Die richtige Druckvorlage

01.02.2006 09:00:00
Wie sich Vorlagen für den Offset- und den Siebdruck unterscheiden und warum nicht alles in beiden Druckverfahren funktioniert ...

Druckvorlagen müssen für gute Druckergebnisse je nach Druckverfahren besondere Kriterien aufweisen. So wählt man beim Offsetdruck das Raster nach der verwendeten Papierart, wohingegen beim Siebdruck das Raster eher grob gewählt werden muss. Deshalb kann man im Offsetdruck wesentlich feiner im Raster- und Motivdetail drucken. Wird im Offsetdruck Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK) nämlich transparent über- bzw. nebeneinander gedruckt, muss man im Siebdruck Farbe für Farbe mit hoher Dichte auf den Bedruckstoff "rakeln". Deshalb sind im Siebdruck Farbverläufe nur bedingt möglich.

Warum unterschiedliche Druckvorlagen?

Mit Einzug des Desktop Publishing in die Grafikbranche schienen auch viele Grundkenntnisse über die am Ende des Gestaltungsprozesses liegenden Druckverfahren plötzlich unwichtig geworden zu sein. Schließlich sieht am Computer alles hervorragend aus, so dass man davon ausgeht, dass dies auch im Endergebnis so ist. Doch die Enttäuschung ist groß, wenn Farben nicht übereinstimmen, Farbmischungen "flau" wirken oder Verläufe nicht so hinhauen, wie geplant. In diesem Fall dem Drucker die Schuld zuzuweisen ist meist ungerecht, denn Schuld hat meist das Druckverfahren an sich, das oft gewisse Dinge einfach nicht wiedergeben kann. Diese Tatsache aber gilt es bereits im Gestaltungsprozess zu berücksichtigen, will man vor unguten Überraschungen gefeit sein.

Raster

Ein wichtiger Punkt ist hierbei das Raster, das beim Erstellen einer PS-Datei entweder beim Speichern angegeben wird oder vom Druckanbieter in die Datei eingebunden wird. Druckmaschinen sind nämlich - egal in welchem Druckverfahren - immer auf eine Auswahl an reinen Farben begrenzt. Will man Mischungen aus diesen Farben erreichen, muss die Vorlage "gerastert" werden. Dabei werden beispielsweise im Offsetdruck sehr feine Punkte der unterschiedlichen Farben neben- bzw. aufeinander gedruckt. Bei geeigneter Anordnung der Rasterpunkte werden auf diese Weise diverse Farbtonwerte und Graustufen erreicht. Durch die Größe der Punkte wird dabei die Farbintensität bestimmt, wohingegen sich der Abstand der Rasterpunkte an sich nicht verändert. Deshalb bezeichnet man die Anzahl an Rasterpunkten auf einer Strecke von einem Zentimeter als Raster bzw. Rasterweite, die immer auch abhängig von der Ausgabeauflösung der genutzten Druckmaschine ist. Neben der Rasterweite spielt beim Offsetdruck aber auch die Rasterwinkelung eine Rolle, um z.B. einen Moiré-Effekt zu vermeiden, sowie die Rasterpunktform (rund, eliptisch, quadratisch, Diamond).
Auch im Siebdruck ist eine Rasterung möglich, allerdings ist hier auf Grund des Druckverfahrens und den physischen Gegenheiten der genutzten Siebe ein wesentlich gröberes Raster notwendig, als im Offsetdruck.

Druckvorlagen im Offsetdruck

Um Mischfarben zu erhalten nutzt man im Offsetdruck meist das CMYK-Farbmodell (Cyan, Magenta, Yellow, Black bzw. Kontrast). Jede Druckfarbe wird vor dem Druck aus der Datei separiert und erhält eine eigene Druckplatte. Hintereinander gedruckt werden dann die dabei nebeneinander aufgetragenen Farbpunkte in der Wahrnehmung zu unterschiedlichen Farbnuancen. Denn mit den vier Farben des CMYK-Modell kann ein Großteil an Farben reproduziert werden. Dabei spielt das Raster eine wesentliche Rolle, denn je feiner das Raster ist, umso weniger sichtbar wird die Zusammenstellung der Farbnuancen aus den Grundfarben. Aber auch das Papier, auf dem gedruckt werden soll, spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Denn je mehr Farbe das Papier aufsaugt oder je gröber dessen Oberflächenstruktur ist, desto weiter müssen die Rasterpunkte auseinander liegen, will man ein sauberes Druckergebnis erhalten. Ansonsten könnten kleine Löcher oder Aussetzer im Druckbild entstehen. Aus diesem Grund druckt LASERLINE im Offset auf gestrichenen Papieren immer im 80er Raster (80 Linien pro Zentimeter) und auf ungestrichenen Papieren aufgrund der groberen Oberflächenstruktur im 70er Raster (70 Linien pro Zentimeter).

