe ins Spiel, um einen gemäldeartigen Effekt zu erzeugen. Gepaart mit dem Ausdruck auf Leinwand, der bei Laserline mit hochwertigen pigmentierten Tinten erfolgt und auf einen Keilrahmen aufgezogen wird, entstehen richtige Kunstwerke. Auch qualitativ schlechte Schnappschüsse können mit dieser Technik wunderbar aufgewertet werden. Die Technik eignet sich für den privaten Anwender oder kann leicht in das Angebot eines kommerziellen Anbieters im Bereich der Profi-Fotografie einfließen. Hier finden Sie einige Produktvarianten dazu: Leinwände auf Keilrahmen

Praxisbeispiel Filter Ölfarbe

Die Unterstützung der Grafikkarte muss für die Funktionalität des Filters aktiviert sein: Aus dem Menü Bearbeiten (Win), oder dem Menü Photoshop CC (Mac) rufen Sie die Voreinstellungen von Photoshop auf. Im Unterpunkt Leistung, markieren Sie die Checkbox
Quelle: Marianne Deiters
Den Filter »Ölfarbe…«, auch gerne mal »Ölfilter« genannt, gibt es in Photoshop seit der Version CS4. In Photoshop CC 2014 wurde der Filter »Ölfarbe…« entfernt, um in CC 2015 in neuem Gewand aufzuerstehen. Der Grafikprozessor wird in dieser Version zur Unterstützung herangezogen und ist auch Voraussetzung für das Funktionieren. Deshalb sollten Sie diesen in den Voreinstellungen einschalten, falls der Filter nicht funktioniert.

Vorbereitung der Datei

Wie die Einstellungen des Filters aussehen richtet sich stark nach dem verwendeten Bild. Die Bildgröße für interessante Einstellungen ist im Bereich von 1500-3000 Pixel Kantenlänge optimal, aber danach sollten Sie sich erst einmal nicht richten, wenn Ihr Bild sehr groß ausgedruckt werden soll. Ich habe im Beispiel mit einem Bild von 3600 x 2400 gearbeitet und den Filter zwei mal angewendet. Durch die Stilisierung mit dem Filter können Sie auch kleinere Bilder am Ende gut vergrößern und noch einmal nachschärfen, ohne dass es auffällt.

Hohe Kontraste werden benötigt

Die Kontraste werden extrem aufgezogen, damit die Stilisierung mit dem Filter später leuchtende Malspuren erzeugt.
Quelle: Marianne Deiters
Erhöhen Sie als erstes stark die Kontraste im Bild. In Camera Raw geht das leicht, indem Sie in den Grundeinstellungen den Kontrastregler weit oder bis zum Maximum auf »+100« nach rechts schieben. Dafür müssen Sie aber die Lichter auf bis zu »-100« abdunkeln. Stellen Sie den Regler Klarheit auf »+50« bis »+100«. Passen Sie den Weiß- und Schwarzpunkt eventuell noch einmal an. Je höher die Kontraste sind, desto pastoser können Sie die Ölfarbe auftragen (virtuell zumindest). Wechseln Sie aus Camera Raw zu Photoshop, indem Sie die Umschalt-Taste gedrückt halten und auf die Schaltfläche »Objekt öffnen« klicken, dann bekommen Sie direkt ein Smartobjekt, welches Sie nach Bedarf öffnen und für ein optimales Filterergebnis anpassen können. Alle verwendeten Filter werden nun direkt als Smartfilter angewendet. Smartfilter können Sie immer wieder aufrufen und auf unterschiedliche Art anpassen.

Die Filter-Einstellungen für ein weiches Fell

Die Einstellung für ein weich aussehendes Fell mit langen Pinselstrichen. Diese kann bei Ihren eigenen Bildern abweichen. Auch interessant für menschliche Porträts. Allerdings sollten Gesichter anschließend in der Filtermaske oder Ebenenmaske mit einem Pi
Quelle: Marianne Deiters

