DSGVO - Alle Klarheiten beseitigt

28.06.2018 10:00:00
Die DSGVO ist noch immer in aller Munde und Postfächer. Doch langfristig könnten die Auswirkungen für Fotografen noch schwerwiegender sein als für Unternehmer.

Nichts genaues weiß man nicht: Allen, die sich in den letzten Wochen über die neue EU-Datenschutzverordnung beschwert haben, hat man ja gerne vorgehalten, dass sie ja zwei Jahre Zeit zur Umsetzung hatten.

Zwei Jahre, die der Gesetzgeber selbst aber offensichtlich nicht genutzt hat, um den Schutz vor überzogenen Abmahnwellen anzupassen.

Das ist schade, richtig knifflig wird es aber bei fotospezifischen Widersprüchen zur übrigen Gesetzgebung. Das erledigen dann wohl die Gerichte. Bis dahin versuchen wir eine Annäherung.

DSGVO iwo?

Wenn man die fotografierten Menschen nicht erkennt, dann sind das auch keine personenbezogenen Daten nach DSGVO.
Quelle: Kesberger
Die meisten hätten es vielleicht gar nicht mitgekriegt, wenn nicht die Emailfächer plötzlich voll gewesen wären mit längst vergessenen Newslettern, die um Wiederanmeldung bettelten. Das war ja gar nicht so schlecht. Wollte ich doch eh längst abbestellen.

Doch gerade für viele kleinere Betriebe und Selbstständige wurde ein Gesetz, dass der EU die Handhabe gegen Giganten aus dem Silicon Valley liefern sollte, zum kostspieligen Ärgernis. Wenn der Provider die eigene Homepage wegen eines simplen Kontaktformulars vom Netz nimmt, dann kostet das schlicht Kunden.

Da tröstet es wenig, dass man erst ab zehn Mitarbeitern einen Datenschutzbeauftragten braucht. Natürlich ist der Schutz der eigenen Daten eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft, aber in Gesetzesform zeigt sich wieder deutlich, wer eine Lobby hat und wer nicht.

DSGVO und Foto?

Huch, da nimmt jemand personenbezogene Daten von mir auf!
Quelle: Kesberger
Fotografen haben zwar eine Lobby, doch die steht auf verlorenem Posten. Auch wenn Organisationen wie FreeLens sehr tapfer für die Belange ihrer Mitglieder kämpfen.

Die Machtverhältnisse zeigen sich auch in der Datenschutzverordnung. Auch wenn das Innenministerium das noch bestreitet, hat die DSGVO die Lage für Fotografen erheblich verändert.

Fotografien von Menschen sind im Digitalzeitalter einfach nur gespeicherte Daten von Personen. Und diese Speicherung von personenbezogenen Daten darf jederzeit widerrufen werden.

Selbst wenn der Portraitierte seine Einwilligung zur Aufnahme und zur Veröffentlichung gegeben hat. So manch Schulfotograf hat da sicherheitshalber erst einmal den Betrieb eingestellt.

Die Schirm- und andere Sehschulen

Beiwerk oder nicht Beiwerk, das ist hier die juristische Frage.
Quelle: Kesberger
Das BMI verweist zwar auf die auch vorher schon gegebenen nationalen Datenschutzbestimmungen, aber sie kamen bei Fotografien in Deutschland bisher kaum zum Einsatz, weil hier die Bestimmungen zum Kunsturheberrecht angewendet wurden.

Demnach war es durchaus erlaubt, Personen ohne Einwilligung zu fotografieren. Es durfte nur nicht in ehrverletzender Absicht geschehen oder beispielsweise von wehrlosen – etwa weil oktoberfestgeschädigt – Personen. Nur für die Veröffentlichung war die Einwilligung unabdingbar, von all den kleinen feinen gesetzlichen Ausnahmen abgesehen, die die Gerichte im Laufe der Jahre präzisiert haben.

Das Beiwerk auf dem Landschaftsfoto war genauso erlaubt wie Fotos von Versammlungen oder zeitgeschichtliche Ereignisse.

Eine Veröffentlichung ist natürlich auch das simple Posten auf Facebook. Nur die Kunst hatte noch weitergehende Privilegien bei Ausstellungen. Hatte oder hat, war oder ist? Die DGSVO steht offensichtlich im Widerspruch zum Urheberrecht.

Falls der Gesetzgeber da nichts präzisiert, werden die Gerichte das in jahrelanger Kleinarbeit übernehmen müssen. Was letztlich dadurch erschwert wird, dass die eher niedrigen Streitwerte verhindern, dass die Entscheidungen überhaupt höhere Instanzen erreichen.

Das Analogprivileg

Wird der Film gescannt und landet das Foto im Internet, müssen die Abgebildeten einverstanden sein, wird das Negativ vergrößert und hängt das Foto in der Galerie, dann nicht. Logik 2018.
Quelle: Kesberger
Skurrilerweise sorgt der Datenschutz dafür, dass das Kunstprivileg für eine Fotografengruppe gesichert bleibt: für die Freunde und Freundinnen der Analogfotografie.

Wer dann noch seine Filme klassisch in der Dunkelkammer auf lichtempfindliches Fotopapier vergrößert und nicht scannt, kann seine Ausstellung bedenkenlos zeigen. Er hat ja keine personenbezogenen Daten erzeugt und gesammelt.

Jetzt müssten nur die Buchdrucker auch noch ihre längst verschrotteten Maschinen aus der apfellosen Zeit wieder hervorholen. Aber das wird dann doch nicht passieren. Höchstens im Kunstauflagendruck.

Vielleicht erweitert ja jemand die Analogrechte um das Scanrecht. Doch die Lobby der auf Fotofilmschaffenden ist bedauerlicherweise noch viel kleiner.

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