Druckvorlagen im Siebdruck

Vergleicht man den Offset- mit dem Siebdruck, erreicht der Siebdruck im Raster- wie Motivdetail keine derart feinen Druckergebnisse. Denn Rasterdrucke sind im Siebdruck auf Grund der physischen Grenzen der Siebfeinheit und der unterschiedlichen Bedruckstoffe (Holz, Plastik, Metall, Stoff) nur bedingt möglich. Als Raster verwendet man hierbei vor allem bei kleinen Vorlagen, die auch aus der Nähe betrachtet werden, ein 28er Raster. Größere Druckerzeugnisse wie Fahnen agieren hingegen sogar nur mit 18-20er Raster. Deshalb eignen sich feine Vorlagen, wie detaillierte Bilder oder ziselierte Schriften  nicht für den Siebdruck. Bei kleinen Schriften unter 6 Punkt Größe oder feinen Linien wirkt sich das 28er Raster dahingehend aus, dass es das Motiv zerhackt - es wirkt unansehnlich. Haarstriche und Schriften unter 6 Punkt sind gar nicht druckbar. Zudem setzen sich die Siebe mit den feinen Rastern sehr schnell zu, so dass wiederum das Druckbild unsauber wird. Abhilfe schafft hier die Arbeit mit Volltönen, so dass das Motiv im Vorfeld nicht gerastert werden muss. Aber auch bei Volltönen sind Schriften unter 6 Punkt und Harrlinien nicht wiederzugeben.  

Als Farben möglich und üblich sind dabei vor allem HKS. Aber auch Pantone-Farben kommen oft zum Einsatz. Doch je mehr Volltöne man einsetzt, umso teurer wird die Produktion.

Überfüllung 

Ein Problem gerasterter Druckvorlagen ist auch das sogenannte "Blitzen", das in beiden Druckverfahren vorkommt. Diese im Druckbild als weiße Ränder erscheinenden Elemente entstehen dadurch, dass die Farben nicht exakt aufeinander gedruckt werden. Das Verschieben der Passermarken bzw. Passerschwierigkeiten der Montagefolien erzeugen dabei eine Art weißen "Blitz", der durch das sogenannte "Überfüllen" der Farben ausgeglichen werden kann. Dabei werden aneinanderstoßende Farbflächen o.ä minimal bei Belichtung der Daten verbreitert. Das Überfüllen übernimmt im Offsetdruck jedoch meist, beispielsweise bei LASERLINE, die Druckerei, um dieses möglichst exakt auf die maschinellen Gegebenheiten abzustimmen. Im Siebdruck sind die Passerdifferenzen noch wesentlich größer, so dass auch hier ein Überfüllen notwendig ist, das mit der Druckerei abgesprochen werden sollte.

Farbverläufe

Auch Farbverläufe sind von der Grobheit des Rasters betroffen. Wirken diese im Offsetdruck im 80er Raster wie "aus einem Guss" mit für das menschliche Auge kaum wahrnehmbaren Übergängen, sind sie im Siebdruck durch das grobe Raster kaum zu realisieren. Zudem arbeitet man im Siebdruck stets Farbe für Farbe mit dazwischen zum Teil langen Trocknungszeiten. Als Ergebnis erhält man intensive Farben auf nahezu jedem Bedruckstoff, die jedoch kaum gemischt werden können. Im Siebdruck kann man deshalb weder mit detaillierten Bildvorlagen noch mit Farbverläufen ähnlich zufriedenstellende Ergebnisse erzielen, wie im Offsetdruck. Dafür eignet sich der Siebdruck optimal, um andere Bedruckstoffe als Papier zu bedrucken und intensive Farbigkeiten zu erzielen. Durch den hohen Farbauftrag sind Siebdrucke zudem sehr witterungsbeständig, sofern das Trägermaterial dies auch ist, und besitzen eine hohe Lichtechtheit. Alternativ lässt sich dies aber auch z.B. bei Schildern im Outdoorbereich durch eine Folienbeschriftung erreichen.

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