Die Rückkehr der Monsterteles

09.06.2016 09:00:00
Starke Teleobjektive sind Sportreporters Arbeitsgerät, aber üben stets auch eine große Faszination auf den Amateursektor aus. Vor allem wenn sie bezahlbar sind.

In den 1980ern gab es einen Boom der Spiegelteleobjektive mit 500 mm Brennweite. Wem die zu teuer waren, der konnte sehr billige Fernobjektive erstehen, bei denen man nie so recht wusste ob die flaue Abbildung mehr am Dunst oder an der Linse lag. So oder so war mit Blende acht analog wenig Staat zu machen. Was haben sich die Zeiten geändert. Höhere ISO-Werte und neue Glastechnologien erlauben nun Zoomobjektive, die die Lichtstärke zwar nicht ausreizen, dafür aber große Zoombereiche mit einer Maximalbrennweite von 600 mm für überschaubare Investitionskosten bieten.

Die Linsen der Kamerahersteller

Während die Vollformat-Kamerahersteller Canon und Nikon mit einem 4,0/200-400 mm ihre Kompetenz auch im Zoommarkt der langen Tüten noch mit festen offenen Blenden zu unterstreichen versuchen, und sich das im Fall von Canon nicht nur dank eines fest verbauten 1,4-fach Konverters mit Preisen im fünfstelligen Bereich bezahlen lassen, können die Kollegen mit den kleineren Sensoren das etwas entspannter angehen. Durch den Cropfaktor von 1,5 bei APS-C oder 2,0 bei MFT kommen die gleichen Brennweiten auf eine noch kräftigere Fernglasvergrößerung. Das Fujinon XF 4,5-5,6/100-400 mm (21 cm, 1,3 kg) und das Leica Panasonic 4,0-6,3/100-400 (17 cm, 0,98 kg und trotzdem eine 18fache Vergrößerung) bewegen sich gerade noch im erträglichen Gewichtsbereich. Da diese Linsen für spiegellose Kameras mit elektronischem Sucher konstruiert wurden, bewirkt die kleine Blende auch keine Abdunklung im Sucher.

Die Fremdhersteller

Das kann man machen, aber das kann man nicht lange halten – das Sigma 150-600 ohne Stativschelle
Quelle: Sigma
Das ist beim Sigma 5,0-6,3/150-600 Sports an der Spiegelreflex schon anders. Zudem fordert es deutlich mehr Muckis von seinem Bändiger. 2,86 kg wollen vor allem dann bewältigt werden, wenn man das Objektiv in einer seiner klassischen Domänen, der Tierfotografie zum stundenlangen Beobachten einsetzt. Aber dafür wurde ja auch das Stativ einst erfunden, auch wenn es schade um die Leistungsfähigkeit des Bildstabilisators ist. Das Gewicht macht sich auch bei der sehr guten optischen Leistung bemerkbar. Das in dieser Gattung oft typische Abflachen am langen Ende der Brennweite entfällt hier weitestgehend, obwohl wir ein für das Vollformat gerechnetes Objektiv vor uns haben. Von diesem Mangel nicht ganz frei ist das Tamron 5,0-6,3/150-600 mm, dafür ist viel günstiger und vor allem mit 1,95 kg viel leichter, auch wenn der Bildstabilisator oberhalb von 500 mm so seine Probleme hat. Zur vollständigen Verwirrung bietet dann auch Sigma ein im wahrsten Sinne des Wortes abgespeckte Objektivversion in der Contemporary-Reihe an.

Die Welt der langen Kerls

Wer hätte gedacht, dass wir ein Zwei-Kilo-objektiv mal als leicht bezeichnen – in diesem Zusammenhang schon.
Quelle: Tamron
An Hallensport ist mit solchen Lichtstärken erst gar nicht zu denken. Da sitzt man ja auch näher dran. Doch auch draußen sind diese Vertreter auf dem Fußballplatz eher Schönwettervertreter trotz ihrer Nässeschutzdichtungen. Bei schnellen Spielzügen hat der Autofokus im trüben Licht hin und wieder das Nachsehen. Wer dagegen weiß, wo der Mäusebussard gleich landet, wird auch mit Lichtstärke 6,3 noch glücklich. Vollends unwichtig wird der AF in der Landschafts- und Architekturfotografie. Da kann ein langes Tele für Blickwinkel und optische Verdichtungen sorgen, die beim Betrachter große Aha-Effekte garantieren. Plötzlich ist der Fernsehturm so nah am Dom, wie man das in der Wirklichkeit nie für möglich gehalten hätte.

Die Nachteile für Tütenträger

Dunst und Luftverschmutzung stören auch heutzutage noch Fernaufnahmen. Da könnten Infrarotaufnahmen zwar helfen, aber wer will dafür schon seine Kamera umbauen. Während die High-ISO-Tauglichkeit eines modernen Sensors dazu verleitet, auch mit dieser Gattung entspannt aus der Hand zu fotografieren, sorgt eine andere Folge heutiger Digitaltechnik eher für Grenzen der Nutzung. Kleine Pixel bedingen heutzutage schon Probleme mit der Beugung bei Blenden zwischen 5,6 und 8 und damit in Bereichen wo diese Objektive noch nicht einmal abgeblendet wurden, was ja eigentlich der Vermeidung von Abbildungsfehlern dienen sollte. Da sind wir ja fast wieder beim Spiegeltele, das sich konstruktionsbedingt überhaupt nicht abblenden lässt. Doch zumindest Fuji ist dieses Problem bei der kamerainternen Datenverarbeitung angegangen. Welcher Hersteller will sich schon von der Physik so einfach in die Schranken weisen lassen. Schon gar nicht bei Objektiven, die vor 20 Jahren noch als unbezahlbar gegolten hätten.

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