Die Wirkung von Licht und Schatten

24.02.2011 09:00:00
Licht und Schatten sind zwei Elemente, die man bei der Gestaltung von Bildern nicht außen vor lassen darf. Bewusst eingesetzt, entstehen eindrucksstarke Motive.

Licht ist nicht gleich Licht: Man unterscheidet nicht nur Tages- und Kunstlicht, sondern auch Gegenlicht, Seitenlicht und Auflicht sowie Dauerlicht und Blitzlicht. Licht und Schatten sind ein wesentlicher Bestandteil zur Gestaltung von Bildern. Durch den Schattenwurf und unterschiedliche Lichtsituationen entsteht eine dreidimensionale Wirkung, die bewusst erzeugt werden kann.

Es werde Licht!

Quelle: Susanne Mankel Pixelio

Die ideale Lichtsituation in der Fotografie gibt es nicht. Vielmehr sind für verschiedene Zwecke und Aufnahmebedingungen auch unterschiedliche Lichtwirkungen erwünscht. In der Produktfotografie sind Schatten oft nicht gewollt, daher braucht man ein künstliches Studiolicht, das die Waren gleichmäßig und diffus von allen Seiten ausleuchtet. Auch Auflicht, das ist Tageslicht, das vom Fotografen aus gesehen von hinten auf das Motiv fällt, erzielt eine gleichmäßige Ausleuchtung, wirkt jedoch oft wenig spannungsreich. Genau die andere Situation stellt das Gegenlicht her: Hier scheint die Sonne dem Fotografen ins Gesicht. Die Gefahr der Überbelichtung ist groß. Die meisten Variationsmöglichkeiten bietet das Seitenlicht. Der Fotograf muss jedoch genau wahrnehmen und einplanen, welche Schatten die einzelnen Elemente im Motiv werfen. Mit einem Leuchtkasten kann man ein Motiv auch von unten ausleuchten – das wird aber meistens nur in der Produktfotografie gemacht.

Die Schattenseite

Der Schattenwurf hilft bei zweidimensionalen Fotos einen dreidimensionalen Eindruck zu erwecken. Das liegt daran, dass helle Elemente im Vordergrund des Bildes als nah, dunkle als weiter entfernt wirken. Im Hintergrund ist es genau umgekehrt, dennhier interpretieren Auge und Gehirn helle Flächen als weiter entfernt als dunkle. Beide Effekte gehen auf das gleiche Prinzip zurück: Dunkle Elemente im Vordergrund werden als „im Schatten liegend“ empfunden, im Hintergrund dreht sich diese Erfahrung jedoch um. Das liegt daran, dass durch die Eigenschaften der Luft weit entfernte Objekte heller erscheinen. Man nennt dieses Phänomen auch „Luftperspektive“.

Mit Licht und Schatten gestalten

Quelle: Albrecht E. Arnold Pixelio

und Schatten definieren wesentliche Eigenschaften eines Objekts. Nimmt man beispielsweise ein Quadrat, dessen Schatten direkt in seinem Anschluss beginnt, so erscheint es uns als liegend. Ist der Schatten einige Zentimeter nach unten versetzt, so erzeugt das den Eindruck, das Quadrat würde schweben. Wie hell und dunkel ein Objekt oder ein Schatten wirkt, liegt jedoch auch an den benachbarten Elementen. Dasselbe Grau kann unterschiedlich wirken, je nachdem, ob es in einer hellen oder dunkleren Umgebung eingebettet ist. Der Fotograf muss intuitiv und nach Erfahrung entscheiden, wie er sich positioniert und wie Licht und Schatten auf den Bildinhalt wirken. Oft lohnt es sich, verschiedene Positionen einzunehmen und den Einfluss des Lichts zu verändern. Auch unterschiedliche Tageszeiten können bei Aufnahmen im Freien völlig andere Ergebnisse bringen.

Die richtigen Kameraeinstellungen treffen

Quelle: Rolf Handke Pixelio

Neben der Kreativität des Fotografen trägt auch das technische Handwerkszeug zu gelungenen Licht-Schatten-Bildern ein. Wichtigstes Hilfsmittel ist dabei die Belichtungskorrektur. Also raus aus dem Automatik-Programm, rein in eine manuelle Einstellung. Möchte man bei Gegenlicht fotografieren, funktioniert oft auch folgender Trick: Die Belichtungsmessung wird auf ein dunkleres Motiv gerichtet. Ein halber Klick auf den Auslöser speichert die Werte. Jetzt wird die Kamera auf die hellere Aufnahmesituation geschwenkt. Hilfreiche Dienste kann auch das Zuschalten des Blitzes liefern. Ein Polfilter ist dagegen nützlich, wenn das Sonnenlicht extrem strahlt und der dunkle Schatten dadurch Motivdetails versteckt. Bei manchen Kameras kann in so einem Fall, beispielsweise in der Mittagshitze, auch der Kontrast verringert werden. Ansonsten hilft nur eines, um das optimale Bild zu schießen: Ausprobieren und eine ganze Bilderserie mit unterschiedlichen Einstellungen fotografieren.

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