  1. Falls Sie nicht in Camera Raw beginnen, können Sie den Filter Camera Raw aus dem Menü Filter nutzen oder Sie erhöhen die Kontraste im Bild auf andere Weise.
  2. Erzeugen Sie mit dem Befehl Für Smartfilter konvertieren aus dem Menü Filter ein Smartobjekt.
  3. Aus dem Menü Filter > Stilisierungsfilter rufen Sie den Filter Ölfarbe… auf.
  4. Der Regler Stilisierung ist für den Malstil der Pinselstriche verantwortlich Ein kleiner Wert bis »0,1« auf der linken Seite ergibt mehr Details und im Zusammenhang mit der Beleuchtung einen trockenen Farbauftrag. Ein großer Wert gegen »10« ergibt lange und eher feuchte Pinselstriche und allgemein eine stärkere Stilisierung. Wählen Sie einen Wert, der zu ihrem Bild und Geschmack passt. Ein zu kleiner Wert könnte dem Tier eine Art Dauerwelle bescheren, höhere Werte sind besonders für langhaarige Tiere geeignet. Achten Sie auf die Details im Bereich von Nase, Schnauze und Augen, wo das Fell kürzer ist. Eventuell sollten Sie mit 2 Filterungen arbeiten und in den Filtermasken die entsprechenden Bereiche ausmaskieren. Im Besipielbild habe ich den Wert »10« genommen.
  5. Der zweiten Regler Reinheit bestimmt mit einem kleinen Wert, wie deutlich die Pinselstriche angezeigt werden. Ein hoher Wert erzeugt eine Weichzeichnung und Details der Pinselführung gehen verloren. Ich habe für das Bild das Maximum von »10« gewählt, da ich das weiche Aussehen haben wollte.
  6. Die nächsten beiden Regler bleiben wirkungslos, solange die Checkbox Beleuchtung nicht markiert wird. Damit das Fell schön weich aussieht markieren Sie diese nicht und klicken auf OK.

Die Filter-Einstellungen für starke Pinselstrukturen

Für ein Aussehen mit strukturierten Pinselstrichen wird per Checkbox die Beleuchtung zugeschaltet. Dann erst zeigen die Regler Skalierung und Borstendetails ihre Wirkung.
Quelle: Marianne Deiters

  1. Stellen Sie den Filter, wie gewünscht bis Schritt fünf ein.
  2. Markieren Sie die Checkbox Beleuchtung.
  3. Für einen dünnen Farbauftrag ziehen Sie den Regler Skalierung nach links. Ziehen Sie ihn nach rechts, um die Farbe dick aufzutragen.
  4. Der Regler Borstendetails zeigt mit einer geringen Einstellung weniger und mit einer hohen Einstellung mehr Details des simulierten Pinsels. Mit einem hohen Wert erzielen Sie ein schönes detailliertes Ergebnis.
  5. Unter Beleuchtung stellen Sie ein, in welchem Winkel das Licht auf die Strukturen trifft. Wenn Sie wissen, wo das Bild mal hängen wird, können Sie mit dem passenden Winkel die Simulation verbessern. Im Zweifelsfall beleuchten Sie es am besten von oben.
  6. Die Einstellung für die Glanzstärke sollten Sie vorsichtig bedienen. Bereits ein kleiner Wert erzeugt starke Halos und einen unnatürlichen Glanz. Ein relativ reeller Wert liegt um »1,0«
  7. Probieren Sie unterschiedliche Einstellungen aus und bestätigen Sie bei Gefallen mit OK.

Finishing

Ich habe für die Simulation einer Leinwand den Filter Mit Struktur versehen aus dem Menü Filter > Strukturierungsfilter > Leinwand benutzt. Das Finishing für ein echt aussehendes, finanziell gut erschwingliches Gemälde erledigt Laserline für Sie, indem dort auf echte Leinwand gedruckt wird und diese anschließend auf einen Keilrahmen aufgezogen wird. Achten Sie bei Ihrem Motiv darauf, dass die Ränder des Bildes rund um den Keilrahmen umgeklappt werden. Falls dort kein »Fleisch« vorhanden ist, gibt es auch dafür eine Lösung. Sie finden alle Informationen bei den jeweiligen Produktbeschreibungen.
Viel Spaß mit dieser Technik und den zukünftigen tollen Leinwänden! Vielleicht sehen wir uns mal in einer meiner Schulungen …

 

Marianne Deiters gibt Trainings für viele Themen rund um die Creative Suite. Fragen Sie gerne Ihr individuelles Firmentraining an: www.education-point.de

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