Die Top 10 der Schriften

17.11.2016 09:48:00
Softwareprogramme bringen automatisch Fonts mit, aber nicht alle liegen im Trend. Welche Schriften sind noch angesagt? Wir stellen die 10 beliebtesten Schriftenarten vor.

Bei Schriften scheiden sich viele Geister. Manche Anwender schwören auf Klassiker oder Standards, andere sprechen sich dafür aus, auch ungewöhnlichere Fonts zu verwenden. Betriebssysteme und andere Programme bringen vorinstallierte Schriften mit, die jedoch nicht immer zeitgemäß sind. Andere Fonts kommen dagegen nie aus der Mode. Wir geben einen Überblick über zehn beliebte Schriftarten.

Frutiger und Frutiger Next

Schriftbeispiele der Frutiger in verschiedenen Größen
Quelle: Quelle: Linotype.com
Bereits seit 1975 gibt es die von Adrian Frutiger gestaltete Schrift, die seinen Nachnamen trägt. Die Kleinbuchstaben sind relativ hoch, die Punzen groß. Die überarbeitete Version heißt Frutiger Next. Auch sie geht auf Adrian Frutigers Anregung zurück und wurde von Erik Faulhaber konzipiert. Unter anderem enthält die Frutiger Next eigene Formen verschiedener Kursive. Die Frutiger gilt als ideale Schrift für Beschilderungen und ist an vielen Flughäfen zu finden, unter anderem in Paris, London und Amsterdam. In Layouts gilt sie als gute Wahl für kurze Texte in kleinen Schriftgraden. Seit Windows Vista umfasst das Betriebssystem von Microsoft die Standardschrift Segoe UI, die fast identisch zur Frutiger Next ist.

Helvetica und Neue Helvetica

Mac-Nutzer erhalten die Helvetica mit ihrem Betriebssystem frei Haus. Die serifenlose Grotesk-Schrift wurde 1956 von Max Miedinger und Eduard Hoffmann gestaltet. Seit 1960 wird sie unter ihrem heute bekannten Namen Helvetica vertrieben. Die Neue Helvetica kam 1983 hinzu, die untereinander harmonischer wirkt als die ursprüngliche Version. Ähnlich ist beispielsweise die Swiss, die in Corels Graphic Suite enthalten ist. Sie stammt ebenfalls aus der Feder von Max Miedinger. Die Helvetica ist eine der bekanntesten serifenlosen Schriften und wird für ihre gute Lesbarkeit und klaren Formen geschätzt.

Myriad und Myriad Web

Robert Slimbach und Carol Twombly haben die Myriad 1992 gestaltet. Inspiration für die beiden Schriftgestalter war die Frutiger. Eigens für die Darstellung am Bildschirm wurde die Myriad Web entwickelt, die mit mehreren Adobe-Programmen ausgeliefert wird. Die Myriad ist unter anderem die Hausschrift von Rolls Royce. Ähnlich wie die Frutiger kann die klassische Myriad in kleinen Schriftarten gesetzt werden, ohne dass die Lesbarkeit stark beeinträchtigt wird. Gleiches gilt für die Myriad Web im Internet.

Georgia

Die Georgia ist in Mac-Programmen verfügbar, beispielsweise in Pages
Quelle: Quelle: Sandra Küchler
Ursprünglich im Jahr 1996 für Microsoft entworfen, ist die Georgia heute als Teil von Microsofts „Core Fonts“ auch kostenloser Teil von Mac OS X. Matthew Carter gestaltete die Schrift als moderne Barock-Antiqua mit harmonischen Formen. Ziel war es, eine optimale Lesbarkeit auf Bildschirmen zu erreichen. Ein Merkmal der Serifenschrift ist die große x-Höhe. Ein echter Kursivschnitt ist verfügbar. Seit ungefähr einer Dekade erfreut sich die Georgia wieder wachsender Beliebtheit – viele Zeitungsverlage setzen auf den Font, um ihre Nachrichten ins Internet zu bringen, darunter die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Avenir und Avenir Next

Die Unterschiede zwischen der Avenir und der Avenir Next
Quelle: Quelle: Sandra Küchler
Der Begriff „Avenir“ bedeutet im Französischen „Zukunft“. Adrian Frutiger zeichnet für den gleichnamigen Font verantwortlich, der 1988 veröffentlicht wurde. Die Avenir nimmt im Namen die Futura auf (lateinisch: „Zukunft“), will sie aber weicher und harmonischer wirken lassen. 2004 entwickelte Adrian Frutiger gemeinsam mit Akira Kobayashi die Avenir Next, die zu jedem Schritt auch die passenden Kapitälchen liefert. Ebenfalls neu waren die Condensed-Schriftschnitte. Die Avenir ist eine nüchterne Schrift, die sich besonders gut dafür eignet, hinter den Inhalt des Textes zurückzutreten. Dies macht die Avenir zu einer der beliebtesten Schriftarten, die von so unterschiedlichen Unternehmen wie BBC Two, Snapchat, und der Walt Disney Company verwendet wird.

Minion Pro

Für Adobe hatte Robert Slimbach 1990 die Minion gestaltet, auf die im Jahr 2000 die heute gängige Minion Pro folgte. Inspiration waren für ihn die französischen Renaissance-Antiquas. Die Minion eignet sich gut für Fließtexte und wird gerne in Büchern oder Zeitschriften verwendet. Eine Besonderheit der Minion ist die Display-Schriftgröße, die eigens für Überschriften ausgelegt wurde. Im Gegensatz zur Regular-Schriftgröße sind die Buchstaben unterschiedlich proportioniert. Heute sind in der Minion Pro vier unterschiedliche optische Größen verfügbar: Caption, Regular, Subhead und Display.

 

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