Digitaldruck im Überblick

09.08.2018 09:00:00
Welche Digitaldrucktechnologie ist die beste? Das fragen sich nicht nur Fachleute. Auch zu Hause steht man vor der Wahl: Tintenstrahl oder Toner? Für Druckereien lautet die Frage Inkjet oder Elektrofotografie – unter anderem.

Egal, um welche Digitaldrucktechnologie es geht: Das Drucken der Daten erfolgt direkt. Im Gegensatz dazu muss man beim Offsetdruck und meistens auch beim Siebdruck vor dem eigentlichen Druckprozess eine Platte oder einen Film belichten, um das Motiv auf den Bedruckstoff zu übertragen.

Für Digitaldrucktechnologien gibt es deswegen den Ausdruck „Verfahren ohne Druckform“, im Englischen NIP – non impact printing. Der Digitaldruck ist perfekt für Einzelexemplare und kleine Auflagen. Auch das Personalisieren von Aufträgen rechnet sich.

Die Produktionszeiten sind im Digitaldruck kurz. Am wichtigsten sind der Inkjetdruck und die Elektrofotografie, die trotz der Gemeinsamkeit vollkommen anders funktionieren.

Elektrofotografie

Der Digitaldruck ist perfekt für Einzelstücke und kleine Auflagen, wie für diese Pappaufsteller.
Quelle: Daniel Isbrecht
Die Elektrofotografie ist landläufig unter dem Begriff Tonerdruck bekannt. Sie lässt sich in die fünf Prozessschritte Bebilderung, Einfärbung, Tonerübertragung, Tonerfixierung und Reinigung einteilen.

Bevor das digital vorliegende Motiv auf den Bedruckstoff trifft, wird es bei der Elektrofotografie erst auf eine sogenannte Trommel übertragen. Es macht sozusagen einen kleinen Umweg.

Die Oberfläche der Trommel ist mit einem Fotohalbleiter beschichtet. Mit Laser- oder LED-Licht belichtet, überträgt man die zu druckenden Motive.

Die belichteten Flächen werden mit Toner eingefärbt. Anschließend wird dieses Tonerbild von der Fotoleitertrommel elektrostatisch auf den Bedruckstoff übertragen. Das kann direkt das Papier sein oder auch ein Zwischenträger.

Abschließend muss die Farbe bei Trockentonern durch Hitze auf dem Papier fixiert werden. Um die Trommel auf den nächsten Druck vorzubereiten, wird sie sofort gereinigt.

Toner bei der Elektrofotografie

Die Ergebnisse im Digitaldruck, wie mit der HP Indigo erstellt, sind mit denen des Offsetdrucks vergleichbar.
Quelle: HP
Die Elektrofotografie nutzt je nach Drucksystem unterschiedliche Toner. Einige Druckmaschinen wie die Kodak Nexpress ZX3300 setzen festen Toner ein, während die HP Indigo 5900 Flüssigtoner verwendet. Fester Toner wird nach dem Farbauftrag fixiert, während flüssiger Toner während des Drucks fixiert wird.

Beide Tonerarten haben ihre Vorteile: Die Farbpartikel im Flüssigtoner sind in einer Transferflüssigkeit dispergiert. Daher sind sie besonders klein, die Druckqualität ist hoch. Die Ergebnisse sind mit denen des Offsetdrucks vergleichbar. Außerdem ist der Flüssigtoner mischbar: Mit speziellen Mischstationen lassen sich auch Sonderfarben erzeugen.

Trockentoner für den Farbdruck besteht in der Regel aus zwei Komponenten: den Träger- und Farbpartikeln. Die Trägerpartikel übernehmen die elektrische Ladungsaufnahme.

Moderne Toner wie der von Xerox chemisch hergestellte EA-Toner hat gleichmäßig geformte Farbpigmente, die ebenfalls eine sehr gute Druckqualität erzeugen. Umweltbewusste schätzen außerdem am Digitaldruck mit Trockentoner, dass sich die Drucksachen besser recyceln lassen.

Inkjetdruck

Beim Inkjetdruck werden Tintentropfen aus feinen Düsen herausgeschossen und auf Papier, Folie oder Acrylglas gedruckt.
Quelle: Roland
Ohne Umwege gelangt das Motiv beim Inkjetdruck auf Papier, Folie oder Acrylglas. Die Tintentropfen werden dabei aus feinen Düsen herausgeschossen. Vor allem für große Formate ist das Verfahren beliebt. Auch LASERLINE greift bei manchen Druckprodukten auf Inkjetdrucker zurück.

Waren zu Anfang mit Cyan, Magenta, Yellow und Key/Schwarz (CMYK) nur vier Farben verfügbar, gibt es mittlerweile mehr Spielraum. Weit verbreitet ist die Kombination von CMYK mit einem Light-Cyan und einem Light-Magenta.

In der Fotodruckbranche sind es oft drei Schwarztöne beziehungsweise Grautöne, die feine Farbnuancen ermöglichen. Außerdem sind heutzutage variable Tropfengrößen Standard, sodass sich große Farbräume ergeben. Farbsysteme wie Pantone, HKS und RAL lassen sich optimal wiedergeben.

Unterschiedliche Tinten

Der Fachmann entscheidet sich abhängig vom Einsatzzweck und vom Druckmedium für eine bestimmte Tinte und die darauf abgestimmte Druckmaschine.

Im Wesentlichen gibt es die wasserbasierten Farbstofftinten und die Pigmenttinten. Die Pigmentfarben sind in Wasser oder Lösemittel gelöst. Eine spezielle Variante ist die UV-härtende Tinte. Des Weiteren gibt es die sogenannten HP-Latextinten.

Prinzipiell kann man sagen: Pigmenttinten halten länger als Farbstofftinten. Und lösemittelbasierte Tinten sind farbbeständiger als wasserbasierte. Die UV-härtenden Tinten sind für den Plattendruck ideal. Die anderen Tinten eignen sich vor allem für Papiere und Folien.

Besonderheit Textilien

Besonders vielfältig ist der Textildruck. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob man eine Werbefahne, ein T-Shirt oder Meterware bedruckt. Abhängig von der Anwendung gibt es unterschiedliche Erwartungen an Haptik, Waschbarkeit und UV-Beständigkeit.

Klassische Textiltinten sind Reaktiv-, Acid-, Dispersions- und Dye-Sublimationstinten. Man kann Textilien direkt oder indirekt bedrucken.

Beides sind digitale Verfahren. Indirekt bedeutet, dass man spiegelverkehrt auf einen Transferträger, oft Papier, druckt. Das Motiv wird dann in einem zweiten Schritt auf das Textil übertragen.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
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