Druckprobleme mit der InDesign Preflight-Funktion vermeiden

02.06.2016 09:00:00
Im vorigen Artikel »5 Tipps zum Überprüfen eines InDesign-Dokuments auf Drucktauglichkeit« ging es darum, eventuelle Ausgabeprobleme gezielt zu lokalisieren.

Doch bei langen Dokumenten wird das recht mühselig, dann sollten Sie die Preflight Funktion mit selbst angelegten Profilen nutzen. Das entbindet Sie aber nicht davon, die Fehler selbst zu korrigieren, wie im Falle des dort beschriebenen Schriftarten ersetzen. Auch das erweiterte Verknüpfungen-Bedienfeld ist immer hilfreich. »Preflight« bedeutet zu Deutsch »Flugklarkontrolle« oder »Vorflugkontrolle« – jetzt wissen Sie, warum das englische Wort verwendet wird. Es entspricht in InDesign einer Prüfung und manuellen Beseitigung von Mängeln, bevor Sie Ihre Publikation zur weiteren Verarbeitung herausgeben.

Die Preflight-Funktion aufrufen und kennenlernen

Am unteren Rand des Dokuments sehen Sie rot markiert sofort Fehlermeldungen oder grün markiert, dass alles in Ordnung ist. Außerdem sind wichtige Einstellungen sofort abrufbar.
Quelle: Marianne Deiters
Standardmäßig ist die Preflight-Funktion aktiv. Am unteren Rand des Dokuments sehen Sie direkt das ausgewählte Profil und ob die Definition eine Fehlermeldung verursacht oder nicht. Bei langen Dokumenten sollten Sie die Funktion besser ausstellen, da sie bei jeder Änderung arbeitet und so die Leistung von InDesign beeinträchtigt. Es genügt sie zwischendurch ab und zu anzustellen, um eventuelle Fehler aufzuspüren und um diese nicht mehrfach zu wiederholen. Das »[Grundprofil]« ist standardmäßig aktiviert. Die eckigen Klammern im Namen weisen schon darauf hin, dass Sie es nicht überschreiben können. Achten Sie auf die Menüs, die sich inter den kleinen grauen Pfeilen verbergen. Sie können hier zum Beispiel schnell ein anderes Profil auswählen oder mit dem Befehl Preflight des Dokuments die Preflight-Funktion ein- und ausschalten. Auch das Bedienfeld Preflight können Sie hier aufrufen.

Mit dem Preflight-Bedienfeld arbeiten

Im Preflight-Bedienfeld wird ein Fehler angezeigt. Sie können diesem genau auf den Grund gehen, indem Sie die Dreiecke aufklappen und sich die Information anzeigen lassen. Die angezeigte Seitenzahl beinhaltet einen Verweis auf das fehlerhafte Objekt.
Quelle: Marianne Deiters
Wählen Sie das Bedienfeld Preflight vom unteren Rand des Dokuments aus oder öffnen Sie es aus dem Menü Fenster > Ausgabe > Preflight. Für unterschiedliche Ausgabebedingungen werden unterschiedliche Profile benötigt. Sie können die unterschiedlichen Profile später speichern und exportieren und diese auch auf andere Rechner laden. Im Preflight-Bedienfeld finden Sie oben links ein Chekbox zum Ein- und Ausschalten der Funktion. Rechts daneben, unter Profil: wählen Sie ein vorhandenes Profil aus. Im Screenshot ist ein Fehler markiert. Für Einzelheiten klicken Sie jeweils das kleine Dreieck vor dem Eintrag an, bis Sie zum Detail gelangen. In den Informationen, die Sie dann auf die gleiche Weise aufrufen können, schlägt InDesign sogar eine Lösung des Problems vor. Ein Klick auf die angezeigte Seitenzahl führt Sie direkt zum fehlerhaften Objekt. Ganz unten rechts im Bedienfeld können Sie bei Bedarf die Dokumentseiten für die Prüfung einschränken. Im Fly-out-Menü oben rechts am Bedienfeld finden Sie weitere wichtige Befehle.

