Digitale Analogisierung

26.10.2017 09:00:00
Die Digitalkamera ist schon erfunden, die Analogkamera auch. Doch scheint die Zeit für neue Crowdfoundingkonzepte gekommen, beide Welten neu und schräg zu verbinden.

Eine Digitalkamera, in die man Filme einlegt. Das klingt verrückt. Einen Sensor, den man in jede beliebige Kleinbildfilmkamera einlegen kann, das klingt auch nicht so ganz einfach. Dabei soll es genau das sein. Einfach.

Bisher ist dieses Konzept immer gescheitert. Doch wie es der Hipsterzufall will, bewerben sich gerade zwei Anbieter mit solch nur scheinbar gegensätzlichen Projekten um unser aller Kickstartergeld. „I'm Back“ verwandelt die Uralt-Nikon in eine DSLR und der „Yashica digiFilm“ erlaubt die ISO-Verstellung nur wenn die Digitalpatrone gewechselt wird. Fragt sich jetzt nur, warum.

Die Vorläufer

Ein Traum nähert sich mal wieder der Marktreife – die Digitalisierung analoger Kleinbildkameras.
Quelle: I'm Back
In den Anfangstagen der Digitalfotografie waren Digitalkameras häufig umgebaute Analogkameras. Gerade Kodak – immerhin Erfinder der Digitalfotografie – war im Profibereich Anfang der 1990er durchaus führend und griff mangels eigener Kamerafertigung häufig auf Nikon-Bodys als Basis zurück.

Bei der DCS-400er Serie wurde eine unmodifizierte F90 bzw. F90x eingesetzt. Die hätte man auch selber wechseln können. Aber da das Set für den Preis eines Mittelklassewagens zu haben war, hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Als Leica sich zehn Jahre später endlich ernsthaft an die digitale Spiegelreflexfotografie heranwagte, gingen die Konstrukteure in Wetzlar einen ähnlichen Weg. Das Digital-Modul-R konnte vom Besitzer einer R8 oder R9 selbst getauscht werden. Doch diese Konzepte waren eben weder preisgünstig noch universell.

Der Traum

Gar nicht sooooooo schlecht – ein Beispielbild von I'm Back.
Quelle: I'm Back
Der „e-Film“ war da schon eine viel faszinierendere Idee. Hier sollte ein Sensor anstatt der Kleinbildfilmpatrone in eine beliebige Kamera eingesetzt wurde.

2001 wurde das Projekt vorgestellt. Es kam der Marktreife zwar so nah, dass schon ein deutscher Importeur am Start war, um den 1,3 Megapixel-Sensor mit Crop-Faktor 2,6 zu vertreiben. Aber die Marktreife wurde nie erreicht, obwohl die Kompatibilitätsliste im Laufe der Entwicklung auf ein paar ganz wenige Kameras zusammen schrumpfte.

Die Probleme waren immer dieselben: Wie synchronisiere ich das Digiback mit dem Kameraverschluss? Wie ändere ich die Digitaleinstellungen, wenn doch alles im Dunkeln versteckt ist. Vom Display ganz schweigen. Und wo soll bloß der Akku hin?

I'm Back

Für deutsche Ingenieure und ihren Perfektionismus ist das nichts. Kein Wunder, das „I'm Back“ nun aus Brasilien kommt. Verwunderlicher schon, dass dafür nur 175 € aufgerufen werden bei Kickstarter.

Doch das gelingt – oder halt auch nicht – indem mit einem kleinen Sensor auf Handylevel das Bild der Spiegelreflex von einer Mattscheibe abfotografiert wird. Die Menüsteuerung erfolgt passenderweise via Smartphone.

Ein bisschen Bastelarbeit kann beim Anschließen nicht schaden. Danach sieht es dann aus wie ein unten angesetzter Filmtransportmotor dunnemals. Angesichts der angedrohten Qualität erscheint da zwar die Investition in ein paar Filme und Scans zwar vielversprechender, aber das Investionsrisiko ist ja überschaubar.

Auch back: Yashica

Eine höhere Empfindlichkeit? Da müssen wir bei der Yashica erst mal den Film wechseln. Auch bloß nicht in den Entwickler schmeißen...
Quelle: Yashica
Den kleinen Sensor und die handynahe Bildqualität hat das Yashica-Projekt mit der Brasilien-Connection gemeinsam. Sonst läuft hier alles andersrum. Die Y35 im Retro-Design ist eine reine Digitalkamera mit analogem Aufnahmeprinzip.

Für Schwarzweiß oder Farbe, für unterschiedliche ISO-Einstellungen und Seitenverhältnisse geht man nicht ins Kameramenü, sondern wechselt den „Film“, auch wenn dadurch nur die Ansteuerung der Kamera angepasst wird.

Natürlich gibt es kein Display. Wir wollen uns ja später überraschen lassen. Auch hier liegt der Preis unter 200 €. Und die Kickstarter-Begeisterung ist riesig. Was interessiert uns da die Bildqualität? Hauptsache es macht Spaß – wenigstens beim Fotografieren.

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