Ein Lob des Hintergrunds

12.07.2018 10:00:00
Wer die Hintergründe nicht versteht, hat ein Problem. Zumindest in der Studiofotografie. Zeit, sich einmal mit dem richtigen Hintergrund zu beschäftigen. Wenig Aufwand mit viel Wirkung.

Gerade ging in Berlin die große Retrospektive von Irving Penn bei C/O Berlin zu Ende. Einer der wichtigsten Fotografen der Geschichte hat vor allem im Studio brilliert.

Und wenn einmal kein Studio da war, dann hat er ein Hotelzimmer zum Studio gemacht oder es sich einfach mitgebracht und sein Zelt aufgebaut. Selbst wenn es in der Wüste war.

Gestalten sollte man auch ohne Studio können, aber hier können wir viel über die Wirkung eines klaren Backgrounds lernen. Es lohnt sich.

Wo? Hier!

Das Foto-Portrait mit der Ecke ist geschmacklich erfolgreich.
Quelle: Knaub / fotopioniere.com
Studio – das klingt nach Aufwand und teurer Miete. Dabei hat sich Irving Penn durchaus ganz einfacher Mittel bedient, die konsequenterweise auch mit bei C/O ausgestellt wurden.

Seine berühmteste Portraitserie hat er mit zwei spitz in einer Ecke zulaufenden Stellwänden erzielt. Da wird der Hintergrund gleich mit zum Akteur.

Es entsteht ein Raum, der den Mensch darin zum Agieren zwingt. Der Fotograf mit der Kamera rückt heran und versperrt quasi den Ausgang.

Die berühmtesten Persönlichkeiten ihrer Zeit wurden hier eingesperrt, doch wenn man es nachbaut, merkt man schnell, dass dieser Raum im Raum auf jeden wirkt. Und praktischerweise allzuviel Sperenzien bei der Ausleuchtung eh nicht erlaubt – ein weiches hohes Hauptlicht und fertig.

Der Stoff aus dem dem die Bilder sind

Der berühmteste Hintergrund der Welt und man sieht es ihm nicht an. Eben drum.
Quelle: Knaub / fotopioniere.com
Der zweite berühmte Hintergrund von Penn nimmt sich doch mehr zurück. Es war einfach ein grauer, ausrangierter Stoff aus dem Theater. Oll, etwas gefleckt mit ausgefransten Rändern und doch bald so unentbehrlich für Penn, dass er ihn um die halbe Welt mitschleppte.

Es hat sich gelohnt, es wäre aber auch anders gegangen. Doch man kann viel lernen von diesem Hintergrund. Denn gerade vor diesem mittleren Grau bleibt das Schwarz des Motivs schwarz und das Weiß auch weiß. Da geht nichts unter, gerade auch in Schwarzweiß.

Der Mensch steht eben im Vordergrund, weil der Hintergrund nicht ablenkt. Und zumindest kräftige Farben behalten ihre Wirkung. Das sieht man bei Penn allerdings nur in den gedruckten Veröffentlichungen. Seine Kunst schwelgte in Grautönen.

Tuch mit Größe

Auch wenn das angesichts der Wohnraumknappheit in unseren Großstädten eher schade ist: Größe hilft. Beim Hintergrund selbst, damit sich die Menschen auch stellen können, Breite damit es auch ein paar mehr sein können und Tiefe, damit der Hintergrund auch im Hintergrund bleibt. Denn scharf soll er ja gar nicht sein.

So lässt sich natürlich auch in freier Wildbahn arbeiten: Mit weit offener Blende und selektiver Schärfe. Aber was für ein Aufwand im Gegensatz zu dem Tuch vor der Wand.

Außerdem freuen sich die Menschen ja, wenn von ihnen Nase, Auge und Ohr gleichzeitig scharf sind und trotzdem nichts ablenkt.

Das Studio zum Kaufen

Und wie kriegt man das jetzt hin, wenn gerade kein Theater was zu verschenken hat? Der Klassiker sind die knapp drei Meter breiten Kartonrollen in den unterschiedlichsten Farben.

Wer dafür keine Halterung an die Wand montieren kann, greift einfach zu zwei Leuchtenstativen mit Querstangen. Wenn er zu schmutzig geworden ist, wird einfach abgeschnitten und weiter gerollt.

Nur so ein richtig tiefes Schwarz lässt sich mit dem Karton und seiner Restreflexion nicht erzielen. Ein Samtvorhang schluckt dann doch viel mehr. Oder man hängt ein Tuch an die Querstange.

Zunehmend beliebter werden auch Hintergründe, die man einfach wie einen Aufheller ausklappt. 1,5 x 2 Meter sind so auch möglich. Doch für Ganzkörperportraits ist das dann eher zu klein. Doch für das Editorialfoto im Hotelzimmer wird es schon reichen.

Und wenn man das alles nicht hat und den Platz sowieso nicht, dann genügt es für die Portraits von der Oma oder von den Enkeln manchmal auch einfach, die Bilder hinten an der Wand abzuhängen. Die Nägel entfernen wir dann in Photoshop.

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