Ein eigenes Preflight-Profil erzeugen – ein Beispiel

Die Definitionen haben es in sich, aber Sie müssen sich nichts selber ausdenken, sondern einfach nur die Definitionen, die für Ihre Anforderung passen, auswählen und eventuell Werte eingeben. Erzeugen Sie im Fenster Preflight -Profile ein Duplikat, um ein
Quelle: Marianne Deiters
1. Wählen Sie aus dem Fly-out-Menü des Bedienfelds Preflight den Befehl Profile definieren

  1. Markieren Sie die Themen, die in das Profil übernommen werden sollen. Es muss nicht alles auf einmal sein, das Profil kann jederzeit bearbeitet werden, indem Sie wieder den Befehl Profile definieren… verwenden und das gewünschte Profil auswählen.
  • Das Minus im Kästchen bedeutet, dass ein Teil des Themas übernommen wird

  • Das leere Kästchen bedeutet nichts ausgewählt

  • Das Kästchen mit dem Häkchen bedeutet Alle Optionen ausgewählt, wobei von den Unterpunkten auch welche nicht ausgewählt sein können. Markieren Sie erst einmal Bilder und Objekte.

  1. Markieren Sie das Thema Bildauflösung und erweitern sie es durch einen Klick auf das kleine Dreieck vor der Checkbox. Hier markieren Sie jeweils die gewünschte Option und geben bei Bedarf einen Wert ein. Auch bei Maximalauflösung sollten Sie einen Wert eingeben, zum Beispiel 450 für eine Publikation in der 300 ppi gefordert wurden. Bei höheren Auflösungen wird das Dokument größer und schwerfälliger. Damit wird bei jedem Ausgabeschritt mehr Zeit verbraucht. Außerdem ist die Bildqualität besser, wenn Sie, ein Bild auf die passende Größe skalieren und in Photoshop noch einmal nachschärfen. Das gilt auch für Graustufenbilder. Als Minimalauflösung reichen in dem Fall auch 250 ppi aus. Die Maximalauflösung für 1-Bit-Bilder sollte die des Ausgabegeräts, z. B. des Plattenbelichters sein. Fragen Sie im Zweifelsfall immer bei Ihrer Druckerei nach.

  2. Die nächste Option Nicht proportionale Skalierung des platzierten Objekts markieren Sie einfach, dazu gibt es keine weiteren Einstellungen.

  3. So geht es immer weiter, markieren Sie nur die Optionen, die geprüft werden sollen.

  4. Bei Mindestkonturstärke können Sie einen Standardwert von 0,2 Pt. einstellen oder besser wieder in der Druckerei anfragen. Wahrscheinlich wird eine viel feinere Kontur druckbar sein.

  5. Klicken Sie erst einmal auf Speichern.

  6. Unten links, neben dem Pluszeichen zum Erstellen eines neuen Profils, können Sie ein kleines Menü aufrufen und dort den Befehl Profil einbetten wählen. Das Profil wird dann in das aktuelle Dokument eingebettet und steht jedem zur Verfügung, der es öffnet.

TIPP: Erzeugen Sie eine Template-Datei, in die Sie alle Profile einbetten, um sich jederzeit daran zu bedienen. Auch dann, wenn Sie die Programm-Voreinstellungen mal zurücksetzen müssen.

Die Preflight-Optionen einstellen

Links: Das Fenster Preflight Optionen. Rechts: das Preflight-Fenster mit einigen Fehlern und hilfreichen Erklärungen zur Beseitigung eines Problems.
Quelle: Marianne Deiters
Wählen Sie aus dem Fly-out-Menü des Bedienfelds Preflight den Befehl Preflight-Optionen… Sie können Hier ein Arbeitsprofil definieren, welches Sie anstelle der eingebetteten Profile für ein geöffnetes Dokument verwenden.

  1. Wählen Sie dazu ein bestehendes Profil oben aus dem Pull-down-Menü aus.

  2. Markieren Sie weiter unten die Schaltfläche Arbeitsprofil verwenden.

  3. Weiterhin können Sie unter Einschließen einstellen, auf welche Objekte und Ebenen die Überprüfung sich ausdehnen soll.

Hier finden Sie den letzten Artikel 5 InDesign-Tipps zur Druckvorbereitung zum Nachlesen.

 

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