Die richtige Schrift wählen

19.08.2010 09:00:00
Wer die Wahl hat, hat die Qual? Das muss für Fonts nicht gelten. Klare Auswahlkriterien dienen als Leitfaden bei der Schriftsuche.

Es gibt endlos viele Schriften und täglich werden es mehr. Grafikern und Designern kommt es zu, den passenden Font zu wählen. Damit die Auswahl nicht zur Stecknadelsuche im Heuhaufen wird, kann man sich an verschiedenen Auswahlkriterien entlang arbeiten. Sie berücksichtigen Inhalt, Adressat und Produktionsweise eines Textes.

Was macht eine Schrift aus?

Quelle: Linotype

Um die passende Schrift für jeden Zweck wählen zu können, muss man Schriften lesen können. Fonts werden im Wesentlichen bestimmt durch ihre Schriftschnitte, durch den Schrifttyp, durch die Dickte, die Laufweite und den Schriftcharakter. Jede Schrift hat ihre eigenen Proportionen, die durch die Höhe und die Längen der Buchstaben und ihr Verhältnis zueinander bestimmt wird. Entscheidend dafür, wie eine Schrift vom Betrachter wahrgenommen wird, ist der Schriftcharakter. Fonts können elegant oder sachlich, schwer oder leicht, dynamisch oder statisch wahrgenommen werden.

Was, wer, wie?

Quelle: Cisco Ripac Pixelio

Quelle: Cisco
Ripac (Pixelio) Vor der Schriftwahl sollte sich der Grafiker drei Fragen stellen: Was soll gestaltet werden? Für wen soll das Dokument sein? Wie wird es publiziert? Die Frage nach dem „Was“ schließt ein, ob ein Buch gestaltet werden soll, bei dem die Schrift besonders gut lesbar sein muss, oder ob für einen Flyer auch eine auffallendere Schrift gewählt werden kann. Die Schriftwahl muss sich außerdem an den Adressaten und sein Leseverhalten anpassen. Zu guter Letzt spielt das Medium, für das gestaltet wird, eine Rolle. Am Bildschirm werden andere Schriften gefragt als bei gedruckten Publikationen. Zudem können nicht alle Browser alle Fonts anzeigen.

Ausgezeichnet!

Eine Faustregel besagt, dass man nicht mehr als zwei Schriften miteinander mischen soll, da es sonst zum Fontchaos kommt. Verschiedene Schriftarten lassen sich auch für das Auszeichnen von Texten verwenden. Genauso kommen hier Kapitälchen, Fett- oder Kursivschnitt zum Einsatz, am besten jedoch in homöopathischen Dosen, da der Effekt sonst verloren geht. Fonts können die Textaussage stützen, daher sollten Grafiker immer auch auf die Inhalte achten. Geht es im Text um soliden Maschinenbau, sollte eine massive Schrift verwendet werden. Für Schmuckstücke wirbt man dagegen besser mit einer eleganten Schrift.

Die Probe aufs Exempel

Quelle: Linotype

Ist man sich unsicher, welche Schriftart oder welcher Schrifttyp zum Text passen könnten, hilft schlicht das Ausprobieren. Per Mausklick kann man einen Text schnell in eine andere Schriftart umformatieren, anschließend ausdrucken und die Wirkung studieren. Schwarz auf weiß kann man noch einmal überprüfen, wie das Schriftbild, die Proportionen und die Dynamik der Schrift wirken. Wie fällt der Strichstärkenkontrast aus? Eignet sich die Schrift für das Mischen mit einer zweiten? Fällt die Wahl zwischen zwei Fonts schwer, lohnt es sich, auf die verfügbaren Schriftschnitte zu achten. Mit der Schrift, die mehr Schnitte bietet, kann man im Zweifel auch mehr anfangen.

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